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Gerd Schulze Natorp regiert die „Bauern“

Mit Kaiser und Rekordbesuch

Drensteinfurt

Es ist geschafft: Nach dreijähriger Zwangspause eröffneten die Drensteinfurter Bauernschützen die erste „Nach-Corona-Schützenfestsaison“. Und das gleich mit einem Paukenschlag: Gerd Schulze Natorp krönte sich am frühen Samstagmorgen zum Kaiser - und das bei rekordverdächtiger Besucherzahl im Schlosspark.

Von Dietmar Jeschke

Um 0.05 Uhr am Samstagmorgen kannte der Jubel im randvollen Schlosspark keine Grenzen: Gerd Schulze Natorp hatte sich zum Kaiser gekrönt. Foto: Dietmar Jeschke

Über die Bedeutung der Zahl 13 ist bekanntlich schon viel philosophiert worden. Vor allem, wenn sie im Zusammenhang mit einem Freitag steht. Ob nun ein gutes Omen oder eher ein „Unglückstag“ – wie eben beim Börsencrash im Jahr 1929 oder im langen Rückblick auf die Vernichtung des Templerordens im Jahr 1307: Darüber dürfte mancher Drensteinfurter Bauernschütze rückblickend wohl später ein wenig schmunzelnd philosophieren. Fest steht: An einem „Freitag, den 13.“ sollte es auch nach dreijähriger Corona-Zwangspause nicht wie geplant einen neuen Regenten geben. Die Uhr zeigte bereits 0.05 Uhr am Samstag (14. Mai), als der Vogel nach gefühlt endlosem Dauerbeschuss endlich nachgab und laute Jubelrufe durch den berstend vollen Schlosspark hallten. Mit dem 505. Schuss hatte Gerd Schulze Natorp als zuletzt einziger Kandidat endlich den erlösenden Treffer gelandet und sich damit zum Kaiser gekrönt. Regieren wird der Regent von 2001 und nun auch von 2022 gemeinsam mit Ehefrau Susanne.

Ordentliche Regimentsstärke

Die Rahmenbedingungen für das erste Schützenfest nach 2019 konnten – auch an einem „Freitag, den 13.“ – kaum besser sein: Bei milden Frühlingstemperaturen und strahlend blauem Himmel durften sich Vorsitzender Günter Hörsken, Oberst Bernhard Vögeling, Hauptmann Benedikt Schlüter und Spieß Ludger Niesmann beim Antreten vor der Alten Post über eine ordentliche Regimentsstärke freuen, in die es allerdings naturgemäß noch eine „Ordnung“ zu bringen galt. Wer es trotz der nun mehr als ausreichenden „Vorbereitungszeit“ nicht geschafft hatte, Hut und Stock auf Vordermann zu bringen, der durfte sich beim „Limbo“ unter dem elektrischen Weidezaun versuchen.

Für den noch amtierenden König Georg Westhues und seine Königin Daniela wartete wenig später der letzte große Auftritt. In der Festkutsche ging es zum Abschied ihrer in die Geschichtsbücher eingehenden Langzeitregentschaft vorbei an zahlreichen jubelnden Schaulustigen noch einmal durch die Stadt. Und gegen 19.30 Uhr war es dann auch an Georg Westhues, mit dem ersten Schuss das Rennen um seine Nachfolge zu eröffnen. Und dieses gestaltete sich anfangs auch durchaus munter. Mit dem sich stetig weiter füllenden Schlosspark schien schließlich den einen oder anderen Schützen jedoch der finale Mut zu verlassen. Bis sich schließlich Gerd Schulze Natorp kurzerhand ein Herz nahm – und draufhielt. Zu den ersten Gratulanten gehörte neben Bürgermeister Carsten Grawunder auch „Noch-Königs-Kollege“ Hans van Doorn, der gemeinsam mit einer ganzen Abordnung der Bürgerschützen das Vogelschießen verfolgt hatte, bevor man am Samstag schließlich auch am Festumzug samt großem Zapfenstreich und am abendlichen Festball teilnehmen sollte.

„Kaiserliches Wochenende“

Doch soweit wollte am frühen Samstagmorgen noch niemand denken. Im randvollen Festzelt wurde gemeinsam mit „Kaiser Gerd“ noch lange ordentlich gefeiert.

Seinen Ausklang fand das „kaiserliche Wochenende“ schließlich bei „Kaiserwetter“ am Sonntagvormittag. Für die passende Stimmung beim Frühschoppen im Festzelt sorgte neben der Band „Ski- und Bob-Express“ auch der Spielmannszug Grün-Weiß, der sich auch nach dreijähriger Zwangspause gleichfalls in Hochform präsentierte.

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