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Bundes-Förderprogramm für landwirtschaftliche Museen

„Da sollte sich was machen lassen“

Everswinkel

Mit dem Wiederaufbau der alten Alverskirchener Remise am Mitmach-Museum und der Installation eines neuen Tores hat der Bürgerschützen-Heimatverein (BSHV) gerade ein großes, arbeitsaufwendiges Projekt abgeschlossen. Ist man da nun bereit, gleich wieder mit einem neuen Projekt weiterzumachen? Die Verlockung ist durchaus da; denn es winken Bundesmittel für Museen genau dieser Art.

Klaus Meyer

Das auf die Landwirtschaft ausgerichtete Mitmach-Museum „Up‘n Hoff“ in Everswinkel ist geradezu prädestiniert für die Teilnahme am neuen Förderprogramm des Bundes. Foto: Klaus Meyer

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat in Kooperation mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien frisch ein Förderprogramm aufgelegt. Im Fokus: Regionale landwirtschaftliche Museen in Orten bis 30 000 Einwohner, die sich schwerpunktmäßig unter anderem mit den Themen Landwirtschaft und Landtechnik beschäftigen. Im Topf sind zwei Millionen Euro.

„Da haben wir in Everswinkel mit dem Mitmach-Museum ,Up’n Hoff‘ natürlich ein Vorzeigeobjekt. Daher ist das jetzt natürlich auch hier ein Thema“, sagt Bau- und Planungsamtsleiter Norbert Reher auf WN-Anfrage. Da die Anträge von juristische Personen des privaten und öffentlichen Rechts und somit auch eingetragenen Vereinen gestellt werden können, stehe die Gemeinde bereits mit dem BSHV in Kontakt. „Ob eine Teilnahme erfolgt und wenn ja, mit welcher Idee, muss noch abgestimmt werden.“

Bau- und Planungsamtsleiter Norbert Reher

Der BSHV hat natürlich schnell registriert, dass er „genau in den Adressatenkreis für dieses Förderprogramm fällt“, und grundsätzlich sei man an einer Teilnahme interessiert, erklärt Jörg Edelbrock, Kassierer des Vereins, gegenüber den WN. „Wir haben vereinsintern die ersten Gespräche dazu geführt.“ Es seien auch schon die ersten Ideen entwickelt worden. „In diesem frühen Stadium wäre eine Veröffentlichung aber zu früh. Wir möchten ungern mit einem ,nur halb angedachten‘ Konzept an die Öffentlichkeit.“

Reher zeigt die breite Palette an förderfähigen Möglichkeiten auf. Dazu gehören investive Maßnahmen wie Bauunterhaltung, die Instandsetzung von Ausstellungsräumen, Ausstellungsmodernisierungen, Maßnahmen zur Förderung der Barrierefreiheit, digitale Sammlungsaufbereitung oder auch Anschaffungen für die Durchführung von Veranstaltungen. „Die neue Remise ist gerade fertig gestellt und die jetzt anstehende Fugensanierung an der Scheune wird bereits aus Mitteln der Dorferneuerung gefördert. Aber zu tun gibt es immer“, so Reher. Laut Edelbrock zielen die ersten Überlegungen in Richtung Veranstaltungs- und Präsentationstechnik. „Das wäre relativ schnell realisierbar. Das Thema digitale Ausstellungsaufbereitung bedarf aber noch einiger Vorbereitung. Ob das so kurzfristig realisierbar ist und damit in das Förderprogramm fällt, prüfen wir gerade.“

Die beiden heimischen Bundestagsabgeordneten Reinhold Sendker (CDU) und Bernhard Daldrup (SPD) begrüßen diese Förderinitiative ausdrücklich. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass kleine, regional verankerte Museen jede Unterstützung zur Weiterentwicklung gebrauchen können. Dies ist ein echter Beitrag zu gleichwertigen Lebensbedingungen, weil so die vielfach ehrenamtlich getragenen Museen in ländlichen Räumen ihre wertvolle Arbeit auch zukünftig leisten können“, betont Sendker. Daldrup macht deutlich, „dass zum guten Leben in den Städten und Gemeinden in Gegenwart und Zukunft auch Erinnerungskultur gehört. Die vielfach ehrenamtlich getragenen Museen erinnern daran, wie Menschen in vergangenen Tagen ihren Alltag bewältigt haben. Wir unterstützen die landwirtschaftlichen Museen nun auch finanziell bei ihrer wichtigen Aufgabe.“

Jörg Edelbrock, Kassierer des Bürgerschützen- und Heimatvereins

Förderfähig sind 75 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten bis maximal 50 000 Euro. Ein durchaus verlockender Zuschuss. „Da werden sich bestimmt viele Vereine und Kommunen, die gerade ohnehin ein Projekt in Vorbereitung haben, auf den Weg machen und versuchen, davon zu profitieren“, glaubt Reher. Der Kassierer des BSHV relativiert die Aussicht aber auch etwas: „Es ist natürlich immer schön, wenn Förderungen in dieser Höhe im Raum stehen. Auf der anderen Seite sind aber die restlichen 25 Prozent selber zu tragen.“ Wenn der Verein umfangreichere Projekte angehe, die zuvor nicht in der kurzfristigen Planung gestanden haben, „müssen wir hier auch noch mal kurz über die Finanzierung nachdenken. Aber der BSHV ist grundsätzlich finanziell solide aufgestellt – da sollte sich was machen lassen.“

Lange Zeit zum Überlegen bleibt nicht. Das zum 1. April angelaufene Auswahlverfahren endet nämlich, wenn die verfügbaren Zwei Millionen Euro Fördermittel aufgezehrt sind. Und die Anträge werden nach Eingangsreihenfolge bearbeitet. „Wenn es eine sinnvolle Maßnahme gibt und der Eigenanteil von 25 Prozent gesichert ist, dann darf man in der Tat keine Zeit verlieren“, weiß der Bau- und Planungsamtsleiter. „Wie immer werden solche Förderprogramme kurzfristig aufgelegt und dann muss alles ganz schnell gehen.“ Das ist auch für Jörg Edelbrock, aktiver Kommunalpolitiker der CDU, kein Geheimnis. „Uns ist sehr bewusst, dass die Vergabe im Windhundverfahren läuft. Wir müssen also schnell sein. Da stehen wir also vor dem selben Problem wie die anderen potenziellen Förderempfänger“, sagt er und schiebt schmunzeln nach: „Da wir momentan ja eh kein Schützenfest feiern können, haben wir ja Zeit uns zu kümmern.“

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