1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Everswinkel
  6. >
  7. Das neue Everswinkel

  8. >

Grünes Licht für Neubebauung an der Warendorfer Straße

Das neue Everswinkel

Everswinkel

Der Weg ist frei für das „neue Everswinkel“. Und das wird an der Warendorfer Straße entstehen. Dort, wo von politischer Seite von einem bisherigen städtebaulichen „Schandfleck“ gesprochen wird und wo Planer zurückhaltender formulierend von der „Beseitigung eines städtebaulichen Missstandes“ reden. Das Projekt „Leben und Wohnen im Ortskern“, für das das Planungsbüro „Göttker und Schöfbeck“ zusammen mit der Wittkamp Wohnbau GmbH als Investor (beide Ostbevern) verantwortlich zeichnen, hat vom Planungsausschuss jetzt einstimmig grünes Licht erhalten.

Klaus Meyer

Man könnte annehmen, es ist schon gebaut: Die Illustration zeigt, wie es in knapp zwei Jahren an der Warendorfer Straße aussehen wird. Die neue Wohnbebauung wird das bisherige Dartmann-Gelände schnell vergessen machen. Foto: Büro Schöfbeck/Büro TAAO

Vorausgegangen waren im November eine Bürgerversammlung mit rund 50 Teilnehmern sowie die öffentliche Auslegung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans im November und Dezember. Vermutlich in knapp zwei Jahren wird die Warendorfer Straße mit neuer Architektur glänzen.

„Es ist ein ganz tolles Projekt, eine schöne Sache – eine Brachfläche, die wir mit neuem Leben füllen. Das ist Nachverdichtung par excellence“, geriet Bürgermeister Sebastian Seidel förmlich ins Schwärmen und steckte mit seiner Euphorie auch die Kommunalpolitiker weitestgehend an. CDU-Fraktionschef Dirk Folker sprach von einer „tollen Planung“ und einer aus CDU-Sicht gelungenen Optik im Hinblick auf Materialien und Höhen. „Das wird hundertprozentig unser Ortsbild an der Stelle verändern – aber sehr positiv“. Wolfgang Effing (FDP) bezeichnete das Projekt als „städtebauliche Bereicherung auf einem Filetstück der Gemeinde“ mit neuem Wohnraum, und Grünen-Sprecher Karl Stelthove begrüßte die Intention der innerörtlichen Verdichtung – „das hier ist eine gute Gelegenheit“. Zustimmung auch von SPD-Fraktionsführer Dr. Wilfried Hamann, der die Nachfolgebebauung begrüßte, allerdings einen zu erwartenden erhöhten Parkdruck als „Wermutstropfen“ befürchtet, da mehr als ein Auto pro Haushalt zu erwarten sei – „das wird Konsequenzen haben“. Grundsätzlich sehe die SPD aber eine „richtige Entwicklung an der Stelle, denn wir hätten dort nicht wieder Gewerbe hineinbekommen“.

Grundlage für diesen vorhabenbezogenen Bebauungsplan ist ein Durchführungsvertrag zwischen der Gemeinde und dem Investor Werner Wittkamp, der unter anderem die Verwirklichung des Projektes in einer bestimmten Frist, die Verpflichtung zur Übernahme von Planungs- und Erschließungskosten sowie Material- Farbvorgabe der Fassaden und die Schaffung der sechs öffentlichen Parkplätze beeinhaltet. Dieser Vertragsentwurf wurde vom Ausschuss vor dem Bebauungsplanbeschluss abgehakt.

Auf dem ehemaligen Dartmann-Gelände, das von Wittkamp erworben wurde, entstehen 24 barrierefreie Eigentumswohnungen in einer Riegelbebauung an der Warendorfer Straße sowie auf der Rückseite „Auf dem Esch“ weitere sechs Wohneinheiten in Reihenhäusern (die WN berichteten). In der gemeinsamen Tiefgarage werden 35 Pkw-Stellflächen und eine Fahrradabstellanlage geschaffen.

Maren Dinter vom Stadtplanungsbüro Tischmann und Schrooten arbeitete sich im Ausschuss noch einmal durch die Abwägungstabelle, in der die Gemeinde auf die eingegangenen Stellungnahmen und Anregungen eingeht und diverse Fragen zum Projekt beantwortet werden. Dinter bilanzierte „ein wirklich sehr passendes Grundstück für die Innenentwicklung“ und das Vorhaben greife di dichte Bebauung des Historischen Vierecks auf.

Das Unternehmen Wittkamp investiert einen einstelligen Millionenbetrag in das Projekt, mit dem laut Schöfbeck im Frühjahr begonnen werden soll. Die Bauanträge liegen beim Kreis. Etwa drei Wochen werden für die Abrissarbeiten der alten Dartmann-Bebauung und des Nachbarhauses veranschlagt, wobei dies vor dem Hintergrund von Rückständen im Boden und einer Asbestproblematik im alten Autohaus gutachterlich begleitet werde. Die reine Bauzeitbeziffert Schöfbeck auf mindestens 18 Monate, so dass die Fertigstellung – wenn alles glatt läuft – Ende 2017 bis Anfang 2018 erfolgen könnte. Die Baugrube wird beachtlich sein und – wegen der Tiefgarage – bis zu 5,50 Meter in die Tiefe reichen. Schon jetzt sei die Nachfrage nach den Eigentumswohnungen „Leben und Wohnen im Ortskern“ rege.

Startseite