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E-Rikscha und E-Rollstuhlrad

Motor macht Ausflüge möglich

Drensteinfurt

E-Mobilität soll auch den Menschen zugute kommen, die krankheits- oder altersbedingt nicht mehr in der Lage sind, sich selbst fortzubewegen. Dank eines Projekts des Vereins „8 Plus Vital NRW“ konnten insgesamt 16 E-Rikschas, E-Tandems und E-Rollstuhlräder für den Kreis Warendorf angeschafft werden. Zwei davon stehen nun in Stewwert und können ausgeliehen werden.

Nicole Evering

Die beiden speziellen E-Räder stehen auf dem Gelände des Malteserstifts. Die Mitarbeiterinnen von Hausleiterin Jeanette Möllmann (M.) unternahmen jetzt eine erste Probefahrt, um sich an das Fahrverhalten zu gewöhnen. Foto: Nicole Evering

Egal ob auf zwei, drei oder vier Rädern: E-Mobilität ist momentan das beherrschende Thema im Straßenverkehr. Die Corona-Pandemie hat – auch wegen der Möglichkeit, Fördergelder zu beantragen – den Absatz gerade von E-Autos wachsen lassen. Und in der Zweirad-Branche muss der, der ein ganz bestimmtes E-Bike-Modell im Auge hat, mitunter mit mehreren Monaten Lieferzeit rechnen. Doch E-Mobilität soll auch den Menschen zugute kommen, die krankheits- oder altersbedingt nicht mehr in der Lage sind, sich selbst fortzubewegen.

Dank eines Projekts des Vereins „8 Plus Vital NRW im Kreis Warendorf“ können nun auch die Drensteinfurter in den Genuss dieser erweiterten Mobilität kommen. Insgesamt 16 E-Rikschas, E-Tandems und E-Rollstuhlräder sind im März in die acht beteiligten Städte und Gemeinden gegangen – dort entweder direkt an soziale Einrichtungen oder aber an die Kommunen selbst, die sie, so die Bedingung, allerdings für eine öffentliche Nutzung zur Verfügung stellen müssen. Zwei der Räder haben den Weg nach Stewwert gefunden.

Fördermittel und Eigenanteile

Mit Projekt- und weiteren Fördermitteln, die insgesamt 85 Prozent der Kosten abdecken, wurden die Fahrzeuge, die jeweils knapp 8000 Euro kosten, angeschafft. Den Eigenanteil für das E-Rollstuhlrad des Drensteinfurter Malteserstifts hat das Stiftungskuratorium St. Marien des einstigen Krankenhauses übernommen, der Eigenanteil für die städtische E-Rikscha wurde aus Haushaltsmitteln finanziert.

Seit etwa drei Wochen nun stehen beide Räder zentral in der Garage des Seniorenheims an der Hammer Straße. Das stifteigene Modell ist in erster Linie für die Bewohner sowie die Gäste der neuen Malteser-Tagespflege gedacht. Mitarbeiter oder auch Angehörige können so zusammen mit den älteren Menschen Ausflüge in die nähere Umgebung unternehmen. Um ein Gefühl für das Fahrverhalten zu bekommen, war am Dienstagmittag eine kleine Probefahrt angesagt. Mit Hilfestellung von Haustechniker Reinhard Schäper nahmen die Mitarbeiterinnen aus Alltagsbegleitung und Sozialem Dienst nacheinander auf den Sätteln Platz und kutschierten ihre Kolleginnen einmal durch die Innenstadt.

Bessere soziale Teilhabe

Wo die eine noch leichte Startschwierigkeiten hatte, weil etwa der Sattel zu tief oder die Lenkung zu schwergängig war, traten andere gleich flotter in die Pedale. Singend und mit sichtlich Spaß an der Sache drehten die Mitarbeiterinnen ihre Runden – sehr zur Freude von Hausleiterin Jeanette Möllmann, die in der Anschaffung eine gute Möglichkeit zur besseren sozialen Teilhabe der Bewohnerinnen und Bewohner sieht.

Die E-Rikscha der Stadt soll darüber hinaus auch allen anderen Interessierten zur Verfügung stehen. Wer sich das Rad ausleihen möchte, kann sich bei Frederik Müller aus der Abteilung Zentrale Dienste, Tel. 0 25 08 / 9 95 11 07, E-Mail: f.mueller@drensteinfurt.de, melden. Die kostenlose Ausleihe ist wochentags von 8.30 bis 17 Uhr sowie am Wochenende nach Vereinbarung möglich. Es muss lediglich ein Leihvertrag unterschrieben werden. Je nachdem, ob das andere gerade verfügbar sei, könnten auch beide Modelle gleichzeitig genutzt werden. „Eine Win-win-Situation“, findet Frederik Müller.

Innerhalb dieses Projektes in der „8 Plus“-Region solle neben der Anschaffung von E-Fahrzeugen auch ein Konzept zur Gewinnung, Qualifizierung und zum Erfahrungsaustausch von Ehrenamtlichen für die E-Rikscha-Fahrten entwickelt werden. Die Idee werde als übergreifendes Projekt für interessierte Einrichtungen umgesetzt, ist der Homepage des Vereins zu entnehmen.

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