1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Drensteinfurt
  6. >
  7. Walbraths Weg über die Werse

  8. >

Neuer Brunnen eingeweiht

Walbraths Weg über die Werse

Drensteinfurt

Mehr als 20 Jahre hat sie auf dem Marktplatz gestanden, nun wurde sie umplatziert: Die Walbert-Figur hat ihren neuen Standort auf dem Kirchplatz bezogen, in Richtung Werse ausgerichtet. Der Bereich mit Brunnen und Bänken soll ein Ort der Begegnung werden.

Von Nicole Evering

Zur Einweihung des neuen Brunnens hatte die Stadt auf den Kirchplatz eingeladen. Foto: Nicole Evering

„Hier hat sie genau den richtigen Platz gefunden“: Mit dieser Meinung stand Bürgermeister Carsten Grawunder am Mittwochabend nicht allein da. Denn als es darum ging, im Zuge der Marktplatz-Umgestaltung einen neuen Standort für die bronzene Walbert-Figur zu finden, waren sich Anwohner, Verwaltung, Politik und katholische Gemeinde schnell einig: Der Kirchplatz sollte es werden.

Mit Fördermitteln der Bezirksregierung Münster und des Landes NRW konnte die Maßnahme, die Bestandteil des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (Isek) war, in diesem Frühjahr umgesetzt werden. Nach Planungen der Büros Gnegel (Sendenhorst) und Neidhardt (Dortmund) hatte die Firma Benning (Münster) zwei Monate für die Umsetzung benötigt. Nun wurde der neue Walbert-Brunnen, der den Werselauf nachbildet, feierlich eingeweiht.

Kunstwerk ist Dauerleihgabe

Dazu hatten sich Vertreter der Verwaltung, des Kirchenvorstands, der Parteien, der beteiligten Firmen, der Bezirksregierung und der Sparkassenstiftung, die der Stadt das Kunstwerk als Dauerleihgabe zur Verfügung stellt, auf dem Kirchplatz eingefunden. Auch der Sohn des Künstlers Heinrich Gerhard Bücker, Matthias Bücker de Silva, war vor Ort.

Der Bürgermeister dankte allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit. Bei der Modellierung des Wasserlaufes sei es auf Zentimeter angekommen. Die Höhe des Wasserstandes ändere sich ständig, auch, um die Anlage für Kinder attraktiver zu machen. Das Wasser selbst werde ständig gefiltert, habe also „1A-Trinkwasserqualität“. Auch die Ausrichtung der Walbert-Figur hin zur Werse sei bewusst so gewählt worden, betonte Grawunder.

Bürgermeister Carsten Grawunder

Nicht nur das, wie Pastor Jörg Schlummer schmunzelnd anmerkte: „Die Richtung stimmt: hin zur Kirche, rein in die Kirche“, betonte der Pfarrer, dass der neue Brunnen nicht nur den Kirchplatz, sondern das ganze Zentrum aufwerte. „Es ist ein guter Ort der Begegnung“, verwies er auf die zurückliegenden warmen Tage, als schon viele spielende Kinder und plaudernde Eltern rund um den Brunnen zu sehen gewesen seien.

Bevor er die feierliche Segnung der Figur vornahm, lobten in kurzen Grußworten auch noch Karin Geißler, Dezernentin für Bauaufsicht, Städtebau und Denkmalpflege bei der Bezirksregierung Münster, sowie Simone Goertz, Vorstandsvorsitzende der Sparkassenstiftung für Ahlen, Drensteinfurt und Sendenhorst, das Projekt.

Den Blick in Richtung Werse ist die Walbert-Figur nun ausgerichtet. Foto: Foto: Nicole Evering

„Es muss nicht immer der große Aufwand, die Millionenhöhe sein, um einen neuen Anziehungspunkt zu schaffen“, so Geißler, die in Vertretung für Regierungspräsidentin Dorothee Feller gekommen war. Gerade in diesen Zeiten, in denen Innenstädte besonders gefährdet seien, sei es wichtig, Orte zu schaffen, an denen man sich gerne aufhalte und damit für Frequenz zu sorgen. „Das hier ist ein gelungener Erneuerungsprozess“, betonte Geißler auch die Besonderheit, dass die Maßnahme zu 100 Prozent gefördert worden sei, die Stadt also keinen Eigenanteil leisten musste.

Simone Goertz erinnerte sich noch daran, die Figur vor 25 Jahren mithilfe der Sparkassenstiftung finanziert zu haben, 1997 sei die feierliche Übergabe erfolgt. „Damit heute noch einmal in Berührung zu kommen, ist auch für mich etwas Besonderes, das passiert nicht alle Tage.“ Und der Platz habe nun wirklich Charme.

Überlieferung

Walbrath (Walbert) hat um 850 die Werse in Drensteinfurt überquert. Er wollte, so die überlieferte Geschichte, die Reliquien des heiligen Alexander von Rom in dessen Heimatstadt Wildeshausen überführen. Dabei sei er, so die Sage, ins Straucheln geraten und von einem Adler ans Ufer gebracht worden. Das religiöse Denkmal erinnert gleichzeitig an die erste urkundliche Erwähnung der Stadt Drensteinfurt. Der auf dem Kirchplatz vorhandene, alte und undichte Brunnen aus Betonfertigteilen wurde durch einen aus Granitpflastersteinen geformten Wasserlauf ersetzt, der in der räumlichen Orientierung und Fließrichtung dem Verlauf der Werse entspricht. Die Bronzestatue wurde auf Sandsteinblöcke gestellt, die Durchquerung der Werse so sinnbildlich nachgestellt.

Startseite