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IGW trifft Entscheidung „schweren Herzens“

Weihnachtsmarkt findet doch nicht statt

Drensteinfurt

Die Verantwortung ist ihr einfach zu groß: Schweren Herzens hat die IG Werbung am Mittwochabend entschieden, den Weihnachtsmarkt abzusagen. Die derzeitige Corona-Lage zwinge sie schlicht dazu. Man wolle niemanden, weder Beteiligte noch Besucher, gefährden.

Von Nicole Evering und Dietmar Jeschke

Auf festlich geschmückte Buden in Drensteinfurts „guter Stube“ müssen die Bürgerinnen und Bürger auch 2021 verzichten. Nach langem Abwägen hat die IG Werbung jetzt entschieden, den Weihnachtsmarkt abzusagen. Foto: Simon Beckmann

Der Weihnachtsmarkt findet nicht statt. Diese Entscheidung hat der Vorstand der IG Werbung am Mittwochabend in einer kurzfristig anberaumten Videokonferenz getroffen. „Die aktuelle Situation zwingt uns leider dazu“, teilt Vorsitzende Martina Lammersmann mit.

Schon Anfang Oktober hatten die Rinkeroder Organisatoren entschieden, auch in diesem Jahr auf ihre Veranstaltung zu verzichten. Die Drensteinfurter Werbegemeinschaft hingegen hatte die Planungen aufgenommen. Größere Abstände zwischen den Ständen, eine 3G-Empfehlung, der Verzicht aufs Bühnenprogramm: Der Vorstand hatte sich gemeinsam mit dem städtischen Ordnungsamt ein Konzept für ein möglichst sicheres Event überlegt. Nun zieht der Verein aber doch die Reißleine – gut zwei Wochen vor dem Termin am zweiten Adventswochenende.

Täglich neue erschreckende Höchstwerte

„Wir möchten nicht verantworten, dass Standbetreiber, Teilnehmer der Eisstockmeisterschaften, Besucher oder Organisatoren gefährdet werden“, heißt es in dem Informationsschreiben, das die IGW gleich nach dem Entschluss an Standbetreiber und andere angemeldete Teilnehmer herausgegeben hat. In der Videokonferenz habe man alle Aspekte, die für und gegen die Durchführung sprechen, sowie die Bedingungen und Auflagen für den Markt eingehend diskutiert. „Am Ende sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass wir den Markt nun doch leider absagen müssen“, schreibt die erste Vorsitzende. „Die Infektionszahlen erreichen täglich neue erschreckende Höchstwerte. Das wird sich in der nächsten Zeit auch nicht ändern.“

IGW-Vorsitzende Martina Lammersmann

Tatsächlich gibt es in der Wersestadt aktuell so viele Coronainfizierte wie noch nie während der Pandemie. Auch andere Vereine haben reagiert und bevorstehende Versammlungen oder Adventsfeiern gestrichen.

Zum Start der Planungen sei man noch guten Mutes gewesen, den Weihnachtsmarkt in diesem Jahr wieder durchführen zu können, so Lammersmann. „Wir sind mit sehr hoher Motivation in die Planungen gestartet.“ Umso größer ist nun die Enttäuschung, dass das beliebte Event zum zweiten Mal in Folge nicht stattfindet.

Am Dienstag hatte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst bereits verkündet, dass die Regierung eine 2G-Regelung für Freizeitveranstaltungen auf den Weg bringen wolle. Die von der IGW vorgesehene 3G-Empfehlung, das war da schon klar, wäre also keinesfalls ausreichend gewesen. Am heutigen Freitag sollte gemeinsam mit der Stadtverwaltung entschieden werden, wie man das Konzept hätte anpassen können. Das ist nun nicht mehr nötig, die IGW hat Nägel mit Köpfen gemacht.

Weihnachtssamstag mit verlängerten Öffnungszeiten

Bereits bezahlte Standgebühren, Hüttenmieten oder Startgebühren für die Eisstockmeisterschaften wolle man innerhalb der nächsten zwei Wochen zurück überweisen, heißt es weiter.

Nicht nur bei Organisatoren, Standbetreibern und Vereinen ist die Enttäuschung groß. Auch die örtlichen Kaufleute hatten sich auf ein umsatzstarkes Wochenende samt verkaufsoffenem Sonntag gefreut. Denn einen solchen darf es ohne begleitendes Event nicht geben. Allerdings sind die Händler derzeit in der Abstimmung, am 4. Dezember trotzdem einen Weihnachtssamstag mit verlängerten Öffnungszeiten anzubieten.

Betroffen von der Absage zeigt sich auch Carsten Grawunder. „Natürlich ist es traurig. Auch ich hätte gerne einmal wieder einen Weihnachtsmarkt besucht. Aber die Vernunft sagt: Es geht nicht. Der Schutz der Gesundheit überwiegt“, erklärt der Bürgermeister. Im Dialog mit der IGW habe man zwar zunächst selbst über ein 2G-Plus-Konzept nachgedacht, dies aber letztendlich verworfen. Und das nicht allein wegen des hohen Test- und Kontrollaufwandes. Sondern auch, weil man nach der bereits erfolgten Absage anderer Märkte in der Umgebung einen Besucheransturm befürchtet habe, dem man am Ende nicht gewachsen gewesen wäre.

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