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Fuß- und Radverkehrskonzept präsentiert

Besser unterwegs in der Gemeinde

Everswinkel

Das Konzept, das einem Gutachten mit detailliert aufgezeigten Zukunftsperspektiven entspricht, umfasst beachtliche 83 Seiten. Erarbeitet in nicht einmal neun Monaten. Die Auswirkungen, die es entfalten könnte, dürften wohl so jeden Vitus-Bürger betreffen. Zu Fuß und auf dem Fahrrad.

Von Klaus Meyer

Wie können Fuß- und Radverkehr verbessert und attraktiviert werden? Ein binnen neun Monaten erarbeitetes Konzept gibt viele Antworten und Anregungen Foto: Klaus Meyer

Das Konzept, das einem Gutachten mit detailliert aufgezeigten Zukunftsperspektiven entspricht, umfasst beachtliche 83 Seiten. Erarbeitet in nicht einmal neun Monaten. Die Auswirkungen, die es entfalten könnte, dürften wohl so jeden Vitus-Bürger betreffen. Das vom Hildener Planungsbüro „StadtVerkehr“ erarbeitete Fuß- und Radwegekonzept für die Gemeinde bietet eine umfassende Analyse und zahlreiche Anregungen, mit denen sich die Politik beschäftigen wird.

Im Planungsausschuss am Donnerstagabend stellten Mira Isfort und Lennart Bruhn von jenem Planungsbüro den finalen Konzept-Entwurf vor. „Wir haben einen straffen Zeitplan gehabt“, blickte Bruhn auf Analyse-Phase, Online-Bürgerbeteiligung, Erarbeitung von Wunschliniennetz und Netzkategorisierung, Abstimmungsprozesse mit der Verwaltung, erneute Bürgerbeteiligung in der Mobilitätswoche sowie Konzept-Ausarbeitung zurück. Bei der Online-Beteiligung allein habe es über 130 Bürger-Anregungen gegeben.

Sowohl bei den Fuß- als auch den Radwegen habe man eine Kategorisierung in Haupt, Neben- und Ergänzungsstrecken und eine Mängelanalyse vorgenommen und daraus die Maßnahmen entwickelt, so Mira Isfort. „Wir haben insgesamt 65 Maßnahmenvorschläge erarbeitet“, die nun nachfolgend von der Politik und der Verwaltung beraten werden müssten. Für eine optimale Übersicht sorgen „Maßnahmen-Steckbriefe“; eine Katalogisierung mit Details, was zu tun wäre. Die Bandbreite reicht von Sanierungs-, Umbau- und Ausbaumaßnahmen über Beschilderungen, Querungshilfen, Sitzmobiliar, Markierungen, mehr überdachten Radabstell-Anlagen bis hin zu Änderungen von Wegeführungen, Temporeduzierungen und der Einrichtung einer Fahrradstraße.

Lennart Bruhn

Letztere wird für die Overbergstraße in Betracht gezogen. „Das kann eine sichere Route werden vom Ortskern in Richtung Süden“, kommentierte Umweltberater Bernd Schumacher die Idee. Er und Philipp Elsbernd von der Gemeinde haben beim Konzept die Fäden in der Hand. Ein Konzept, das nicht für die Schublade sei, sondern auch angegangen werden solle. Dazu wurden bereits einige priorisierte Maßnahmen ausgewählt. So sollte etwa der Knotenpunkt L793/L811 nahe des Hofs Püning „deutlich sicherer gestaltet werden“, so Elsbernd. „Mit dem Konzept haben wir eine super Grundlage, um mit dem Kreis ins Gespräch zu kommen.“ Priorisiert im Außenbereich wird natürlich die Veloroute an der K3 von Alverskirchen nach Wolbeck oder auch die Sanierung eines Radwegestücks an der K3 in Richtung Neuwarendorf.

Innerörtlich richtet sich der Blick vor allem auf die Umgestaltung der Bushaltestellen Kirche in Alverskirchen und die Führung des Radverkehrs auf die Straße im Kreisel und an der Hauptstraße. An der Bergstraße ist eine Verlängerung des Fahrradschutzstreifens angedacht – „das geht nicht ohne wirkliche Anliegerbeteiligung“ – und an der Alverskirchener sowie der Münsterstraße soll der Radverkehr auf die Straße geführt werden, „das werden wir diskutieren müssen“, sagte Schumacher. „Was wir sofort machen können, werden wir machen, das andere werden wir anstoßen.“

Andreas Franitza

Wenngleich der Ausschuss letztendlich einstimmig das Konzept beschloss, so war der Weg dahin nicht so glatt. SPD-Fraktionsführer Dr. Wilfried Hamann fand zwar „toll“, was alles im Konzept enthalten sei, „aber im Detail gibt‘s ein paar Unwägbarkeiten“. Man sei sich einig, dass man sich auf den Weg machen solle, müsse aber die Bürger mitnehmen und auch sehen, was finanziell leistbar sei. CDU-Fraktionschef Dirk Folker zeigte sich zunächst zurückhaltend. Das Konzept sei sehr umfangreich, und das solle man doch nicht übereilt beschließen. Man wolle dem Bürger auch nicht suggerieren, dass in zehn Jahren alle Maßnahmen umgesetzt seien. Für dieses Zögern hatte Andreas Franitza von den Grünen kein Verständnis, der ein „ganz großes Dankeschön für ein Konzept, das alltagstauglich und zukunftstauglich sein soll“, aussprach. „Es zeigt, dass es noch Luft nach oben gibt bei der Entwicklung von Everswinkel.“ An Folker gerichtet, erinnerte er an das maßgeblich von der CDU geprägte Gemeindeentwickungs-Konzept, das viel dicker im Umfang und seinerzeit von der CDU „durchgepeitscht“ worden sei. „Seien wir jetzt mutig und versuchen mal was“, betonte Franitza, der sich mit Folker und Andre Gerbermann ein kleines Gefecht mit dem verbalen Florett lieferte.

Bürgermeister Sebastian Seidel erinnerte daran, „mit dem Beschluss des Konzeptes hat man noch lange nicht gesagt, dass man munter alles umsetzen kann“. Natürlich würden Projekte mit der Kommunalpolitik diskutiert, um sich auch die Freigabe der finanziellen Mittel zu holen. Und die Bürger würden ebenso einbezogen.

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