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Neue Leiterin der Caritas-Sozialstation Sendenhorst

Viel Idealismus und erste Zukunftssorgen

Sendenhorst/Drensteinfurt

Daniela Handt ist neue Leiterin der Caritas-Sozialstation St. Elisabeth in Sendenhorst. Damit rückt die 39-Jährige an die Spitze eines dreiköpfigen Führungsteams, das sich gemeinsam mit rund 45 Kolleginnen und Kollegen um die Betreuung von rund 230 Patientinnen und Patienten kümmert.

Daniela Handt (Mitte) ist neue Pflegedienstleitung und Nachfolgerin von Birgit Wonnemann, die nach 25 Jahren engagierter Arbeit bei der Caritas und elf Jahren Pflegedienstleitung in Sendenhorst in die Ludgeri-Höfe nach Ahlen wechselte. Eine von zwei Stellvertreterinnen bleibt Martina Menzel (l.), neue zweite Stellvertreterin ist Miriam Oetterer. Foto: Caritas

Seit mehr als zehn Jahren ist sie dabei und das „mit Leib und Seele“: Daniela Handt ist neue Leiterin der Caritas-Sozialstation St. Elisabeth in Sendenhorst. Damit rückt die 39-Jährige an die Spitze eines dreiköpfigen Führungsteams, das sich gemeinsam mit rund 45 Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich Pflege um die Betreuung von rund 230 Patientinnen und Patienten kümmert. Dies nicht nur in Sendenhorst selbst, sondern darüber hinaus auch in Drensteinfurt, Rinkerode, Walstedde und Everswinkel.

Ihren Job – der für sie mehr ist als ein Job – versieht sie mit viel Idealismus, doch auch mit ersten Zukunftssorgen: weil Nachwuchs fehlt.

Nach elf Jahren Arbeit in der Pflege übernehmen Sie die Leitung einer Sozialstation, die seit Jahren gewachsen und heute mehr als gut ausgelastet ist. Eher untypisch in einer Zeit, da nicht wenige Kolleginnen und Kollegen eher an Rückzug denken, oder?

Daniela Handt: Ein paar klare Worte vorneweg: Wer es sich im Beruf möglichst bequem machen will, hat in der Pflege nichts zu suchen. Wer aber als Mensch für andere Menschen da sein will, und das auch zu ungewöhnlichen Einsatzzeiten, wird hier echte Erfüllung finden. Pflege ist für mich ein Herzensauftrag. Das galt für mich schon vor elf Jahren, als ich hier in Sendenhorst eingestiegen bin. Und das gilt in meiner neuen Aufgabe erst recht. Pflege bedeutet Arbeit mit und am Menschen, bringt automatisch eine ganz besondere Form der Nähe mit sich. Das muss man vorher wissen, das muss man auch – salopp gesagt – abkönnen. Aber der Patient, den du betreust, spürt ganz schnell, mit wem er es zu tun hat. Und es ist einfach toll, wenn Menschen dir vertrauen. Und wo spürt man das direkter als hier?

Ihre Sozialstation ist seit Jahren stetig gewachsen, mit Blick auf den Einzugsbereich wie im pflegerischen Angebot.

Daniela Handt: Stimmt, und darauf sind wir auch ein wenig stolz. Wir sind als Caritas ein moderner Dienstleister, sind für Menschen da – vom ersten Moment, da sie uns brauchen. Taucht in einer Familie die Frage auf, ob und wie viel Pflege ein Angehöriger braucht, geben wir Antworten, der Situation angemessen. Das gilt für alle Pflegegrade, immer in Abstimmung mit behandelnden Ärzten und den Angehörigen. Und wenn es gewünscht ist, begleiten wir eine Patientin oder Patienten auch in den letzten Tagen eines Lebens, mit der Palliativ-Pflege, die wir seit mehr als zehn Jahren als anerkannter Dienst anbieten können. Dieses Angebot insgesamt bringen wir den Menschen auch nahe – mit einer Erstberatung schon am Telefon oder mit Angeboten wie jenem in Drensteinfurt, wo wir an jedem ersten Mittwoch im Monat Einzelberatungen zu einem Schwerpunktthema anbieten.

Reicht Idealismus als Kapital für die Zukunft denn noch aus?

Daniela Handt: Nein, und das ist mir ebenso wie meinen Kolleginnen und Kollegen sehr bewusst. Wir sind in den mehr als 25 Jahren unseres Bestehens zu einem wichtigen Glied im Pflege- und Betreuungsnetzwerk Sendenhorst geworden, einer Kette von Institutionen im Bereich Pflege und Versorgung. Dies in guter Kooperation mit der St. Elisabeth gGmbH, eine ebenso seltene wie fruchtbare Form der Zusammenarbeit. Gut 230 Patientinnen und Patienten, über eine ganze Reihe kleiner Ortschaften verteilt, bedeuten auch eine logistische Herausforderung. Und dafür brauchen wir auch eine entsprechende Personaldecke. Wird die – aus unterschiedlichen Gründen – dünner, müssen wir uns als noch so engagierter Sozialverband irgendwann auch mal unbequeme Fragen stellen: Können wir das, was wir als Netzwerk der Hilfe aufgebaut haben, in dieser Form und an jedem Ort auf Dauer aufrecht erhalten? Ich persönlich würde mich freuen, wenn ich auch in einem oder mehr Jahren im neuen Job noch sagen könnte: Ja – und das ohne Einschränkungen.

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