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Männergemeinschaft St. Agatha unterwegs

Auszeit im Kloster in der Eifel

Alverskirchen

Die erste „Auszeit“ seit 2017 führte die Männergemeinschaft St. Agatha Alverskirchen ins Kloster Maria Laach.

Die Teilnehmer der Männergemeinschafts-Tour im Lavakeller des Vulkanmuseums. Foto: privat

Die Katholische Männergemeinschaft St. Agatha Alverskirchen konnte erstmals seit 2017 wieder eine „Auszeit“ für ein Wochenende in einem Kloster durchführen. Diesmal fiel die Wahl auf das Kloster Maria Laach in der Eifel, das die Männergemeinschaft bereits im Jahr 2013 besucht hatte. Im Gegensatz zu damals war nun ein ganz anderes Programm vorgesehen.

Einer der Schwerpunkte war die Besichtigung der Klosterbibliothek. In dem mittelalterlichen Benediktinerstift, 1093 gegründet, gleicht der Besuch der Bibliothek einem Sprung ins 19. Jahrhundert. Angelehnt an die Technik-Architektur des Industriezeitalters ließen ihn Jesuiten gestalten. Die große gusseisernen Treppen- und Brüstungskonstruktion mitten im Raum gehört heute zu den kulturgeschichtlich und denkmalpflegerisch bemerkenswertesten und besterhaltenen Bibliotheksbauten des 19. Jahrhunderts. Im Zuge der Säkularisierung blieb praktisch nichts von der Bücherei erhalten. 1865 durften die Jesuiten das Kloster schließlich wieder aufbauen.

Benediktinerstift ist 1093 gegründet worden

Die Bibliothek wurde 2015 aufwendig restauriert. Seit 1872 stand das Gebäude leer, da die Jesuiten zu der Zeit aus dem Gebiet des neuen Deutschen Reiches ausgewiesen wurden. Dabei hatten sie ihre Bücher mit in das Ausland genommen. 1892 besiedelten Benediktinermönche das Kloster. 260 000 Bücher zählt die Bibliothek heute, die seit 2019 im Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes eingetragen ist. Wertvolle Handschriften sind in einem extra klimatisierten Magazin untergebracht. Die Bibliothek ist einem Leihverbund angeschlossen, so dass die Bücher entliehen werden können.

Der nächste Programmpunkt befand sich außerhalb des Klosters; das „Deutsche Vulkanmuseum“ mit „Lavakeller“ und „Lavadome“. Hier erfuhren die Teilnehmer zunächst etwas über die Geschichte des Vulkanismus in der Eifel, der bis heute noch nicht abgeschlossen ist. Anschließend ging es in den Lavakeller. Einzigartig sind die historischen Felsenkeller, die von Menschenhand in über 400 Jahren entstanden sind, um Baumaterial in Form von Basaltlava zu gewinnen. Auf einer Fläche von etwa drei Quadratkilometern spannt sich unterhalb der Stadt Mendig ein Netz von unterirdischen Felsenkellern und Gewölben, die sich in 32 Metern Tiefe befinden und teilweise die Größe einer Halle haben. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Felsenkeller von 28 umliegenden Brauereien zur Lagerung der Bierfässer genutzt, da die Keller eine konstante Temperatur von sechs bis neun Grad haben. Seit den 1960er Jahren werden sie für den Zweck nicht mehr genutzt, da anderweitige Kühltechniken innerhalb der Brauereien zum Einsatz kamen.

Beeindruckende Felsenkeller unter Mendig

Das abschließende Abendessen der Teilnehmer fand dann natürlich im Brauhaus von Mendig statt, welches auch das Bier für das Kloster Maria Laach braut. Am letzten Tag erfuhren die Teilnehmer aus 1. Hand vom mitgereisten Pfarrer Thomas einiges über seine Heimat Indien. Indien ist mit seinen 1,4 Milliarden Menschen, seinen 29 Bundesländern und 22 offiziellen Sprachen so vielfältig und interessant. 90 Prozent der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft, vorwiegend Reisanbau, tätig. Pfarrer Thomas, der dem tamilischen Teil der Bevölkerung zugehörig ist, teilte den Teilnehmern mit, dass allein die tamilische Sprache über 247 Buchstaben verfügt. Der Anteil der Christen an der Gesamtbevölkerung beträgt 2,3 Prozent.

Auch das „Kastensystem“ wurde erwähnt. Dabei erfolgt die Zuordnung zu der jeweiligen Klasse mit der Geburt. Ein Wechsel in eine andere Kaste ist damit nicht möglich. Dabei spielen auch „Armut“ oder „Reichtum“ keine Rolle. Interessant war auch, dass ausschließlich die Frauen in Indien durch bestimmten Schmuck oder andere Äußerlichkeiten zu erkennen geben, ob sie ledig, verheiratet oder verwitwet sind. Auch die soziale Stellung sowie die Kastenzugehörigkeit sind erkennbar. Beim männlichen Teil der Bevölkerung ist das nicht ersichtlich.

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