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Erster Spatenstich für „Bergkamp III“

Begehrtes Bauland in Everswinkels Süden

Everswinkel

Everswinkels Siedler ziehen nach Süden. Ganz im Gegensatz zur amerikanischen Besiedlung vor 200 Jahren, als es vornehmlich gen Westen ging. Dort im Süden des Vitus-Dorfes liegt das neue „gelobte Land“ der Gemeinde. „Bergkamp III“ heißt es in der Planersprache, und es wird einmal in nicht mehr ferner Zukunft rund 100 Familien Wohn- und Lebensraum bieten.

Von Klaus Meyer

Symbolischer erster Spatenstich zum neuen Baugebiet Bergkamp III am Dienstag mit (v.l.) Vinko Marcela (Projektleiter und Kalkulator der Firma Stricker aus Dortmund), Bernhard Feikus (Geschäftsführer Gemeindewerke Everswinkel), Bürgermeister Sebastian Seidel, Bau- und Planungsamtsleiter Norbert Reher, Thomas Taugs (Geschäftsführer Abwasserbetrieb TEO) und Berthold Felling (Geschäftsführer Büro Feling Ingenieure aus Dülmen). Foto: Klaus Meyer

Der symbolträchtige Auftakt der Erschließung erfolgte am Dienstagvormittag mit dem ersten Spatenstich auf dem 6,2 Hektar großen Areal. Es ist Everswinkels erstes Baugebiet, das nicht in einzelnen Bauabschnitten, sondern „in einem Rutsch verwirklicht wird“, wie Bau- und Planungsamtsleiter Norbert Reher erzählt. Vor mehr als drei Jahren war der Beschluss zur Aufstellung des Bebauungsplans erfolgt; im Dezember vergangenen Jahres wurde planerisch der Sack zugemacht mit dem Satzungsbeschluss.

Bürgermeister Sebastian Seidel begrüßte zu dem offiziellen Startschuss Vertreter der beteiligten Firmen sowie Vertreter aus Verwaltung und Kommunalpolitik. Dabei bilanzierte er die vergangenen drei Jahre mit dem Satz, „das ist ein Mammutprojekt für uns gewesen“ und bezeichnete das Umlegeverfahren als „hartes Stück Arbeit“.

73 Baugrundstücke

Seidel fasste die Fakten noch einmal kompakt zusammen: Auf 3,92 Hektar werden sich die 73 Baugrundstücke mit Größen zwischen 300 und 900 Quadratmetern für 55 Einfamilien-, 14 Doppel- und vier Mehrfamilien-Häuser verteilen. Dazu kommen ein Kita-Grundstück, 1,45 Hektar Verkehrsfläche und 0,83 Hektar für Regenrückhaltebecken, Versorgungsstationen, Grünflächen und Spielplatz. Für die Mehrfamilien- und vier Doppel-Häuser gelten Vorgaben des sozialen Wohnungsbaus, die vertraglich fixiert werden.

Bürgermeister Sebastian Seidel

„Das ganz Besondere wird sein, dass wir Nahwärme hier hineinlegen“, betonte Seidel und sprach auch mit Blick auf den aktuellen ernüchternden Bericht des Weltklimarates von „Handlungsbedarf“. „Wir geben dem Baugebiet einen grünen Anstrich.“

Klimaneutral heizen

Gemeindewerke-Geschäftsführer Bernhard Feikus konnte das nur unterstreichen. „Wir haben eine Idee zusammen mit dem Biomassehof Everswinkel entwickelt, die absolut klimaneutral ist.“ Knapp zwei Kilometer lang wird die Leitung vom Hof Heitmann bis zur Übergabestation des Bergkamp III sein. Im Baugebiet werde eine 1,8 Kilometer lange Ringleitung verlegt. Einen Anschlusszwang für die Bauherren werde es nicht geben, aber Feikus ist optimistisch, dass sich viele Häuslebauer von den Vorteilen im Hinblick auf Investition, Versorgungsangebot sowie den Wegfall von Schornsteinfeger und Gas-/Wasser-Installateur überzeugen lassen. „Wir sind im Trend, weil wir Abwärme anbieten.“

Auf etwa 15 Monate belaufen sich die Erschließungsarbeiten, in deren Verlauf fast 31 000 Kubikmeter Erde bewegt, zirka 1,2 Kilometer Versorgungsleitungen für Wasser, Strom, Glasfaser und Nahwärme verlegt sowie 11 800 Quadratmeter Straßenfläche geschaffen werden. Unterm Strich belaufen sich die Erschließungskosten auf vier Millionen Euro.

Lange Warteliste trotz hoher Baupreise

Da drängt sich die Frage nach den Grundstückspreisen auf. Doch die wird erst noch demnächst mit der Kommunalpolitik beantwortet. Das Interesse an Grundstücken ist jedenfalls riesengroß. 573 Bewerber stehen laut Kämmerin Susanne Nerkamp derzeit auf der Warteliste. Und trotz steigender Baupreise: „Ich habe noch keinen Bewerber gehabt, der zurückgezogen hat.“

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