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Tierarzt Michael Kalitowitsch beendet seine berufliche Tätigkeit

Ab jetzt nur noch die Bienen

Everswinkel

Für viele Tierhalter in Everswinkel und Umgebung ist es sicherlich zunächst eine betrübliche Nachricht: Michael Kalitowitsch, langjährig praktizierender Tierarzt, hat seine tierärztliche Arbeit aus persönlichen Gründen eingestellt. Aber dazu gibt es auch eine gute Nachricht: Für die Tierhalter in der Vitus-Gemeinde und deren Umgebung ändert sich eigentlich nichts.

Von Günther Wehmeyer

Michael Kalitowitsch (l.) ist aus dem Netzwerk „Tierärztliche Praxis am Fernmeldeturm“ ausgeschieden. Dessen Inhaber Dr. Thomas Henniger und Dr. Dirk Homann (l.) haben ihn verabschiedet. Foto: Günther Wehmeyer

Michael Kalitowitsch war zusammen mit anderen Tierärzten eingebunden in ein Praxisnetzwerk, mit Hauptsitz in Sendenhorst. Dieses Netzwerk firmiert unter dem Namen „Tierärztliche Praxis am Fernmeldeturm“ und betreibt Zweigstellen in Drensteinfurt und Everswinkel.

„Everswinkel wird Standort einer Zweigstelle bleiben“, beruhigt Dr. Dirk Homann die Tierhalter. Zusammen mit Dr. Thomas Henniger ist Homann Inhaber aller drei Praxen. Neben den beiden „Chefs“ gibt es noch sechs weitere Ärzte und Ärztinnen, die die tierärztliche Versorgung sicherstellen. Insgesamt sind in den Praxen 17 Personen beschäftigt. „Für Everswinkel bleibt alles beim Alten“, betont Homann im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten. „Die Versorgung bleibt im bisherigen Umfang sichergestellt.“

Für viele Hundebesitzer war Michael Kalitowitsch immer ein wichtiger Ansprechpartner. Foto: privat

In diesem Gespräch lässt Kalitowitsch, der über mehr als drei Jahrzehnte für die Everswinkeler so etwas wie ein Synonym für tierärztliche Betreuung geworden ist, seine Zeit als Tierarzt noch einmal Revue passieren. Auf dem Tisch steht noch ein Teil der Abschiedsgeschenke, denn am Vortag war er offiziell verabschiedet worden. „Nach meinem Studium in Hannover und einer fast vierjährigen Zeit als Assistenzarzt, unter anderen in Rotenburg an der Wümme, habe ich 1989 die Praxis von Dr. Alfons Witte übernommen“, beschreibt er seinen Start in Everswinkel. „Über dessen Sohn Christoph, mit dem ich zusammen Abitur gemacht habe, und der leider durch einen Unfall ums Leben gekommen ist, waren die Kontakte mit Dr. Witte entstanden.“

Bis 2003 war er hier in Everswinkel „Einzelkämpfer“. „Nach einem Gespräch mit Dirk Homann bin ich dann als Mitinhaber in dessen Praxisnetzwerk eingestiegen.“ Grund sei unter anderem gewesen, dass die Anforderungen an die tierärztliche Versorgung immer differenzierter geworden waren. „Eine Spezialisierung und Aufteilung der Aufgaben bot sich als Lösung geradezu an.“ Zu Beginn seiner Tätigkeit in Everswinkel sei er so etwas wie ein Dorftierarzt gewesen, erinnert sich Kalitowitsch, „aber das ist inzwischen eine aussterbende Spezies“.

In den vergangenen Jahren hatte sich Michael Kalitowitsch sich nicht nur der tierärztlichen Arbeit, sondern auch der Hobby-Imkerei verschrieben. „Zurzeit habe ich zehn Bienenvölker, deren Versorgung schon einige Zeit in Anspruch nimmt“, verrät der scheidende Tierarzt. „Ich vertreibe meinen Honig allerdings nicht auf Märkten, aber an den drei Praxisstandorten stehen meine Honiggläser weiterhin zum Kauf bereit.“

Auch Großtiere gehörten zur Klientel von Michael Kalitowitsch. Hier ein Bild aus dem Jahr 2001. Foto: privat
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