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Spargel & Co.: Hof Püning setzt voll auf die regionale Karte

Das ganze Festmahl in einem Rutsch

Everswinkel

Die „Goldgräber-Zeiten“ haben bereits begonnen. Gegraben wird allerdings nicht nach Nuggets, sondern nach langen, weißen Stangen, die im Boden verborgen sind, und die es fachgerecht zu heben gilt. Die Familie Püning hat im vergangenen Jahr erstmals ihren „Claim“ abgesteckt und erfolgreich nach dem „weißen Gold“ geschürft. Seitdem ist der Alverskirchener Hof nicht nur für seine edlen Weihnachtsbäume, sondern auch für sein Edel-Gemüse Spargel bekannt. Darauf wird nun aufgebaut.

Von Klaus Meyerund

Das Konzept des Frühlings-Hof-Shops im offenen Pagoden-Zelt und der Möglichkeit des kontaktlosen „Spargel Drive-in“ ging im vergangenen Jahr voll auf. Die Resonanz machte Mut. Christian und Dörte Püning haben ihre Spargel-Anbaufläche vergrößert, „weil die Vermarktung, wie wir sie hier an der frischen Luft machen, gezeigt hat, dass die Leute gerne kommen.“ Konnte es im vergangenen Jahr noch knapp werden mit der weißen Ware, „haben wir jetzt für den ganzen Tag ausreichend Spargel“. Die Ernte ist – zusammen mit zwei Erntehelfern – Familiensache. Etwa jeder vierte Kunde nutzte den Drive-in, erzählt Christian Püning. Einerseits sei die Angst vor Corona noch größer gewesen, weil Erfahrungswerte fehlten, andererseits „lieben es die Kunden, bei schlechtem Wetter durch den Drive-in zu fahren“. Manche bestellen ihre Wunschprodukte vor, laden dann nur noch ein, zahlen und sind nach fünf Minuten wieder weg.

Christian Püning

Dörte und Christian Püning setzen voll auf die regionale Karte und haben für den Shop etliche Spezialitäten-Anbieter aus der Region mit ins Boot geholt. „Spannend ist für uns, welches Potenzial die regionalen Anbieter haben.“ Die Liste ist beeindruckend. Die Höfe Schulze Wettendorf und Vincke aus Alverskirchen sowie Vienenkötter aus Everswinkel, Runtenberg aus Wolbeck, Gronewäller aus Freckenhorst, Schulze Rötering aus Ahlen, Austermann aus Warendorf sowie die Brennerei Gerbermann, der Körnerladen Warendorf, und auch der Inner Wheel Club steuert Non-Food-Artikel für den guten Zweck bei.

„Man hat eine Schlagkraft, die macht es auch interessant“, sieht Christian Püning ein großes Plus in der Konzentration regionaler Produkte. Da kommt zusammen, was zusammen passt. Die Möglichkeit, neben Spargel auch Grill- und Wildfleisch, Kartoffeln, Eier, Nudeln, Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Chutneys, Marmeladen, Ketchup und Bärlauch-Pesto, Brotbackmischungen und Burger-Buns bis hin zu Weinen, Spirituosen und Erdbeeren in einem Rutsch fürs Festmahl zu Haus mitnehmen zu können, „scheint den Leuten zu gefallen“. Nun ist auch noch eigenes Wildfleisch hinzugekommen. Wildschwein, Rotwild, Rehwild, Damwild, aufbereitet durch die Fleischerei Hokamp aus Ostbevern. „Wir haben zum Beispiel Burger-Patties, die sind der Verkaufsschlager“, freut sich Christian Püning.

In Sachen Spargel, dessen Kapitel in diesem Jahr wegen der langen Kältephase einige Tage später aufgeschlagen wurde, gibt‘s jetzt übrigens auch ein Joint Venture. Zu den Gastronomie-Betrieben, die den Püning-Spargel für sich entdeckt haben, gehört auch der Gasthof Diepenbrock. Der zaubert aus dem Rohstoff unter anderem eine feine Spargelcreme-Suppe, die auch im Ein-Liter-Glas zum Mitnehmen angeboten wird. „Das ist, glaube ich, die höchste Form der Vollendung unseres Spargels“, schwärmt Püning. „Flüssiges Gold“ quasi.