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Städtische Kinder- und Jugendarbeit nimmt langsam wieder Fahrt auf

Neustart mit vielen Fragezeichen

Drensteinfurt

Da Jugendpfleger Rüdiger Pieck ab sofort auch mit dem Aufbau des Seniorenbüros beschäftigt ist, verstärkt Maike Schlamann das Team im Kulturbahnhof, auf das in Sachen Jugendarbeit nun einige Herausforderungen warten. Corona hat diesbezüglich nämlich vieles verändert.

Von Dietmar Jeschke

Durch Corona hat sich auch die Nachfrage nach Ferien- und Freizeitaktivitäten – oben ein Archivbild der Spielstadt „Minilon“ – deutlich verändert, berichtet Rüdiger Pieck (l.). Foto: Jeschke/Pieck

Die Coronakrise traf nicht nur Politik und Gesellschaft in der „Erwachsenenwelt“ hart und nachdrücklich. Heftige Auswirkungen hatte die Pandemie auch für die junge Generation. Und das nicht nur in Sachen Schulschließungen und „Homeschooling“. Vielmehr ging auch in der städtischen Jugendarbeit über viele Monate hinweg so gut wie nichts. Doch das soll sich nun ändern, wenngleich die Organisatoren vor einigen nicht unerheblichen Problemen stehen.

„Durch die Lockdowns wurde die Kontinuität in der Kinder- und Jugendarbeit unterbrochen. Kontakte zu Kindern und Jugendlichen, aber auch zu Jugendleitern sind abgerissen und müssen neu aufgebaut werden“, beschreibt Stadtjugendpfleger Rüdiger Pieck die Situation. „Außerdem war durch die Lockdowns keine ,Selbstverjüngung‘ aktiver Jugendleiterinnen und Jugendleiter möglich. Neue Aktive konnten nicht gewonnen und eingearbeitet werden.“

Ebenso, so der Jugendpfleger, zeigten sowohl Beobachtungen als auch wissenschaftliche Untersuchungen, dass sich das Freizeitverhalten vieler Kinder- und Jugendlicher durch die langen Kontaktbeschränkungen offensichtlich verändert hat. Die junge Generation verbringe aktuell deutlich mehr Zeit zuhause und im Umgang mit Medien. „Es wird sich noch zeigen, wie langfristig diese Veränderungen anhalten. Auf jeden Fall erscheint es sinnvoll, nicht einfach frühere Angebote der Kinder- und Jugendarbeit wie selbstverständlich wiederaufzunehmen“, ist Pieck überzeugt, denn: „Möglicherweise haben sich in den zurückliegenden Monaten andere Bedarfe oder Interessen ergeben.“ Um das zu ermitteln, sollen nun gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und den Trägern der Kinder- und Jugendarbeit die bisherigen Angebotsformen überprüft und gegebenenfalls neu entwickelt werden.

Personelle Verstärkung im Kulturbahnhof

Um das auch personell leisten zu können – Rüdiger Pieck ist (wie berichtet) seit dieser Woche auch offizieller Seniorenbeauftragter der Stadt – hat die Verwaltung zunächst befristet für sechs Monate Maike Schlamann eingestellt. Ihr sind die Aufgaben im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit allerdings bereits bestens bekannt, hatte sie doch zuvor schon für ein Jahr die Elternzeitvertretung für Meike Haverkamp im Kulturbahnhof übernommen und sich dabei entsprechend eingearbeitet. Wie Rüdiger Pieck betont, werde er zudem selbst auch weiterhin die Federführung für die Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Drensteinfurt übernehmen.

Die Beteiligung von Kinder, Jugendlichen und Trägern am Wiederaufbau der Kinder- und Jugendarbeit soll nun recht zeitnah umgesetzt werden. Vom 21. bis zum 24. September ist dazu eine umfangreiche Befragung von Kindern und Jugendlichen in allen drei Ortsteilen geplant. In der darauffolgenden Woche sollen dann in allen drei Ortsteilen „Trägerkonferenzen“ durchgeführt werden, zu denen sowohl Verantwortliche der Träger als auch Aktive aus deren Reihen eingeladen werden.

Geld für Fortbildungen und Projekte ist da

Muss an Konzept und Personalstruktur der weiteren Arbeit noch gefeilt werden, so freuen sich die Aktiven indes über die von Bundes- und Landesregierung im Rahmen des Aktionsprogramms „Aufholen nach Corona in der Kinder- und Jugendhilfe“ in Aussicht gestellten finanziellen Mittel für den Wiederaufbau der Jugendarbeit. „Für uns in Drensteinfurt, Rinkerode und Walstedde stehen in diesem Jahr gut 6000 Euro bereit. Für 2022 sind es rund 12 000 Euro. Damit können Angebote finanziert werden, die dem Wiederaufbau von Strukturen und Kontakten nach den langen Lockdowns dienen“, berichtet der Jugendpfleger.

Konkret könnten dies neue Angebotsformen sein, die zunächst probehalber ins Leben gerufen werden. Aber auch für Wochenendfreizeiten für Kinder- und Jugendliche oder Schulungen der (künftigen) Jugendleiter könne das Geld genutzt werden. Einziger Haken: „Die Mittel müssen im jeweiligen Kalenderjahr ausgegeben und können nicht übertragen werden“, schildert Pieck. Mittlerweile seien die freien Träger eingeladen worden, sich diesbezüglich mit Ideen zu beteiligen. Ein Teil des Geldes soll zunächst für das vom Jugendwerks DRiWa angebotene Herbstferienprogramm verwendet werden.

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