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Erarbeitung eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes

Der Schlüssel für die Fördermittel

Everswinkel

Es wurde durchaus als kleine städtebauliche Sternstunde empfunden, was die Raumplanungs-Masterstudenten der TU Dortmund nach monatelanger Beschäftigung mit der Vitus-Gemeinde da am 4. November vergangenen Jahres im Planungsausschuss an freigeistigen Ideen für eine Attraktivierung des Ortskerns präsentierten. Aber wie geht‘s nun weiter? Um an Fördergelder zu gelangen, ist noch etwas Arbeit erforderlich.

Von Klaus Meyer

Planungsideen der Raumplanungs-Masterstudenten der TU Dortmund für eine Attraktivierung des Magnusplatzes – unter anderem mit einer Fortführung des lebendigen Bandes durch die Fußgängerzone, Beleuchtung, Sitzgelegenheiten (mobile und begrünte), einem Wasserspiel mit Denkmal, einer Integration von Spielelementen sowie einer Außengastronomie. Foto: Raumplanungs-Masterstudenten TU/Fotos: Klaus Meyer

Der Bürgermeister selbst bezeichnete sich angesichts des Inputs der Raumplanungs-Studenten seinerzeit gar als „geflasht“. Jetzt, ein halbes Jahr später, geht es darum, den Zug aufs Gleis zu heben und für diesen Teil des Gemeindeentwicklungs-Konzeptes Fahrt aufzunehmen.

Im Planungsausschuss und im Rat stellte die Gemeindeverwaltung ihren beabsichtigten nächsten Schritt vor: In „enger Abstimmung mit der Bezirksregierung“ soll im kommenden Jahr ein Erstantrag gestellt werden, um in die Programmkomponente „Lebendige Zentren – Erhalt und Entwicklung der Orts- und Stadtkerne“ der Städtebauförderung zu gelangen. Ziel dieser Schiene sind die Anpassung, Stärkung, Revitalisierung und der Erhalt von städtischen und gemeindlichen Zentren im Allgemeinen sowie die Unterstützung bei der Entwicklung attraktiver und identitätsstiftender zentraler Bereiche für Wirtschaft, Wohnen, Arbeiten und Kultur im Besonderen.

Konkret winkt eine Förderquote von 50 Prozent bei städtebaulichen Maßnahmen. Laut Philipp Elsbernd vom Bau- und Planungsamt liegen die möglichen Investitionen im Ortskern bei geschätzten vier Millionen Euro. „Es gibt eine Menge an Maßnahmen, die wir uns vorstellen könnten.“ Dazu zählen etwa die Aufwertung des Magnusplatzes und des Areals südlich des Kirchplatzes an der Vitusstraße, ein Hof- und Fassadenprogramm, die optische und energetische Sanierung einzelner Bereiche, eine Aufwertung von Wegeverbindungen ins Zentrum wie auch eine Prüfung zur Aktivierung neuer Flächen für Wohnraum im Ortskern. Zeitliche Zielmarke für die Realisierung aller angestrebten Maßnahmen ist das Jahr 2030. „Das Ganze gilt es jetzt feinzuschleifen.“

Philipp Elsbernd vom Bau- und Planungsamt

Es gehe nun darum, „den Blick auf wirklich dicke Fische zu lenken“, machte Elsbernd deutlich und verwies darauf, dass im laufenden Jahr in NRW rund 350 Millionen Euro an Fördermitteln in verschiedenen Programmen veranschlagt seien. Für die Gemeinde sei es sinnvoll, die Programmlinie „Lebendige Zentren“ anzustreben. Um da mitspielen zu können, seien eine räumliche Abgrenzung wie auch ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) Voraussetzung und Maßnahmen zum Klimaschutz Pflicht. Mit der Bezirksregierung Münster habe man einen „sehr kooperativen“ Partner.

Bis zum Herbst soll das ISEK erarbeitet und verabschiedet werden, um in die Umsetzungsphase mit der Planung der Maßnahmenumsetzung zu gelangen. Die Gemeinde hat dabei den Vorteil, dass mit dem Gemeindeentwicklungs-Konzept, der Kooperation mit den Raumplanungs-Studenten der TU Dortmund sowie den Beteiligungsformaten schon umfassende Vorarbeit geleistet wurde. Der Erstantrag für die Städtebauförderung geht dann bis zum 30. September nächsten Jahres auf den Weg. Die bauliche Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen würde ab 2024 folgen. Für die Haushaltsplanung ist es dabei zwingend, rechtzeitig vorher zu entscheiden. „Wir müssten in jedem Jahr wissen, was wir im nächsten Jahr umsetzen wollen“. Auf die Frage nach den Kosten für die ISEK-Erstellung antwortete Elsbernd, dass sich das in einem vierstelligen Bereich bewege und ebenfalls zu 50 Prozent förderfähig sei.

Kleiner Wermutstropfen: Das Städtebauförderungsprogramm greift nicht für das deutlich kleinere Alverskirchen. Elsbernd hatte aber ein „Trostpflaster“ parat: Dort sollen ausgewählte Maßnahmen zur Umgestaltung der Dorfmitte aus dem Topf zur Umsetzung des Gemeindeentwicklungs-Konzeptes und nach Möglichkeit aus Mitteln des Dorferneuerungsprogramms finanziert werden. Dieses Programm hat seit 2018 laut Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau- und Gleichstellung über 82 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

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