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Neuntklässler bereiten sich auf den Berufsstart vor

Pflege und Betreuung sind gefragt

Drensteinfurt

Das erste Schulhalbjahr 2022/23 ist bereits Geschichte. Für die Neuntklässler der Drensteinfurter Teamschule wird es daher langsam aber sicher ernst. In wenigen Monaten werden sich viele von ihnen auf den Job-Start vorbereiten müssen. Das aktuelle Bewerbungscamp soll ihnen dabei mit Unterstützung von Profis aus der Wirtschaft helfen.

Der erste Eindruck zählt: Mit echten Personal-Profis wurde am Dienstag in der Teamschule das Vorstellungsgespräch unter realen Bedingungen trainiert.  Foto: Dietmar Jeschke

Die E-Mail mag den klassischen Brief sicherlich weiter verdrängen. Der einst standardisierte Lebenslauf wird vielleicht schon bald vollständig durch eine Multimediapräsentation ersetzt sein. Und beim möglichst fehlerfreien Bewerbungsschreiben hilft nicht erst seit gestern die computerunterstützte Rechtschreibprüfung. Trotzdem gibt es sie halt doch noch – die berühmten „Konstanten im Leben“. Und zu denen zählen halt auch in modernen Zeiten immer noch ein sympathisches Auftreten, angemessene Kleidung und natürlich Pünktlichkeit – insbesondere, wenn es um die berufliche Zukunft geht. Faktoren, die in dieser Woche den Stundenplan der Neuntklässler der Teamschule bestimmen. Denn im Zuge des „Bewerbungscamps“ lernen sie nicht nur die entsprechenden theoretischen Details kennen. Es geht vielmehr auch um ganz praktische Erfahrungen.

Trotz der Corona-Pause war es gelungen, auch in diesem Jahr nicht weniger als 26 Personalexperten aus der Wirtschaft für das Projekt zu gewinnen. Foto: Dietmar Jeschke

Für letztere sorgten vor allem am Dienstag nicht weniger als 26 „Personaler“ mit reichlich Erfahrung aus der Wirtschaft. „Die Rückmeldungen waren wirklich super“, erklärte Schulleiterin Anja Sachsenhausen. Und das sei angesichts der zurückliegenden Corona-Jahre nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Die Mischung war auch dieses Mal durchaus bunt. Das Spektrum der Unternehmen, die Experten für das Berufsvorbereitungsprojekt zur Verfügung gestellt hatten, reichte vom örtlichen Mosaikgroßhandel Welscheit über den Gartenbaubetrieb Goroncy, den Ameker Hof May, die Landmann Finanzberatung und die Vereinigte Volksbank bis hin zum Melde- und Sicherheitstechnikunternehmen Martin Sieg. Aus der Nachbarschaft waren die Veka AG und die Firma WF Maschinenbau sowie das St.-Elisabeth-Stift aus Sendenhorst mit dabei. Ebenso wie das Ausbildungszentrum der Bauindustrie und die Firma Heckmann Bau aus Hamm sowie die Franz Kaldewei GmbH aus Ahlen. Dazu hatten auch wieder einige (ehemals) Selbstständige und Personalverantwortliche wie Dr. Elmar Stracke, Dr. Siegfried Riediger oder etwa Zweiradmechanikermeister Werner Post ihre Unterstützung zugesagt.

Eine Woche lang dreht sich für den dreizügigen Jahrgang alles um den Berufsstart. Am Donnerstag wird die "DASA"-Ausstellung in Dortmund besucht.  Foto: Dietmar Jeschke

Ihnen allen zollte Anja Sachsenhausen bei der Begrüßung im Schulforum ihren besonderen Dank. Und dann ging es auch schon los: „Seid stolz auf eure Stärken. Seid pünktlich, und stellt euch so dar, wie ihr seid“, gab die Teamschulleiterin ihren Schützlingen mit auf den Weg in die persönlichen Vorstellungsrunden unter „Echtzeitbedingungen“. Klar, dass mancher diesbezüglich schon ein wenig „Grummeln im Bauch“ hatte. Aber genau das, sagte Sachsenhausen, sei ja durchaus gewollt. Denn schließlich ist es für etliche der jetzigen Neuntklässler nicht mehr allzu lange hin, bis das erste echte Bewerbungsgespräch im Kalender steht.

Was die Berufswünsche der angehenden Teamschulabsolventen betrifft, so verbuchte das Team um Anja Sachsenhausen und Lehrerin Uda Persch-Büttner als zuständiger Ausbildungskoordinatorin in diesem Jahr übrigens durchaus einige Überraschungen. Denn der vor allem bei den Jungs viele Jahre an „Top eins“ gesetzt Job des Kfz-Mechatronikers landete in diesem Jahr weit abgeschlagen. Und entgegen dem immer wieder beklagten Nachwuchsmangel aus dem Handwerk gab es diesbezüglich innerhalb des dreizügigen Jahrgangs durchaus eine rege Nachfrage – so etwa im Bereich der Elektronik oder der Landmaschinentechnik.

Pflegeberufe  durchaus gefragt

Perspektivisch dürften sich dazu Einrichtungen aus dem Bereich der Alten- und Kindertagespflege freuen, die bekanntlich seit Längerem über Personalsorgen klagen. Das Interesse, in diesen sozialen Bereichen eine berufliche Heimat zu finden, sei innerhalb des aktuellen neunten Jahrgangs durchaus groß. Umso bedauerlicher, schildert Anja Sachsenhausen, sei die Tatsache, dass man für das diesjährige Bewerbungscamp nur wenige „Personaler“ aus eben diesen Sparten habe gewinnen können. „Das mag aber sicher damit zusammenhängen, dass es halt vielfach schulische Ausbildungen sind“, vermutet die Leiterin.

Was die gesamte Projektwoche betrifft, so sind die persönlichen Vorstellungsrunden zwar sicherlich der wichtigste, allerdings längst nicht der einzige Baustein. Bereits im Vorfeld wurden Bewerbungen gefertigt und Vorstellungsgespräche trainiert. Für Freitag ist zudem eine große Feedbackrunde geplant, in der sowohl die Rückmeldungen der Schüler als auch die der Personalexperten analysiert und ausgewertet werden sollen. Besondere Einblicke in die Arbeitswelt und vor allem in deren Geschichte und Entwicklung erhalten die Schüler am morgigen Donnerstag. Dann nämlich wird die „Deutsche Arbeitswelt-Ausstellung“ – kurz „DASA“ – in Dortmund besucht.

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