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Hochkarätiger Auftritt von Rolf Zuckowski im Eventhaus „Am Schloss 6“

Erinnerungen, Lieder, Emotionen

DIESTEDDE

Rolf Zuckowski hat Generationen mit seinen Kinderliedern geprägt. Kurz nach seinem 75. Geburtstag besuchte der berühmte Hamburger Liedermacher jetzt den Kreis Warendorf.

Von Martin Janzik

Der Komponist, Sänger und Liedermacher begeisterte jetzt auch als Buchautor das Publikum.

Kein gewöhnlicher Abend, keine gewöhnliche Location. Das Eventhaus „Am Schloss 6“ in Diestedde wurde wohl noch nie für ein so ein hochkarätiges Event verwendet. Rolf Zuckowski gastierte mit seiner Gitarre im Kreis und der Saal war voll mit Zuhörern unterschiedlichen Alters, die sich mit Rolf Zuckowski identifizieren konnten und die alle Lieder mitsangen und seiner Lesung aufmerksam lauschten.

Tolles Vorprogramm

Doch zu Beginn als Opener überraschte der Veranstalter mit „Klangbalsam“. Musikerin Katha schaffte es, akustisch mit ihrer Gitarre ein Medley aus den besten Liedern von Rolf Zuckowski zu zaubern. Es ging vom Schulbus über den Zebrastreifen ins Leben – ein bewegender Einstieg für eine Lesung aus der Autobiografie eines Mannes, mit dem mehrere Generationen groß geworden sind.

„Ein bisschen Mut, ein bisschen Glück“: Mit diesem Song und Buchtitel begann Zuckowski den Abend mit vielen Erinnerungen, Gedanken und Melodien. Er schaffte es unmittelbar sofort, dass man die Zeit vergaß.

Von Winterhude aus

Er berichtete über seine familiäre Herkunft, beschrieb seinen Vater, seinen Opa und auch seine Mutter und das Leben in Hamburg-Winterhude, wechselte dann zu seiner Frau und der Geburt seiner Tochter Anuschka. Rolf Zuckowski beschrieb die musikalischen Einflüsse der Beatles. Die ersten Songs der Pilzköpfe haben zusammen mit dem hanseatischen Blick auf die Elbe viele seiner Lieder geprägt. Dann erinnerte er an die „Beathovens“, eine Band, die aus Joachim Pauly, Michael Rick, Peter Metz und Rolf Zuckowski bestand – eine sehr lebendige Passage seiner Autobiografie.

Christiane Hüsing und Rolf Zuckowski Foto: Martin Janzik

Besonders emotional wurde es, als er mit seiner Gitarre das Lied von Nessaja anstimmte. Bewegend auch die Story um diesen Song, denn Nessaja ist ein Lied von Peter Maffay aus dem Konzeptalbum „Tabaluga oder die Reise zur Vernunft“ aus dem Jahr 1983. Zuckowski hatte damals den Text für dieses erfolgreiche, magische Lied geschrieben und spielte es auch an diesem Abend in Diestedde, bei dem das eine oder andere Auge tränte.

Kinder finden mehr Mut

Aber auch die Story um den Song „Ich schaff das schon!“ bewegte. Das Lied über die kleine Maike trägt viel dazu bei, dass Kinder sich selber mehr zutrauen und den Mut finden, an sich zu glauben. Mut machende Elemente in Rolfs Liedern sind wie wundervolle Affirmationen, die sich einprägen und die Menschen begleiten.

Auf Augenhöhe mit dem Publikum

Der Abend bot natürlich nicht Platz für alle Songs, aber einige wurden dann doch zusammen mit dem Publikum gesungen und wohl auch gelebt. Neben „Zebrastreifen, „Nessaja“ und „Ich schaff, dass schon“ gab es unter anderem auch „Ich bau mir eine Höhle“ und den Weihnachtsklassiker „In der Weihnachtsbäckerei“.

Rolf Zuckowski verstand es früh, die Lebensreise als „Schiffsreise“ zu sehen und hat unterschiedliche Perspektiven innerhalb seiner Biografie umgesetzt, familiär, musikalisch aber eben auch privat.

Klasse-Stimme: Sängerin Katha begeisterte im Vorprogramm von Rolf Zuckowski. Foto: Martin Janzik

Dieser Abend in Diestedde stand ganz im Zeichen der Hilfe jener Menschen, die nicht aus unserer Region kommen. Unterstützt wurde die Ukrainehilfe „Be-Ukraine“ aus Beckum, zusammen mit „mein Wadersloh.de“, „Wadersloh KultTour“ und der „Röschinger Stiftung“. Zwischen Zuckowskis Zusage und dem dem Auftritt am 29. Juni lagen gerade mal 30 Tage, die von Benedikt Brüggenthies und Martina Schröer als Veranstaltungsteam umfassend genutzt wurden.

Autobiografie mit viel Musik

Das Buch „Ein bisschen Mut, ein bisschen Glück“ ist im Verlag EdelBooks erschienen, auch als E-Book. Rolf Zuckowski merkte in Diestedde an, dass alle erwähnten Songs in dem Buch in Playlisten zusammengefasst sind, damit man digital auch gleich reinhören kann.

Fit mit 75: Rolf Zuckowski spielte auch einige seiner Hits. Foto: Martin Janzik

Am Ende des Abends signierte er bis zum letzten Besucher seine Werke und hatte für jeden ein paar persönliche Worte und Melodien parat. Ein unvergesslicher und bewegender Abend – auch für Zuckowski selber.

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