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Ingenieur Sebastian Schröder verstärkt die Stadtverwaltung

Techniker für den Klimaschutz

Drensteinfurt

Es ist noch eine junge, aber rege nachgefragte Berufsgruppe. Entsprechend froh sind die Verantwortlichen der Stadt Drensteinfurt, mit Sebastian Schröder nun einen neuen Klimamanager gefunden zu haben.

Von Dietmar Jeschke

Die Stadt will die Stromerzeugung durch PV-Anlagen deutlich erhöhen. Verantwortlich für die Umsetzung wird der neue städtische Klimamanager Sebastian Schröder (M.) sein, den Bürgermeister Carsten Grawunder (r.) und Bauamtsleiter Christoph Britten nun vorstellten. Foto: Dietmar Jeschke

Der erste Arbeitsmonat liegt bereits hinter ihm. Und langweilig wurde es Sebastian Schröder dabei nicht. Das unlängst der Politik angekündigte Radverkehrskonzept will in konkrete Bahnen gelenkt werden. Dazu wurde das angepeilte kommunale Klimaschutzkonzept bereits strukturell konzipiert. Und ganz „nebenbei“ war es auch die Aufgabe des neuen städtischen Klimamanagers, die neue Fahrradabstellanlage in Rinkerode zu inspizieren und bautechnisch final abzunehmen.

Dass der 38-Jährige, der im August seinen Dienst in der Verwaltung aufgenommen hat, auch dafür genau „der Richtige“ ist, freut Christoph Britten übrigens ganz besonders. „Das Bewerberfeld war schon breit gestreut und reichte über Biologen und Geografen bis hin zum Garten- und Landschaftsbauer“, schildert der Bauamtsleiter. „Ich persönlich bin froh, dass es nun eher in die technische Richtung geht.“

Dass dies so ist, ist Sebastian Schröders Qualifikation geschuldet. Denn nach der Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechaniker folgte zunächst eine zwölfjährige Laufbahn als Fahrerlehrer bei der Bundeswehr. Danach absolvierte er ein Bachelor-Studium im seinerzeit noch recht neuen Studiengang „Energietechnik und Ressourcenoptimierung“ an der Hochschule Hamm-Lippstadt, das er mit einer Abschlussarbeit zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit von Elektromobilitätsflotten erfolgreich beendete. Im Anschluss gründete Sebastian Schröder sein eigenes Büro als Kfz-Sachverständiger.

Dass er hauptberuflich nun doch noch einmal umgesattelt hat, hat für ihn vor allem praktische Gründe. „Ich habe es irgendwann nicht mehr für sinnvoll gehalten, das ganze Jahr über quer durch die Republik zu reisen, um Gutachten zu erstellen“, berichtet der 38-Jährige, der mit Frau und zwei Kindern im Alter von fünf und sieben Jahren seit 2014 in Drensteinfurt lebt. Ganz an den berühmten Nagel hängen möchte Schröder seinen Gutachter-Job allerdings nicht. Wer künftig etwa einen Schaden oder aber den Wert seines Oldtimers bestimmen lassen möchte, der kann das auch weiterhin bei ihm in seiner Freizeit tun.

„Ich bin froh, dass es uns nun gelungen ist, die Stelle erfolgreich nachzubesetzen“, erklärte Bürgermeister Carsten Grawunder im Rückblick auf den doch recht überraschenden Weggang von Schröders Vorgänger Dr. Johannes Hofmeister, der bekanntlich nur kurz im Dienst der Verwaltung stand. Aber auch andere Städte, betonte Grawunder, erlebten in diesem noch recht „neuem Berufsfeld“ angesichts hoher Nachfrage durchaus eine rege Fluktuation, wie etwa die aktuell vakanten Stellen in Sendenhorst und Lüdinghausen zeigten.

Dass man mit Sebastian Schröder nun einen Fachmann gefunden hat, der nicht nur das Umfeld in Drensteinfurt bereits bestens kenne, sondern auch eine hohe technische Qualifikation mitbringe, sei schon ein Glücksfall für die Stadt. Denn vieles von dem, was künftig auf dem Aufgabenzettel des Klimanagers steht, habe eben mit ganz konkreten technischen Fragestellungen zu tun. So auch eines seiner ersten „Pilotprojekte“: die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Kulturbahnhofs, die Schröder nun planen und umsetzen soll.

Neben der PV-Technik wird er außerdem künftig mit Bürgeranfragen zum Klimaschutz beschäftigt sein. Dazu gehören die Einhaltung der kommunalen Baumschutzsatzung, die Regenrückhaltung und die die Akquirierung von Fördermitteln für Klimaschutzprojekte zu seinem Aufgabenportfolio. Und – last but not least – steht ja auch noch die eingangs erwähnte Erstellung des ersten städtischen Klimaschutzkonzepts auf dem Programm.

Was letzteres betrifft, schildert Christoph Britten, so habe man bereits einen groben „Fahrplan“ entwickelt, der nun in Zusammenarbeit mit der gemeinnützen Organisation „Orca“ verfeinert werden soll. Läuft alles glatt, dann will man der Politik schon zum Jahreswechsel eine erste Entwurfsplanung präsentieren. „Bis dahin werden wir das eine oder andere Gebäude noch näher betrachten“, sagt der Klimamanager. „Ein großes Thema dürfte dabei vor allem der Einsatz von Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen sein – etwa in der Teamschule oder im Erlbad“, wirft er bereits einen recht konkreten Blick in die Zukunft.

In seiner doch eher knapp bemessenen Freizeit hat Sebastian Schröder übrigens ein Hobby, das mehr als gut zu seinem neuen beruflichen Aufgabengebiet passt: Er ist leidschaftlicher Radfahrer. Und das durchaus auch gerne einmal „offroad“ auf dem Mountainbike – vorzugsweise bei Familienbesuchen im Siegerland, wo er nämlich aufgewachsen ist.

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