1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Everswinkel
  6. >
  7. Ein Konzert der Superlative

  8. >

„Unite My people“ in St. Magnus

Ein Konzert der Superlative

Everswinkel

Es war ein Konzert der Superlative – in jeder Hinsicht: Die Musik ging über Grenzen hinweg, die St.-Magnus-Kirche als wunderbare Konzertkulisse an Pfingsten und eine hohe Spendenfreudigkeit der Besucher zu Gunsten ukrainischer Geflüchteter. Und das alles gekrönt von einer berührenden Musik so vieler Nationen.

Ein Riesenerfolg für den Initiator und Leiter des Pfingstkonzertes Thomas Kraß: Mehrere Chöre, sowie zahlreiche Solisten und Helfer wirkten beim Pfingstkonzert zum biblischen Motto: „Unite My People“ mit.

Den ersten Superlativ gab es bereits knappe 15 Minuten vor Beginn des ökumenischen Pfingstkonzertes am Montagabend. Da nämlich war die katholische St. Magnus Kirche bereits bis auf den letzten Platz besetzt, so dass zahlreiche Helfer noch zusätzliche Stühle herbeischafften. Unter dem biblischen Motto „Unite My People“ erklang ein rund 90 minütiges Programm aus sakraler Vokalmusik mit Liedtexten in zahlreichen unterschiedlichen Sprachen – für die meisten der Sängerinnen und Sänger in ihren Heimatsprachen.

William Albrights sphärisches „An Alelujah Super-Round“, dargeboten von einem Projektchor, hatte der Initiator und Leiter des Konzertes, der Everswinkeler Kirchenmusiker Thomas Kraß, an den Beginn der Programmfolge gesetzt. Von außen schritten langsam zahlreiche Sängerinnen und Sänger hinein, und sodann im Inneren des halligen Kirchenschiffs im Kreis um die Bänke herum. So entstand ein klangliches Mosaik aus kleinen, sich ständig abwechselnden und verschiebenden Klangmotiven, bevor sich schließlich alle Sänger im Altarraum sammelten.

Tamilische Gesänge

Auf tamilisch sangen im Anschluss Pfarrer Thanasekar und Nellai Jesurajan zusammen mit dem in Trachten gekleideten Indischen Chor „Enthedal nee“ (Wir suchen Dich, Gott), gefolgt von Gilbert Lawongs unbegleiteten Liedern „King Solomon Choir Tatum“ und „Kiyoy kee ranin“ in Lamnso, einer in Kamerun gesprochenen Sprache. Routiniert und mit voller Stimme brillierte Musicalsängerin Maren Stockmann mit „Still“ des Briten Reuben Morgan, begleitet von Thomas Kraß. Zenawi Daniael aus Eritrea begleitete das auf tigrinisch dargebotene „Ich liebe dich, Jesus“ eines unbekannten Komponisten hingegen selber auf einem Keyboard.

Die Soloauftritte der einzelnen Künstlerinnen und Künstler berührten das Publikum. Foto: Foto: Bernhard Zimmermann

Ganz ohne Mikrofon und Verstärkung gelangen Sandra Botor mit dem Lied „Gamle Mor“ op.33 Nr. 7 des Norwegers Edvard Grieg vorzügliche klassisch-romantische Kontraste zum bis dahin eher folkloristisch und poppigen Programm – wiederum von Kraß am E-Piano begleitet. Typische und wunderschöne melismatisch-orientalische Inspirationen sang die Armenierin Meline Akulyan in den Liedern „Komitas – Krunk usti kugas“ und „Komitas – Ter voxormya“. In ein japanisches Kimonogewand gekleidet gestaltete Kuriko Hagemeyer mit voller, warmer Stimme Teiichi Okanos „Tatsuyuki Takano – Furusato“ (Die Heimat) und Junko Yamamotos „Ten no komori-uta“ (Himmlisches Wiegenlied). Begleitet wurde sie, genau wie im Anschluss die Ukrainerin Nataliia Berbetova mit Alexander Pnomariovs „Varto chy ni“, und ganz zum Schluss die Choralschola & Chor „Harmonie“ mit Thomas Gabriels und Luise Hensels Hymnus „Te lucis ante terminum“ von Thomas Kraß. Mekonnen Tekeste Kiflu, ein derzeit in Everswinkel zu Gast lebender evangelischer Priester, gestaltete ein inniges Pfingstgebet auf tigrinisch. Darin bat er: „Zerstöre den bestehenden regionalen Hass, und den unversöhnlichen Geist unter den Nationen und erinnere uns daran, dass unser Leben in dieser Welt nur vorübergehend ist.“

Den letzten Superlativ dieses Abends verkündete Thomas Kraß allerdings erst zwei Tage nach dem tollen Konzert: Die Kollekte zu Gunsten ukrainischer Geflüchteter am Kirchenausgang brachte stolze 2455,25 Euro ein.

Riesenerfolg für den Initiator und Leiter des Pfingstkonzertes Thomas Kraß. Die Kollekte zu Gunsten ukrainischer Kriegsflüchtlinge am Ende des gut eineinhalb stündigen Konzertes ergab stolze 2455,25 Euro.“ Foto: Foto: Bernhard Zimmermann

Inzwischen ist unter diesem Link ein Video vom gesamten Konzert bei Youtube veröffentlicht.

Startseite
ANZEIGE