1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Everswinkel
  6. >
  7. Ein Mix aus Realität und Fantasie

  8. >

Ausstellung mit Werken von Thomas Prautsch eröffnet

Ein Mix aus Realität und Fantasie

Everswinkel

Eine sehenswerte Ausstellung schmückt derzeit das Everswinkeler Rathaus. Thomas Prautsch zeigt beeindruckende Arbeiten, bei denen das Thema Licht eine große Rolle spielt.

Von Marion Bulla

Thomas Prautsch vor einem seiner großformatigen Werken. Es zeigt den Hamburger Hafen. Foto: Marion Bulla

Eine mit Moos bewachsene Treppe, an der Wasser herunterfließt, sich im Feuerglanz bewegende Flammen, der Hamburger Hafen im Abendlicht, Häuser und Landschaften aus der Vogelperspektive – das sind nur wenige Beispiele der Arbeiten von Thomas Prautsch. Auf Einladung des Kulturkreises, der in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag feiert, präsentiert der Maler seit Sonntag mehr als 25 seiner beeindruckenden Werke im Everswinkeler Rathaus.

Oftmals sind sie großformatig und die meisten in Öl auf Leinwand gemalt. Die Ausstellung des Münsteraner Malers ist absolut sehenswert. Der Künstler geht mit weit offenen Augen durch die Welt und nimmt seine Umwelt sehr bewusst wahr. Immer mit dabei, eine Kamera. Denn sieht er ein Motiv, so wird es als digitale Gedächtnisstütze entweder fotografiert oder gefilmt. „In vielen meiner Bilder ist Licht das große Thema und steht im Mittelpunkt. Ich habe fast alles, was ich male, auch selbst gesehen“, sagt der Maler und fügt an, er arbeite gerne aber auch mit einem Mix aus Realität und Fantasie, um seine eigenen Ideen einzubringen. Wie bei dem Bild von einer Baustelle an einem Kanal in Münster. Da habe er den Eindruck gehabt, das Bild kippe und aufgrund dessen einen Kran entfernt sowie einen Wasserweg hinzugefügt.

Konzentration auf Strukturen

Das Interessante an den Arbeiten sind unter anderem die Konzentration auf Strukturen. Steht der Betrachter nahe vor einem der Exponate, so scheinen sie zu verschwimmen und sich aufzulösen. Das Bild wirkt abstrakt und unwirklich. Je weiter man sich entfernt, umso klarer erkennt man, um was es sich handelt.

Die Feuer-Bilder im oberen Bereich des Rathauses sind auf eine andere Weise faszinierend. Rot leuchtende Flammen züngeln sich im Feuerschein. „Die Bewegung und das Licht fand ich hier spannend und das hat mich gereizt“, erläutert Thomas Prautsch.

Kunsthistorikerin Dr. Annette Georgi führte in die Ausstellung ein. Foto: Marion Bulla

Dr. Annette Georgi führte am Sonntag in die Ausstellung ein. Nachdem die Kunsthistorikerin kurz über den Werdegang und die Biografie des Künstlers berichtet hatte, ging sie mit Prautsch durch die Ausstellung.

„Thomas Prautsch verzichtet in seinen Arbeiten auf die Darstellung von Menschen oder Autos. Er will keine Ablenkung“, sagte sie etwa und zeigte auf ein Bild mit einem an einem Fluss liegendem Haus. Nur Natur. Bis auf eine Ausnahme: Rechts ist eine Deutschlandflagge zu sehen. „Wie kam das?“, fragte Georgi. „Zu der Zeit lief gerade die Fußball-WM“, erklärte Prautsch und gab zu, dass er lange überlegt habe, ob er die Fahne überhaupt mit einbeziehen solle.

Stolz auf 25 Jahre Kulturkreis

„Wir freuen uns, die Wände im Rathaus nach langer Zeit wieder zu verschönern“, bemerkte Herbert Schulze vom Arbeitskreis Bildende Kunst, bevor er ein wenig von den Anfängen des Kulturkreises erzählt. 1996 mit 13 Gründungsmitgliedern hätten sie die Kulturarbeit ehrenamtlich im Rathaus übernommen. „Das war eine große Aufgabe und ordentliche Nummer. Auf die Ergebnisse sind wir stolz“, sagte Schulze und bedankte sich bei der Gemeinde für die gute Zusammenarbeit. Das konnte Sebastian Seidel nur zurückgeben. „Man sieht die erfolgreiche Arbeit in der Bilanz“, bemerkte der Bürgermeister und zielte damit auch ab auf die Auszeichnungen, die der Kulturkreis erhalten hat für ehrenamtliches Engagement und für ihr Format „Bühne frei!“.

Startseite
ANZEIGE