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Aufstockung von Tages- und Langzeitpflege im St.-Magnus-Haus

Bedeutender Schritt nach vorn

Everswinkel

Staunen durfte man schon in den vergangenen 20 Jahren, was da auf dem Grundstück am Rande des Naherholungsbereichs „Am Haus Borg“ baulich so alles möglich war und verwirklicht wurde. Und das Staunen geht weiter. Das Seniorenzentrum St. Magnus-Haus wird noch ein Stück erweitert.

Von Klaus Meyer

Vorstellung des neuen Anbaus der erweiterten Tagespflege sowie der Planung für die Erweiterung der Langzeitpflege für das St.-Magnus-Haus mit Foto: Klaus Meyer

Während der Bereich der Tagespflege in den vergangenen zwölf Monaten ausgebaut und um einen modernen Anbau erweitert wurde, folgt nun der Bereich der Langzeitpflege. Ein zweifellos großes Projekt, um die Kapazität von derzeit 61 auf künftig 80 Plätze zu erhöhen. „Wir haben uns dazu vor über zwei Jahren auf den Weg gemacht“, blickt Dr. Ansgar Klemann, Geschäftsführer der St. Elisabeth-Stift gGmbH zurück. Auslöser: Die hohe Nachfrage nach Plätzen. „Wir haben eine Warteliste in beiden Bereichen.“ Kreisweit gesehen sei Everswinkel „unterversorgt in den Bereichen Tages- und Langzeitpflege“.

Die Überlegung somit: Was kann man anbieten, was lässt sich verwirklichen? Die Tagespflege der Everswinkeler Senioreneinrichtung war seinerzeit eine der ersten im Kreis. Es habe sich gezeigt, dass der Bedarf höher ist als die vorhandenen zwölf Plätze und eher bei 18 Plätzen liege. Mit einem neuen Anbau sowie einer gründlichen Überarbeitung des Bestandsbereichs wurde dem Rechnung getragen. Im Bereich der Langzeitpflege laute das Ziel, „uns weiterzuentwickeln“. Die angepeilten 80 Plätze seien dann auch die Obergrenze für den stationären Bereich.

Dr. Ansgar Klemann

Den einen Teil des Erweiterungspakets hat man inzwischen abgeschlossen. Die Tagespflege ist fertiggestellt und präsentiert sich größer, schöner und moderner. Die Baumaßnahme erfolgte bei laufendem Pflegebetrieb. Da der Café-Bereich aufgrund der Pandemie ohnehin geschlossen war, konnte man diesen für die Tagespflege einbeziehen, erläutert Peter Kerkmann, Technischer Leiter der St. Elisabeth-Stift gGmbH. „Wir haben erst den Neubau errichtet, um Platz für die Nutzung zu haben, und danach den Bestand überarbeitet.“ Auch für die Bewohner eine spannende Sache. „Die Bauphase haben viele sehr interessiert verfolgt“, und über den Bezug der neuen Räume seien sie sehr froh gewesen, berichtet die Leiterin der Tagespflege, Stephanie Ziegeldorf, die sich über die helle, freundliche und durch die Schweizer Innenarchitektin Susanne D. Bachmann mit hochwertigen Materialien und verschiedenen Farben gestaltete Atmosphäre freut. „Auch die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter sind viel besser geworden“, verweist Jens Hinkemann von der Hausleitung auf einen weiteren wesentlichen Aspekt. „Was zudem bleiben wird ist das Angebot der Kurzzeitpflege“, ergänzt Netzwerkkoordinator Markus Giesbers. Sechs Plätze sind es da derzeit.

Blick in den gänzlich neu gestalteten Essensraum des Tagespflegebereichs, der mit einem „erdigen“ Boden und warmen Farben versehen wurde. Foto: Klaus Meyer

Den Gedanken, die Langzeitpflege durch eine Baumaßnahme in die Fläche zu erweitern, wurde schnell wieder verworfen, weil zwei sehr große Wohnbereiche entstanden wären, was laut Hinkemann nicht sinnvoll sei. Stattdessen wird der vorhandene Baukörper aufgestockt, um eine Ebene für zwei Wohngemeinschaften mit zehn bzw. elf Bewohnern in einem geschützten Bereich zu schaffen. „Der Bebauungsplan musste dafür nicht geändert werden“, die bestehenden Festsetzungen geben die Aufstockung her, so Klemann. Die Erweiterung sei natürlich in Abstimmung mit der Gemeindeverwaltung und der Kirchengemeinde als Eigentümerin des Erbpachtgrundstücks erfolgt. 21 zusätzliche Appartements mit zwei großen gemeinschaftlichen Wohn-Ess-Bereichen und einem zentralen Dienstzimmer werden im 2. Obergeschoss entstehen. Parallel entfällt in den beiden bestehenden Geschossen jeweils ein Appartement zu Gunsten einer räumlichen Optimierung der bestehenden Einheiten.

Eine Frühstückssituation mit Tagespflege-Leiterin Stephanie Ziegeldorf. Foto: Bettina Goczol

Ein Hindernis für diese bauliche Erweiterung wurde in einer einjährigen Maßnahme beseitigt: „Im bisherigen Dach war alles an Haustechnik untergebracht“, macht Kerkmann deutlich. Die wurde umgesetzt, neu sortiert. „Der Dachraum ist soweit nun bereit.“ Zuvor hatte auch der Statiker gut zu tun. „Wir mussten schon ganz genau rechnen. Der Statiker hat schon eine schwere Aufgabe gehabt.“ Mit der Aufstockung einher geht ein deutlicher Schritt nach vorn in Sachen Technik, verweist der Technische Leiter etwa auf Wärme- und Sonnenschutz, auf Photovoltaik- und LED-Technik und mehr. „Die nachhaltige Bauweise ist ein wichtiger Aspekt – dass wir umweltbewusst und nach neuestem Stand der Technik bauen“, betont Geschäftsführer Klemann.

In die erweiterte Tagespflege wurden rund 600 000 Euro investiert, bei der Aufstockung der Langzeitpflege spreche man laut Klemann von über drei Millionen Euro. Einher geht mit der Erweiterung eine Aufstockung des Personals. Rund 20 neue Arbeitsplätze in Pflege, Hauswirtschaft und Betreuung mit tariflicher Bezahlung und Mitarbeiterorientierung sollen entstehen, womit das Team des Hauses die 100er-Marke erreicht. Die St. Elisabeth-Stift gGmbH investiert auch kontinuierlich in die Ausbildung. Mehr als 40 Pflegeschüler sind es in den vier Seniorenheimen des Netzwerks derzeit. Zudem wird die Möglichkeit zum Schülerpraktikum, zur Berufsfelderkundung, zum Freiwilligen Sozialen Jahr und für Jahres- und Anerkennungspraktikum geboten. „Bei uns ist das Gehalt schon in der Ausbildung sehr gut“, so Netzwerkkoordinator Giesbers.

Der neue Gruppenraum im neuen Tagespflege-Anbau. Foto: Klaus Meyer
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