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Keine großen Veranstaltungen

Wahlkampf auf Abstand

Drensteinfurt

Die Corona-Pandemie bestimmt weiter den Alltag – und auch den Kommunalwahlkampf. An große, öffentliche Veranstaltungen ist für Parteien und Kandidaten derzeit nicht zu denken. Im Gespräch äußert sich nun Bürgermeister Carsten Grawunder zur Lage.

Dietmar Jeschke

Bürgermeister Carsten Grawunder tritt am 13. September zur Wiederwahl an. Auf größere Veranstaltungen während der „heißen Phase“ des Wahlkampfes wird er coronabedingt jedoch verzichten. Foto: Jeschke

Weltweit bislang rund 22,5 Millionen Infizierte und knapp 800 000 Todesopfer – davon trauriger Weise auch zwei aus Drensteinfurt, wo sich bislang 44 Menschen mit dem tückischen Virus infiziert haben, von denen zwei noch immer nicht genesen sind: Das „Corona-Jahr 2020“ wird zweifelsohne als eines der schwärzesten in die jüngere Menschheitsgeschichte eingehen. Die Auswirkungen sind deutlich spürbar – und sie werden das tägliche Leben wohl auch noch eine ganze Weile weiter bestimmen. Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln machen persönliche Begegnungen schwierig und manchmal sogar unmöglich. Das merkt auch die Politik: An einen „klassischen Kommunalwahlkampf“ ist aktuell kaum zu denken.

„Wahlkampf in Corona-Zeiten findet natürlich, wie alles andere auch, völlig anders statt, als wir uns das vorstellen und bis zur Corona-Pandemie auch noch geplant hatten. Abstand halten und vermeidbare Zusammenkünfte vermeiden: Das sind nach wie vor die Gebote der Stunde. Und da halte ich es nicht für vertretbar, zu großen Veranstaltungen einzuladen, obwohl ich die Lust dazu schon hätte“, weiß auch Bürgermeister Carsten Grawunder, der seinen Posten am 13. September verteidigen möchte. „Aber wir befinden uns noch immer in einer pandemischen Lage mit weltweiter Ausdehnung, deren Ende wir noch nicht absehen können. Und die Zahl an Neuinfizierungen steigt leider nach den Ferien wieder an.“

Aus diesen Gründen, schildert Grawunder weiter, werde er keine Radtouren, Unternehmensbesuche oder sonstige größere Veranstaltungen im Wahlkampf organisieren. „Auch nicht im privaten Garten“, betont der Amtsinhaber. „Nur, weil der Staat die privaten Lebensbereiche nicht gleichermaßen reglementieren kann wie den öffentlichen Raum, ist das Coronavirus nicht weniger gefährlich. Wir sind weiterhin gehalten, auf nicht zwingend notwendige Zusammenkünfte zu verzichten und dürfen uns zurzeit mit maximal zehn Personen, die nicht aus einem Haushalt kommen, treffen. Die Parteien können problemlos mehrere Zehner-Gruppen bilden. Aber was sage ich denn der elften und jeder weiteren Person, wenn ich öffentlich einlade?“

Eine „klassische Dilemma-Situation“ also, erklärt Carsten Grawunder, der im gleichen Atemzug darauf verweist, dass Kommunikation in Corona-Zeiten aber auch auf anderen Wegen gut funktioniert – ob per E-Mail, Telefon, über soziale Netzwerke oder ganz einfach auf der Straße. „Um dies zu forcieren, werde ich in den nächsten Wochen verstärkt am Rande des Wochenmarktes anzutreffen sein. Ebenso bin ich zu Gast bei der SPD an den Samstagvormittagen auf dem Marktplatz. Und auch die klassische Wochenend-Einkaufssituation vor unseren heimischen Supermärkten werde ich in den nächsten Wochen verstärkt nutzen“, will Grawunder den „Kontakt auf Abstand“ suchen. „Dabei werde ich meinen Standort natürlich immer mal wechseln müssen. Bei all diesen Gelegenheiten werden sich sicher spontan gute Gelegenheiten für Gespräche ergeben.“

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