Zwangsversteigerung eines Objektes am Kirchplatz Alverskirchen

Bieter-Wettstreit um altes Haus

Alverskirchen

Das Interesse war groß. Die Immobilie am Alverskirchener Kirchplatz, die am Freitagmorgen vor dem Warendorfer Amtsgericht zwangsversteigert werden sollte, hatte zahlreiche Interessenten angelockt. Es entwickelte sich ein mehr als munterer Bieter-Wettstreit um das mehr als 100 Jahre alte Haus sowie die angegliederte Garage.

Christopher Irmler

Schätzwert deutlich übertroffen Foto: Klaus Meyer

Ein Einfamilienhaus am St.-Agatha-Platz sowie eine Garage kamen am Freitagmorgen vor dem Warendorfer Amtsgericht unter den sprichwörtlichen Hammer. Mit einem derart hohen Interesse hatte man seitens des Amtsgerichts offenbar nicht gerechnet. Kurzfristig fand die Zwangsversteigerung unter freiem Himmel, genauer gesagt auf der Wiese hinter dem Amtsgericht statt.

Der ursprünglich gewählte Verhandlungssaal 1 erwies sich angesichts von rund 30 Teilnehmern als zu klein. Insbesondere in Corona-Zeiten. Unter ihnen waren auch drei Mitglieder der Erbengemeinschaft, die interessiert die Versteigerung verfolgten.

Das genaue Baujahr der Immobilie ist nicht bekannt, wird grob auf die Zeit zwischen 1880 und 1920 datiert. Im Laufe der Zeit erfolgten mehrmalige Umbauten und Modernisierungen nach zeittypischen Standards. Das Einfamilienhaus wird nicht in einer Denkmalschutzliste geführt, allerdings müssen Interessenten mit Rücksicht auf die St-Agatha-Kirche auf all zu gewagte Fassadenarbeiten und Umbaumaßnahmen verzichten.

Als Verkehrswerte für das Wohnhaus wurden 63 000 Euro aufgerufen, für die Garage 5 000 Euro. Den Anfang machte um 9.07 Uhr die Gemeinde Everswinkel, die genau jene 5 000 Euro bot. Schnell war klar: Diese Summe würde nicht ansatzweise ausreichen. Besonders um das Einfamilienhaus entwickelte sich ein munterer Bieter-Wettkampf, an dem sich Privatpersonen aus Everswinkel, Münster, Telgte, Warendorf und Werne beteiligten. Aber auch eine Immobilienfirma aus Tönisvorst und eine Gesellschaft aus Drensteinfurt untermauerten ihr Interesse mit ihren Geboten.

Nach und nach lief es zunächst auf ein Bieter-Duell zwischen einem Mann und einer Frau aus Münster hinaus. Bei 106 000 Euro stieg die Drensteinfurter Gesellschaft aus. Nun ging es hin und her – sowohl beim Wohnhaus als auch der Garage, die zu diesem Zeitpunkt bereits für 15 000 Euro gehandelt wurde. Für 17 600 Euro sicherte sich eine Münsteranerin die Garage.

Das Einfamilienhaus konnte sie jedoch nicht wie erhofft ersteigern. Sie stieg bei 141 000 Euro aus. Nun trat jedoch ein Telgter auf den Plan, der noch einige Runden mit seinem Münsteraner Mitbewerber rang und diesen mit stolzen 151 000 Euro final überbot. Damit endete nach genau einer Stunde um 10.08 Uhr die Zwangsvollstreckung der sehr gefragten Immobilie im Herzen Alverskirchens.

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