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Anwohner kritisiert Raserei

Autobahn vor der Haustür

Everswinkel

Der Unmut ist groß, an das groß ausgeschilderte und auf den Asphalt aufgemalte Tempo 30 halte sich kaum jemand, meinen die Anwohner der Straße „Am Haus Langen“.

Christopher Irmler

Als „Autobahn vor der Haustür“ empfindet ein Anwohner die Straße „Am Haus Langen“. Die Gemeinde verweist auf bauliche Maßnahmen wie Fahrbahnverengungen und und Querungshilfen. Foto: Christopher Irmler

Bei Spaziergängern und Hundebesitzern ist Lohmanns Wäldchen am südöstlichen Rand der Vitusgemeinde beliebt. Für Unmut sorgte jedoch immer wieder die Fahrweise mancher Pkw-Fahrer auf der entlang des Waldes führenden Straße „Am Haus Langen“. Für einen unmittelbaren Anwohner gleicht die Straße „einer Autobahn vor der Haustür“. An das groß ausgeschilderte und auf den Asphalt aufgemalte Tempo 30 halte sich kaum jemand; das Spitzentempo habe gar 80 Stundenkilometer betragen, so seine Beobachtungen am eigentlich beschaulichen Ortsrand.

Im Sommer 2019 waren die Sanierungsmaßnahmen im Bereich des Wäldchens scharf von Anliegern kritisiert worden (die WN berichteten). Sie befürchteten, das Verlegen von Rasengittersteinen lade regelrecht zum nun vom Anwohner beobachteten Rasen ein.

Lage ist auf der Straße ist generall bekannt

„Generell ist das bekannt“, weiß ein Verwaltungssprecher um die Historie der Straße „Am Haus Langen“. Seit dem Jahr 2013 habe die Gemeinde mit dem vermeintlichen „Schleich“weg zwischen der Freckenhorster und Hoetmarer Straße zutun. Immer wieder habe es Beschwerden von Anwohnern gegeben, in letzter Zeit jedoch eher selten.

Allerdings sei die Gemeinde aktiv geworden. Sie kontaktierte das Straßenverkehrsamt und wandelte nach Messungen den Abschnitt in eine Tempo-30-Zone um. Zudem sollten sogenannte Hochborde - sprich Pflasterflächen - für eine defensivere Fahrweise sorgen.

Sicherlich gebe es immer wieder Verstöße. „Aber dass dort mit 80 Stundenkilometer hergefahren wird, ist wahrscheinlich übertrieben“, so ein Mitarbeiter im Rathaus. Die Gemeinde habe Engstellen eingerichtet, um den Verkehrsfluss ganz bewusst deutlich zu verlangsamen und nur jeweils ein Fahrzeug passieren zu lassen. Rücksichtnahme und gedrosselte Geschwindigkeit wären die logische Konsequenz.

„Die Distanzen sind nicht mehr so, dass man auf ein Tempo von 80 Stundenkolometer kommt. Es ist nicht mehr möglich, in einem Schwung und mit hohem Tempo durchzufahren“, ist man aufseiten der Gemeinde überzeugt.

Anderes Ende der Geschwindigkeits-Skale wird im Blick behalten

Bei den baulichen Maßnahmen habe man jedoch auch das andere Ende der Geschwindigkeits-Skala im Blick gehabt: Gemeinsam mit einem heimischen landwirtschaftlichen Lohnunternehmen sei die Strecke einem Praxistest unterzogen worden, um die weitere Befahrbarkeit - trotz Engstellen - zu gewährleisten. Selbst der breiteste Traktor im Fuhrpark habe die Straße bewältigt.

Die oftmals formulierte Befürchtung, „Am Haus Langen“ könnte aufgrund des Straßenverlaufs zu einer inoffiziellen Ost-Umgehungsstraße zwischen L793 und K20 werden, habe sich seinen Erkenntnissen nach nicht bestätigt, so der Mitarbeiter der Gemeinde. Der Verkehr habe über die Jahre nur geringfügig zugenommen. „Der Hauptverkehr aus Everswinkel fließt ohnehin in Richtung Münster, also in Richtung Westen.“

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