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Stadt beschafft Bäume für die heimischen Spielplätze

Schatten für die ganze Familie

Drensteinfurt

Das Thema „Spielplatzbeschattung“ hat erst jüngst die Mitglieder des Sozialausschusses beschäftigt. Nun hat die Stadt die ersten neuen Bäume angeschafft.

Dietmar Jeschke

In der Baumschule von Reinhard Bertels (l.) hielten die Mitarbeiter von Stadt und Bauhof Ausschau nach den richtigen Bäumen für die Spielplätze. Foto: Stadt

Die Stadt hat in den vergangenen Jahrzehnten viel und regelmäßig in ihre Spielplätze investiert. Und das nicht nur aus Gründen der Substanzerhaltung, sondern auch aus spielpädagogischen Aspekten. Denn ein Sandkasten, eine Schaukel und eine Rutsche allein gelten schon lange nicht mehr als bewegungsmotivierend und interessant. Der Trend geht vielmehr hin zum Motto-Spielplatz – zu sehen etwa am Rande des Baugebiets „Berthas Halde“, wo sich Kinder und Familien vor einigen Jahren einen Feuerwehrspielplatz gewünscht hatten – Feuerwache und „Löschfahrzeug“ inklusive.

Soweit, so gut. Was jedoch vielerorts fehlt, wurde zuletzt nicht nur in Elterngesprächen auf der Spielplatzbank, sondern auch in der Politik des Öfteren thematisiert: ausreichend Schatten. Ein Problem, das gerade auf neuen Spielflächen, die im Zuge der Baugebietsentwicklung quasi „auf der Grünen Wiese“ entstanden sind, besteht und das nun sukzessive behoben werden soll. Und das nicht etwa mit Sonnensegeln, sondern auf ganz natürliche Art und Weise, nämlich durch neue Bäume.

Ende der Woche war das Team des Bauhofes dazu in der Rinkeroder Baumschule Bertels zu Besuch. Dabei ging es um die zentrale Frage, welche Bäume denn für Spielplätze am besten geeignet sind. Das Anforderungsprofil ist hoch: die Pflanzen müssen robust, schnittverträglich und natürlich klimaresistent sein. Außerdem sollten sie heimisch sein, damit sie Insekten und Vögeln Nahrung bieten, und natürlich schon möglichst groß, damit das mit dem Schatten nicht noch Jahre dauert.

„Obstbäume halten wir auf Spielplätzen für eher ungeeignet, weil die Früchte im Spätsommer viele Wespen anziehen. Kastanien geben zwar viel und früh Schatten und liefern direkt die insbesondere bei Kindern beliebten Früchte mit, aber gleichzeitig auch die piksigen Hüllen. Muss man alles bedenken“, erklärt Stadtjugendpfleger Rüdiger Pieck. „Wir haben uns bei verschiedenen Stellen kundig gemacht. Auch den Nabu haben wir in unsere Überlegungen einbezogen.“ Am Freitag dann stand der Ortstermin in der Baumschule auf dem Programm. „Das waren schon ziemliche Oschis, die Reinhard Bertels uns da präsentiert hat. Genau das, was wir brauchen“, so Pieck. „Entschieden haben wir uns jedenfalls für Feldahorn und Hainbuche. Beide bilden keine allzu breiten Kronen und lassen sich gut schneiden – perfekt für alle Spielplätze, wo wir nicht ganz so viel Platz haben.“

Vereinzelt sollen aber auch Platanen gepflanzt werden. Sie werden ziemlich groß und bilden dazu eine breite Krone aus. „Da können ganze Familien drunter spielen, ohne sich einen Sonnenbrand zuzuziehen“, erklärt der Jugendpfleger. „Die ersten drei Spielplätze wollen wir noch in diesem Monat bestücken. Danach ist erstmal Pflanzpause. Im Herbst machen wir dann weiter.“

Wer das Projekt unterstützen möchte, für den hat Pieck übrigens die passende Aufgabe parat: „Es wäre klasse, wenn den neu gepflanzten Bäumen gelegentlich mal ein Eimer Wasser gebracht würde. Und das gilt nicht nur für unsere Spielplatzbäume.“

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