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Freispruch nach kurzem Prozess

Der Falsche auf der Anklagebank

Telgte

Eigentlich hatte der Angeklagte aus Westbevern seit rund 20 Jahren keine Verbindungen mehr zu seinem ehemaligen Wohnsitz Everswinkel. Die Tatsache, dass er dort (nach eigenen Angaben) unwissentlich noch immer einen zweiten Wohnsitz angemeldet hatte, rückte ihn kurzfristig in den Fokus polizeilicher Ermittlungen wegen sexueller Belästigung. Vor dem Amtsgericht klärte sich die Sachlage schnell.

Von Christopher Irmler

Die Pandemie kann auch Auswirkungen auf die Arbeit der Strafverfolgungsbehörden haben: Im Rahmen einer Amtsgerichtsverhandlung musste sich ein 46-jähriger Telgter verantworten. Ihm wurde vorgeworfen, im Mai 2021 zwei junge Frauen im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses in Everswinkel sexuell belästigt und das Duo bis in den Keller verfolgt zu haben.

Der Angeklagte beteuerte, seit fast 20 Jahren nicht mehr in Everswinkel zu leben und am fraglichen Tag mit Angehörigen in Westbevern gegrillt zu haben, was diese auch bestätigen könnten. Eine Geschädigte sagte aus, es handele sich beim Angeklagten nicht um den Täter. Schnell war klar: Hier saß der Falsche auf der Anklagebank. Die Ursachenforschung ergab: Die beiden Belästigten hatten ihre Anzeige schriftlich bei der Polizei eingereicht und angegeben, der Mann sei aus einer Wohnung des Hauses gekommen. Da beim 46-Jährigen - laut eigener Aussage ohne dessen Wissen - noch Everswinkel als Zweitwohnsitz vermerkt war, geriet er in den Fokus. Die Vorsitzende Richterin gab mit Blick auf die Art der Anzeigenaufnahme zu bedenken, dass sich auch die Beamten gegen die Pandemie schützen müssten. Am Ende herrschte über den Freispruch Einigkeit.

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