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Schulseelsorger Jens Hagemann schreibt Kinderbuch – auch für Erwachsene

Wie Mäuse den Mond erobern

Everswinkel/Drensteinfurt

Vor 23 Jahren schon hatte Jens Hagemann die Idee zur Geschichte – jetzt hat er das Buch „Wie die Mäuse den Mond eroberten“ in Zusammenarbeit mit Christine Brox veröffentlicht. Es soll eine Einladung sein, über die sichtbare Welt hinauszuschauen.

Von und

Vor 23 Jahren schon hatte Jens Hagemann die Idee zur Geschichte – jetzt hat er das Buch „Wie die Mäuse den Mond eroberten“ in Zusammenarbeit mit Christine Brox veröffentlicht. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Erst ist es ein ferner Traum, dann eine konkrete Idee und schließlich ein Gemeinschaftswerk, das zusammenschweißt. Was die kleinen grauen Nagetiere in seinem Kinderbuch „Wie die Mäuse den Mond eroberten“ erleben, hat Jens Hagemann selbst erfahren. 23 Jahre lang reifte die Idee in ihm, seine Geschichte zu veröffentlichen, jetzt hält der Autor das einst unmöglich Geglaubte in den Händen. „Es ist mein absolutes Herzensprojekt“, sagt der Pastoralreferent aus Everswinkel, der auch mehrere Jahre in der Drensteinfurter St.-Regina-Gemeinde tätig war, stolz.

Zwei mutige Mäusekinder, die den Mond erobern und in buntes Papier einwickeln wollen, dazu mit allen Mäusen ihres Dorfes eine Maschine bauen und dann etwas Unerwartetes entdecken: 1998 hatte Hagemann diese Geschichte plötzlich im Kopf. Er schrieb sie auf, erzählte sie seinem heute schon längst erwachsenen Patenkind, las sie den Schülerinnen und Schülern während seiner Ausbildung zum Pastoralreferenten vor. Auch seine drei Kinder kennen sie längst. „Die Geschichte hat mich schon immer begleitet, und die Idee, sie in Druck zu geben, hat mich nie losgelassen“, blickt er zurück. Es ist eine Geschichte über Freundschaft und Abenteuer, über Mut und Fantasie, die sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt hat.

Gemeinschaftsprojekt entwickelt

Hagemann mag den Gedanken: Wenn es nicht unmöglich ist, dann kann man es doch auch machen. „Das hat mich angetrieben. Was, wenn‘s doch möglich wäre, die Geschichte zu veröffentlichen? Was, wenn‘s doch möglich wäre, irgendwann mein eigenes Buch in den Händen zu halten?“. Die Ausbildung, der Beruf, die Familie, die Absagen einiger Verlage – es hätte ausreichend Gründe gegeben, die Idee fallen zu lassen. „Aber ich habe es wie Lilli und Olli, die beiden Mäuse im Buch, gemacht und den Mut nicht verloren.“

Die erste Zeichnung zum Buch entstand ausgerechnet bei einem Kneipenabend in Münster. Auf einem Bierdeckel. Wenn er sich daran erinnert, lacht Hagemann noch heute: „An dem Abend habe ich meiner Kollegin Christine Brox die Geschichte erzählt – und sie hat direkt zum Stift gegriffen und die erste Maus gezeichnet.“ So wie er fing auch Christine Brox Feuer für die Mäusegeschichte, zeichnete – versehen mit vielen Details – die passenden Motive. Stundenlang hätten sie immer wieder zusammengesessen, diskutiert, durchdacht, besprochen – dann monatelang wieder nicht. „Im vergangenen Jahr haben wir dann gesagt: Jetzt ziehen wir es durch.“

Für den Autor ist sein Werk längst mehr als eine liebevoll geschriebene und illustrierte Geschichte über ein Mäuseabenteuer. Im Laufe der Jahre hätten sich immer wieder neue Perspektiven und, wie er es nennt, Deutehorizonte aufgetan – „eine Tiefe, die ich anfangs nicht für möglich gehalten habe“. So enthalte das Buch eine Einladung an alle kleinen und großen Leserinnen und Leser. „Die Einladung, über die für uns sichtbare Welt hinauszuschauen“, verdeutlicht Hagemann. Auf kindliche Weise zeige die Geschichte der mutigen Nagetiere: „Es gibt ein Mehr, etwas, das wir in unserem Mäusedorf nicht sehen. Und dieser Blick darüber hinaus lohnt sich.“

Perspektivwechsel

Die Aufforderung, die Perspektive zu ändern und die Welt zu entdecken, formuliert Hagemann auch in seinem Lied zum Buch. „Weltentdecker“ heißt es und ist mit Text und Noten am Ende der Geschichte abgedruckt. Darin stellt der Hobbymusiker Entdeckungen vor, die die Welt auf den Kopf gestellt haben: wie Otto Lilienthal das Fliegen entdeckte oder wie die Naturforscherin Maria Sibylla Merian die Verwandlung einer Raupe zum Schmetterling herausfand. „Kinder sollen hören, dass es diese Idee der Weltentdeckung immer schon gegeben hat“, betont der Pastoralreferent.

Neugier und Mut haben, die Welt mit anderen Augen zu sehen – diesen Wunsch verbindet Jens Hagemann mit seinem „Nicht-nur-für-Kinder-Buch“, mit dem er sich einen langgehegten Traum erfüllt hat: „Ich brenne dafür, und vielleicht kann ich den einen oder anderen Kleinen oder Großen damit anstecken.“

Das Buch „Wie die Mäuse den Mond eroberten“ von Jens Hagemann ist unter der ISBN-Nummer 9783754926017 im Buchhandel zu erwerben.

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