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Ausschussdebatte über Finanzierung

Seniorenbüro: Ein Team als erste Anlaufstelle

Drensteinfurt

Der Seniorenarbeit in Drensteinfurt soll mehr Augenmerk gewidmet werden. Von einem Seniorenbeauftragten oder einem -beirat war zunächst die Rede. Nun, nach vielen Gesprächen auch mit Aktiven, soll es ein kommunales Seniorenbüro geben, das erste Anlaufstelle bei Fragen und Anregungen sein soll, Netzwerke knüpft und Kontakt zu Fachleuten herstellt.

Von Nicole Evering

Das Seniorenbüro soll räumlich und personell im Kulturbahnhof angesiedelt werden und noch dieses Jahr starten. Foto: Nicole Evering

Die Aufgaben sollen also auf mehrere Schultern verteilt und räumlich sowie personell im Kulturbahnhof verortet werden. Dazu sei sowohl einiges an Fortbildung als auch an zusätzlichem Personal nötig, erläuterte Rüdiger Pieck. Er hatte vor 25 Jahren schon die Kinder- und Jugendarbeit in der Stadt aufgebaut und kann sich Ähnliches auch für den Seniorenbereich vorstellen.

Pieck mit der Federführung zu betrauen, hielt Josef Waldmann (CDU) für eine gute Idee. „Der wird ja auch älter, der kann sich da schon reindenken“, meinte er augenzwinkernd. Über konkrete Verantwortlichkeiten solle aber erst im Sommer entschieden werden, wollte sich Bürgermeister Carsten Grawunder die Entscheidungshoheit gerne vorbehalten.

Der Sommer soll nämlich auch Klarheit bringen, wie das Projekt überhaupt finanziert wird. Die Idee ist, die Pläne im Zuge des „Smart City“-Konzeptes umzusetzen, das ohnehin ein sogenanntes Familienbüro vorsieht. Bei einem positiven Bescheid, der bis September erwartet wird, könnte die Stadt von Fördermitteln profitieren und den von der Verwaltung mit 20 Stunden im Monat bezifferten Arbeitsumfang finanzieren. Doch wie das Seniorenbüro stemmen, falls Drensteinfurt bei „Smart City“ nicht berücksichtigt wird? Darüber wurde hitzig diskutiert.

20 Stunden im Stellenplan

In den Beschlussvorschlag hatte der Bürgermeister die Idee eingearbeitet, im Stellenplan 2022 zusätzlich 20 Stunden für die kommunale Seniorenarbeit einzupreisen. Das ging Teilen der CDU allerdings zu weit, die den immensen Personalzuwachs in der Verwaltung bereits während der jüngsten Haushaltsberatungen deutlich kritisiert hatte. Ihr Gegenvorschlag: Zum Start, der noch in diesem Jahr erfolgen soll, müsse die Arbeit aus dem bestehenden Personalpool geleistet werden. „Das lässt sich doch sicher erst einmal hausintern regeln. Und wenn Sie uns beweisen, dass Sie wirklich mehr Personal brauchen, stellt sich die CDU bestimmt nicht quer. Aber irgendwo wird schon Freiraum sein“, wandte sich Waldmann an Grawunder.

Die Mitarbeiter seien bereits jetzt am Anschlag, entgegnete Silke Heitbaum (SPD). „Wo wollen Sie das freischaufeln?“. So „brennend eilig“ sei die Frage nun allerdings auch nicht. „Warum warten wir nicht die ‚Smart City‘-Bewerbung ab und entscheiden dann?“. Ins gleiche Horn stieß Ann-Christin Budde (CDU): „Ich frage mich, ob wir heute nicht zu früh über diesen Punkt diskutieren.“

Josef Waldmann (CDU) in Richtung Bürgermeister

Der Bürgermeister verteidigte sein Vorgehen. Der Beschluss, die Seniorenarbeit stärker in die Verwaltung zu integrieren, sei schließlich unabhängig von einem positiven Förderbescheid getroffen worden. „Und was wir machen, das wollen wir auch vernünftig machen. Das bedeutet auch, zusätzliche Aufgaben mit Personal zu unterlegen und nicht immer noch oben drauf zu packen – sonst wird das nix.“

Am Ende einigte man sich darauf, den Punkt über zusätzliche Stunden im Stellenplan aus dem Beschlussvorschlag zu streichen. Das Projekt „Seniorenbüro“ wurde einstimmig gutgeheißen.

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