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Sippentreffen

Althoffs aus aller Welt

Sendenhorst/Alverskirchen

Großes Sippentreffen in Sendenhorst. Familienmitglieder aus dem ganzen Land und darüber hinaus fanden sich zum Wiedersehen ein. Die Familie Althoff ist weit verzweigt. Wurzeln gibt es auch in Alverskirchen.

130 der derzeit 360 Köpfe umfassenden Familie Althoff trafen sich zu einem Sippentreffen in der Sendenhorster Waldmutter. Foto: privat

Vielen Sendenhorstern dürften noch den lange Jahre in der Stadt tätigen Arzt Dr. Wolfgang Althoff kennen, der einst an der Kolpingstraße praktizierte. Dr. Wolfgang Althoff, 1917 in Danzig geboren, hatte 1980 das letzte große Sippenfest seiner Familie organisiert. Damals hatte er sich auch der Mühe unterzogen, eine neue Namensliste der Großfamilie zu erstellen, berichtet der Vorsitzende des Sendenhorster Heimatvereins, Christian Hölscher. Die große Familie hat auch Verbindungen nach Alverskirchen.

Das erste Familienregister, das Wolfgangs Vater, Dr. Hugo Althoff (bis Mai 1933 Bausenator der Freien Stadt Danzig) zum ersten Sippenfest 1956 erstellt hatte, war allerdings reichlich in die Jahre gekommen und bedurfte der Aktualisierung, weiß Hölscher aus der Althoffschen Familiengeschichte. „Jetzt ist wieder eine neue Liste fällig,“ dachte sich nun Othmar Rest aus Berlin. Er ist der Sohn einer Cousine von Wolfgang Althoff – von Elisabeth Bisping aus Alverskirchen. Der Landgasthof Bisping dort am Kreisverkehr war ihr Elternhaus. Rest erforscht seit über drei Jahren die Geschichte der Familie seiner Mutter.

Seine Großmutter Maria Bisping, geb. Althoff, kam 1879 in Ostbevern zur Welt; sie war eines von elf Kindern, die im Hause des Gastwirtes Wilhelm Althoff und seiner ersten Frau Sophia Plönies sowie seiner zweiten Frau Juliana Pöhler in der Hauptstraße 66 zur Welt kam. Wilhelm Schulze Althoff wurde 1840 auf dem Stammhof der Althoffs in Ostbevern-Überwasser geboren. Dieser Schulzenhof gilt als einer der ältesten in der Region. Er findet Erwähnung in der sogenannten „Freckenhorster Heberolle“ aus dem elften Jahrhundert. Die direkte Abstammungslinie lässt sich heute zurückverfolgen auf ein Ehepaar, das 1684 in Ostbevern geheiratet hat: Johann Westermann aus Westbevern und Anna Johanning aus Greven-Fuestrup. Auch wenn keiner von beiden den Namen Althoff trug, so gab der „Oldhoff“, der alte Hof, der in die Zuständigkeit des früheren Klosters Rengering fiel, den Familiennamen vor. So war das damals üblich: Die Menschen wurden nach dem Hof benannt, auf dem sie lebten.

Bei seinen familienkundlichen Recherchen bekam Othmar Rest zahllose Fotos, Dokumente und Geschichten von Mitgliedern der weit verstreuten Familien zugesandt, die er nun für ein Familienbuch zusammenstellt. Was lag nun näher, als diese Familie nach 42 Jahren wieder zu einem Sippenfest nach Sendenhorst einzuladen, um den jüngeren Generationen über Familienzusammenhänge und den älteren über neue Erkenntnisse über ihre Großeltern zu berichten.

Von den heute 360 lebenden Nachfahren des Wilhelm Althoff waren 130 Personen aus ganz Deutschland der Einladung nach Sendenhorst gefolgt. Selbst aus Barcelona, Dubai und Bangkok waren Familienmitglieder angereist. Bei bestem Wetter startete das große Sippentreffen in der „Waldmutter“. Schnell kamen die Älteren wieder miteinander ins Gespräch, nach anfänglichem Zaudern fanden auch die Kinder und Jugendlichen zueinander, beispielsweise beim Kegeln.

In seinem Lichtbildervortrag erzählte Othmar Rest von den Biografien der Großelterngeneration – mit teils erschütternden Schicksalsschlägen. Nicht nur die Kriege mit den Toten, Kriegsversehrten und Fluchten verursachten viel Leid, auch die Inflation und die Währungsreform, der dreimalige Umbruch der Staats- und Gesellschaftsform sowie die Mangelwirtschaft der Nachkriegsjahre mussten verkraftet werden. Dass es auch schon vor 100 Jahren eine Pandemie („Spanische Grippe“) gab, die Todesopfer in der Familie forderte, war für die meisten Teilnehmer neu.

Nach dem Vortrag gab es die Aufstellung zum Familienfoto, das mit einer solch großen Gruppe eine Herausforderung war. Im Anschluss an das abendliche Büfett wurde gesungen, bekannte Volkslieder unterlegt mit eigenen Texten. Und geklönt wurde bis in die tiefe Nacht, wobei die jungen Teilnehmer beeindruckt waren, wie viele Cousins und Cousinen und Onkels und Tanten sie haben. Den Abschluss des Festes bildete am nächsten Tag eine Besichtigung der Korn-Brennerei André Gerbermann in Alverskirchen: Auch die Gerbermanns gehören zur Familie Althoff.

Autor Rest hofft, seine Arbeiten an dem Buch mit einem umfangreichen Stammbaum noch in diesem Jahr abzuschließen. Übrigens zeigt sich schon jetzt, dass dieser Stammbaum auch Nichtfamilienmitglieder begeistert: Es hatte nämlich eine fremde Person die in der Waldmutter ausgehängte übergroße Ahnentafel kurzerhand entwendet; sie konnte wohl das Erscheinen des Buches nicht mehr abwarten.

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