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Everswinkel mit sechs weiteren Kommunen am Ball

Ein neuer Anlauf fürs Car-Sharing

Everswinkel

Es ist ruhig geworden ums Thema Car-Sharing. Geschuldet ist diese Wahrnehmung der seit zwei Jahren andauernden Corona-Pandemie, die sich zweifellos auch auf die Mobilität und die Nutzung von Car-Sharing-Fahrzeugen ausgewirkt hat. Nun soll dieses Thema neue Impulse erfahren.

Von Klaus Meyer

Durch die Corona-Pandemie war das Car-Sharing in der Gemeinde, das mit der Firma „teilautos“ ins Leben gerufen worden war, aus dem Fokus verschwunden. Das soll sich nun ändern.. Foto: BTA/Gemeinde/Klaus Meyer

Everswinkel sowie Ahlen, Beckum, Beelen, Oelde und Sendenhorst haben sich gemeinsam um eine Förderung im Zuge des landesweiten Wettbewerbs „Teil.Land NRW – Car-Sharing in der Fläche“ des Zukunftsnetzes Mobilität NRW beworben. Mit Erfolg. Die Kommunen-Gruppe wird professionelle Unterstützung beim Aufbau eines Car-Sharing-Systems erhalten. Ziel ist eine Forcierung des Angebotes im gesamten Kreis Warendorf.

Die Ausschreibung erfolgt durch die beteiligten Kommunen zusammen, um einen passenden gemeinsamen Anbieter zu finden. Dem wird eine finanzielle Starthilfe über drei Jahre gewährt, „dann sollte es sich etabliert haben“, erklärte die gemeindliche Wirtschaftsförderin Pia Eggert im Planungsausschuss. So sollen die Mindereinnahmen in der Phase im ersten Jahr mit bis zu 600 Euro pro Fahrzeug und Monat, im zweiten Jahr mit bis zu 400 und im dritten Jahr mit bis zu 200 Euro erstattet werden. Die Mindereinnahmen errechnen sich aus dem Mindestumsatz abzüglich des tatsächlich erzielten Umsatzes. Mindestens zwei Fahrzeuge sollen vor Ort bereitgestellt werden, Ziel seien aber drei, am besten sogar vier Autos. „Die Spritpreise steigen, und das weckt auch das Interesse an Elektro-Mobilität“, sagt Eggert. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Zumal der Klimaschutz als Top-Thema hinzukomme.

Bürgermeister Sebastian Seidel

„Wir müssen das rechtlich absichern, deshalb dieser Zusammenschluss und das gemeinsame Vorgehen“, verdeutlichte Bürgermeister Sebastian Seidel. Die Starthilfe sei ja gedeckelt auf 600 Euro pro Auto und Monat. „Es ist ein gutes Projekt. Wir hatten das ja schon in der Gemeinde.“ In der Tat. Im Oktober 2017 ging Oliver Hock mit seinem Unternehmen „teilautos“ in Everswinkel an den Start, 2019 folgte auf Initiative des Bürger-Teams der Standort Alverskirchen. Letzterer ist in der Pandemie-Zeit weggefallen.

Ortsübergreifende Nutzung der Fahrzeuge in der Region

Seitens der Gemeindeverwaltung und auch der Kommunalpolitik wird Car-Sharing als „wichtiger Baustein für einen umwelt- und klimaschonenden Verkehr“ betrachtet. So könne es eine Alternative für viele Zweit- und Drittwagen privater Haushalte im ländlichen Raum sein und die Pkw-Anzahl im Verhältnis 6:1 reduzieren. „Stationäres Car-Sharing verändert das Mobilitätsverhalten, weil der allgemeine Pkw-Besitz reduziert wird und Kunden sich häufiger umweltfreundlich fortbewegen – mit dem ÖPNV, dem Fahrrad oder zu Fuß“, ist man sich beim „Zukunftsnetz Mobilität NRW“ sicher.

Ein gemeinsamer Anbieter würde den Vorteil einer ortsübergreifenden Nutzung der Fahrzeuge in der Region ermöglichen. Ziel sei es, neben Car-Sharing-Standorten an Mobilstationen mit optimaler Anbindung an den ÖPNV auch Standorte in Wohn- und Gewerbegebieten einzurichten. Darüber hinaus gelte es „Mobilität ganzheitlich zu denken“ und Wegeketten attraktiv zu machen. Dies hat die Gemeinde bereits mit dem seinerzeitigen ÖPNV-Modellprojekt 2014 (Mobilstation Rad und Bus) begonnen und mit dem Projekt Lastenräder fortgesetzt. Das formulierte Ziel lautet, bis 2025 ein stabiles und selbst tragendes Car-Sharing-Angebot zu etablieren und auszubauen. Angestrebt wird, dass in den beteiligten Kommunen mindestens drei Prozent der Bevölkerung als Nutzer angemeldet sind.

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