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Direkte Hilfe ohne Umwege

Kölsche Cover Band unterstützt Kinderheim und Kita-Elterninitiative

Everswinkel

Die Stimmung war bestens an dem Abend. Nicht verwunderlich, wenn die Kölsche Cover Band mal wieder die Bühne mit kölschem Liedgut rockt. Das Bühnen-„Comeback“ nach der Corona-Zwangspause war ein besonderes, denn es diente dem guten Zweck. Der Erlös des Benefizkonzerts sollte direkt an Opfer der Flutkatastrophe gehen. Inzwischen haben die fünf Musiker auch zwei geeignete Empfänger in Rheinbach gefunden und die beachtliche Spendensumme, die zusammengekommen war, weitergeleitet.

Von Klaus Meyer

Begeisternder Benefiz-Konzertabend mit der Kölschen Cover Band am 4. August mit beachtlichem Erlös. Von den Kindern gab es jetzt eine selbstgebastelte Dankeskarte für die Spende. Foto: Klaus Meyer/privat

Irgendwie passte das Wetter an jenem 4. August zum Thema. Eine dunkle Regenfront hing über dem Vitus-Dorf, verzog sich dann aber noch rechtzeitig, bevor Christoph Görges, Fabian Hestermann, Steffen Serries, Christian Korte und Andreas Meier die wenigen Stufen zum mobilen Bühnenwagen erklommen und mit reichlich Tsching, Tsching, Tschingderassabum ein kölsches Feuerwerk zündeten. Nach mehr als einem Jahr Corona-Zwangspause sprühte die kölsche Boygroup nur so vor Spielfreude. Und das auch noch mit einem löblichen Gedanken im Hinterkopf: Wir wollen helfen, wir wollen Opfer der Flutkatastrophe unterstützen, die mehr oder weniger alles verloren haben.

200 Zuschauer ließen die Euros springen, tranken und verzehrten für den guten Zweck. Rund 400 hätten es sogar sein können, wenn das Corona-Konzept nicht die Grenze gezogen hätte. Am Ende klingelten stolze 7500 Euro in der Konzertkasse der Kölschen Cover Band. „Wir haben zwei Einrichtungen gefunden, an die jeweils 3750 Euro übergeben werden konnten“, berichtet Schlagzeuger Christian Korte. Über den früheren Everswinkeler und heutigen Rheinbacher Bürgermeister Ludger Banken kam der Kontakt zustande.

Die beiden Einrichtungen wurden vom Hochwasser voll erwischt. Danach bot sich ein Bild der Zerstörung. Foto: privat

„Die Suche stellte sich letztlich als gar nicht so einfach heraus, da wir gerne allgemeine Spendenkonten umgehen wollten, um Gewissheit zu haben, dass ohne Umwege, direkt und persönlich vor Ort geholfen wird.“ Die Wahl fiel auf das „Kinderheim Dr. Dawo“ und die Elterninitiative „Kleine Strolche Flerzheim e.V.“ in Rheinbach. Das Kinderheim ist 1952 von Medizinern und Psychologen gegründet worden. Darin werden heute behinderte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene betreut und gepflegt. Die Elterninitiative „Kleine Strolche Flerzheim e.V.“ wurde 1994 gegründet und betreut 40 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren.

„Beide Einrichtungen wurden vom Hochwasser stark zerstört. Die Gebäude waren nicht mehr nutzbar. Die Kinder konnten von heute auf morgen nicht mehr in ihrer gewohnten Umgebung wohnen und spielen. Auch pädagogische Maßnahmen konnten aufgrund der massivem Zerstörungen nicht mehr durchgeführt werden“, erzählen Sänger Görges und Bassist Meier. Zum Glück bewahrheitete sich nicht die Befürchtung, dass die Gebäude einsturzgefährdet sein könnten. Gitarrist Serries weiß, „leider fallen private geführte Einrichtungen schnell durchs Hilferaster. Insbesondere deshalb sind wir überzeugt, dass das Geld gut verwendet werden kann“, etwa für neues Spielzeug, Geräte, Instandsetzungsarbeiten, Mobiliar oder auch pädagogische Maßnahmen. „Es fehlt aktuell an allen Ecken.“

Die Benefiz-Aktion der Band kann somit als voller Erfolg verbucht werden. Die fünf Musiker danken allen Gästen und Unterstützern – auch denen, die gar nicht am Konzert teilnehmen konnten, aber dennoch ihre Geldbörsen geöffnet haben. „Da steht abends jemand aus dem Bekanntenkreis vor der Haustür und sagt, ,eine großartige Sache die Ihr da aufzieht. Leider kann ich nicht da sein‘ und drückt dir einen Geldschein in die Hand“, erinnert sich Keyboarder Hestermann.

Als Zeichen der Dankbarkeit haben die Kinder eine Karte gebastelt und der Kölschen Cover Band geschickt. Foto: privat
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