Baustoffmangel sorgt für deutliche Verzögerungen beim Walstedder Kita-Neubau

Warten auf die Zimmertüren

Walstedde

Die angespannte Lage auf dem Baustoffmarkt hat auch für die neue Walstedder Sport-Kita „Hoppeditz“ Konsequenzen. Mit der Fertigstellung des Neubaus pünktlich zum Start des neuen Kita-Jahres Anfang August wird es nämlich nichts. Anvisiert ist nun der 1. Oktober.

Von Dietmar Jeschke

Zurzeit laufen am Walstedder Kita-Neubau die Arbeiten am Dach und an den Fassaden. Zudem werden aktuell in den Gruppenräumen die Leitungen für die Fußbodenheizung installiert. Foto: Dietmar Jeschke

Die Grundmauern stehen bereits seit Monaten. Und auch die Fassade ist so gut wie fertig. Aktuell ist der Installationsbetrieb dabei, die Leitungen für die Fußbodenheizung zu verlegen. Dann ist alles bereit für den frischen Estrich. Kurz: Mit dem Neubau der künftig von Walstedder Fortuna und Elterninitiative St. Georg betriebenen Sport-Kita „Hoppeditz“ am Böcken geht es spürbar voran. Trotzdem wird es mit dem pünktlichen Einzug zum Start des neuen Kita-Jahres Anfang August definitiv nichts.

Grund dafür ist jedoch nicht der verspätete Baustart – nachdem die Genehmigung auf sich warten lassen hatte, konnte es erst Anfang Juli vergangenen Jahres losgehen. „Das Hauptproblem ist das fehlende Material“, schildert Architekt Wolfgang Döring, der das mit 2,3 Millionen Euro veranschlagte Projekt im Auftrag der Stadt geplant hat und für die Umsetzung verantwortlich ist. „Es gibt kein Holz. Es gibt keinen Stahl. Und es gibt so gut wie kein Aluminium“, so Döring weiter. Mit Auswirkungen für die noch anstehenden Arbeiten. Unter anderem fehlt noch die dicke Dämmung für die Dachschicht. Das Problem: Die Lieferzeit betrage derzeit zwischen 16 bis 18 Wochen. Ähnlich sieht es beim Holz aus. Für die noch notwendigen Innentüren etwa habe der Lieferant eine Wartezeit von etwa 20 Wochen vorausgesagt. Eine Zeitspanne, die in etwa der halben Baumaßnahme entspricht, macht Wolfgang Döring die Dimensionen klar. „Es ist eine Katastrophe“, schildert der Architekt die aktuelle Lage in der Baubranche. Zwar sei diese bislang recht gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Die Folgen durch die global gestiegene Nachfrage nach Baustoffen zeigten sich nun jedoch überaus drastisch. Und das nicht nur mit Blick auf die teils enormen Lieferfristen, sondern auch, was die Preise betrifft. Denn die, so Döring, hätten sich für manche Produkte innerhalb kürzester Zeit glatt vervierfacht.

Um den „Fahrplan“ zur Fertigstellung der Walstedder Kita – anvisiert war eigentlich bereits der Monat April – dennoch zumindest halbwegs einhalten zu können, haben er und sein Team in den vergangenen Monaten ihre Pläne ein ums andere Mal ändern müssen. „Wir mussten vieles anpassen und teilweise innerhalb kürzester Zeit nach Alternativen suchen“, schildert der Planer.

Um das neue Zieldatum – den 1. Oktober – halten zu können, hofft er nun darauf, dass sowohl die notwendigen Dämmstoffe als auch die Zimmertüren noch passend geliefert werden. Für den „Worst Case“ gibt es jedoch bereits einen Notfallplan. Kommen die Türen nicht, so sollen vorerst „Not-Türen“ eingebaut werden, so dass die Kita in jedem Fall im Oktober an den Start gehen kann. Für die gesamte Baubranche, prophezeit der Fachmann, werde die aktuelle Lage wohl noch spürbare Konsequenzen haben. Denn die anhaltende Materialnot führe nicht nur zu erheblichen Verzögerungen. Der drastische Preisanstieg habe vielmehr auch deutliche Auswirkungen auf die Auftragslage. Denn wer derzeit nicht unbedingt „muss“, der warte halt noch ein wenig mit der Erneuerung von Fenstern und Co., bis sich der Markt irgendwann wieder beruhigt hat. Das jedoch, erklärt Wolfgang Döring, dürfte wohl noch mindestens ein Jahr dauern.

Was übrigens die Betreuungssituation in Walstedde anbelangt, so bekommen alle Familien, die einen Betreuungsbedarf zum 1. August angemeldet haben, einen entsprechenden Platz, teilt der Kreis Warendorf auf Anfrage mit. Sechs Kinder aus vier Familien werden demnach ab dem 1. August bis zur Fertigstellung der neuen Kita übergangsweise im Mehrzweckraum der Kita St. Georg in Ameke betreut. „20 weitere Betreuungsverträge wurden für die neue Kita abgeschlossen. Die Betreuung dieser Kinder startet mit Fertigstellung der neuen Kita“, erklärt Kreissprecher Felix Höltmann. Insgesamt lägen für den Ortsteil Walstedde insgesamt 45 Anmeldungen plus zwei Nachmeldungen vor.

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