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Awo wird Kita-Träger

Montessori-Konzept hat überzeugt

Drensteinfurt

Ein Träger für die geplante Vier-Gruppen-Kita im Neubaugebiet Mondscheinweg ist gefunden. Drei Bewerber hatten sich und ihre Konzepte am Dienstag im Sozialausschuss präsentiert. CDU, SPD und FDP votierten am Ende für die Awo, die das Konzept eines Montessori-Kinderhauses erarbeitet hatte.

Von Nicole Evering

Für das Neubaugebiet Mondscheinweg wird gleich eine Vier-Gruppen-Kita mitgeplant. Träger wird die Awo sein. Foto: dpa

Am Ende fiel das Votum deutlich aus: Für einen Träger mit Jahrzehnte langer Erfahrung in der Kinderbetreuung hat sich am Dienstagabend einmütig der Sozialausschuss ausgesprochen. Die Arbeiterwohlfahrt (Awo), Unterbezirk Ruhr-Lippe-Ems, wird die neue Kindertagesstätte im Baugebiet Mondscheinweg betreiben. Lediglich die Grünen enthielten sich ihrer Stimme. Sie favorisierten einen anderen Bewerber.

Insgesamt sieben Organisationen hatten ihre Konzepte bei der Stadt eingereicht. Drei waren zur Vorstellungsrunde in den Ausschuss, der im Forum der Teamschule tagte, eingeladen worden. Neben der Awo waren dies die Elterninitiative „Am Eichenwäldchen“ aus Hamm sowie der DRK-Kreisverband Warendorf-Beckum. Sie hatten in der Vorabbewertung die höchsten Punktzahlen erreicht. Allen wurde jeweils eine gute halbe Stunde Zeit gegeben, bisherige Projekte, pädagogische Konzepte und Mitarbeiterpolitik zu präsentieren. Anschließend gab es eine offene Fragerunde.

Erste Kita vor 70 Jahren

Die Awo, die ihre erste Kita vor mehr als 70 Jahren in Betrieb genommen hat, hatte es bereits zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre ins engere Auswahlverfahren der Stadt geschafft. Daniel Frieling, Abteilungsleiter der Awo-Kindertageseinrichtungen, und seine Kollegin Arzu Sahin-Ünsal hatten für die geplante Vier-Gruppen-Einrichtung die Idee eines Montessori-Kinderhauses ausgearbeitet. „Und das, noch bevor uns bekannt war, dass eine Straße dort so heißen wird“, schmunzelte Frieling. Der Gedanke sei gewesen, damit die bestehende Kita-Landschaft in der Stadt gut ergänzen zu können.

Das pädagogische Konzept sehe vor, den Forscherdrang der Kinder zu fördern und dabei das Thema Nachhaltigkeit besonders zu berücksichtigen. Das ökologische Bewusstsein der Kinder und wertschätzender Umgang mit Ressourcen wie Wasser und Energie sowie die Vermittlung von technischen und physikalischen Zusammenhängen sollten gestärkt werden, heißt es dazu in der Vorlage zur Sitzung.

Daniel Frieling zur Teilschließung im Sommer

Punkten konnten die Awo-Vertreter mit den ausgedehnten Öffnungszeiten von 6 bis 18 Uhr sowie einer Randzeitenbetreuung, bei der mit Tagespflegepersonen kooperiert werden könne, so Frieling. Dies solle je nach Bedarf umgesetzt werden. Pro Jahr seien lediglich fünf Schließungstage zwischen Weihnachten und Neujahr sowie an zwei Konzeptionstagen vorgesehen.

In den Sommerferien gebe es eine Teilschließung der Kita. Denn: „Auch jedes Kind soll ein Mal im Jahr Urlaub machen“, befand Frieling. Schließlich sei es für den Nachwuchs auch Arbeit, sich täglich mit anderen Kindern auseinander zu setzen. Während der Teilschließung würden Gruppen zusammengefasst. „Aber Ort und Personen bleiben den Kindern weiter bekannt.“

Vertretungen sichergestellt

Durch das dichte Netz an Awo-Kitas in der Region – zwölf gibt es allein im Kreis Warendorf, sechs in der Nachbarstadt Hamm – seien Vertretungen gut sicherzustellen. Für die Einrichtung am Mondscheinweg sieht das Konzept eine freigestellte Leitung, zwölf pädagogische Fachkräfte und eine Hauswirtschaftskraft vor, denn zusätzlich zu den gelieferten Mahlzeiten würden frische Bestandteile täglich selbst gekocht, sagte Frieling.

Verträge schließe man generell unbefristet, bezahlt werde nach Haustarif, vergleichbar dem TVÖD. Die Awo verfolge zudem ein eigenes Personalgewinnungskonzept und biete die Praxisintegrierte Ausbildung (PIA) zum Erzieher an. Zum 1. August würden allein 55 neue Azubis eingestellt. Insgesamt beschäftigt der Awo-Unterbezirk 850 Mitarbeiter und betreut 3800 Kinder.

Bis auf die Mitglieder der Grünen, die das offene und naturnahe Konzept der Hammer Elterninitiative bevorzugt hätten, sprach sich der Ausschuss geschlossen für die Awo aus.

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