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Bauarbeiten schreiten voran

Ein Teil der Mauer der neuen JVA steht 

Everswinkel/Münster

Fast ein Drittel der Haftmauer für die neue Justizvollzugsanstalt Münster steht. Bei dem Projekt im kommunalen Dreieck von Münster, Everswinkel und Telgte sind damit die vorbereitenden Maßnahmen in der Endphase. Vertreter des Landes und der JVA Münster machten sich vor Ort ein Bild.

Von Klaus Meyer

Mauerbau auf dem JVA-Gelände, das derzeit wie eine Mondlandschaft wirkt mit den zahlreichen Erdhügeln. Foto: Klaus Meyer

Mittwochnachmittag, deutlich nach 17 Uhr. Still ruht das Gelände. Die Baufahrzeuge wirken wie eingeschlafen, kein Mensch auf dem 18 Hektar großen Terrain, das mit den Erdhügeln wirkt wie eine Mondlandschaft. Wer es nicht besser wüsste, könnte meinen, hier – im kommunalen Dreieck von Münster, Everswinkel und Telgte – entstünde ein neuer großer Freizeitpark. Phantasialand Münster oder so etwas in der Art. Doch Achterbahnen und Wasserrutschen werden hier nicht entstehen. Stattdessen dicke Mauern und vergitterte Zimmer. Die erste dieser Mauern wird gerade gebaut.

Neun Tonnen wiegt jedes der am Ende 433 Beton-Elemente, die zusammen ein fast 1,1 Kilometer langes und rund fünf Meter hohes unüberwindliches Bauwerk zwischen „drinnen“ und „draußen“ bilden werden. Beim Blick aufs Gelände dürfte wohl fast ein Drittel der künftigen Haftmauer der neuen Justizvollzugsanstalt Münster (JVA) errichtet sein. Fugengenaue Maßarbeit mittels Kraneinsatz wie bei einem überdimensionalen Lego-Spiel.

Vom Fortgang der Arbeiten machten sich jüngst Projektverantwortlicher Martin Willers und Abteilungsleiter Klaus Siniawa vom BLB NRW, Projektgruppenleiter Klaus Krüger vom Justizministerium, JVA-Leiter Carsten Heim, Geschäftsführerin Gabriele Willems und Niederlassungsleiter Markus Vieth vom BLB NRW (v.l.) ein Bild. Foto: BLB NRW

Konturen der Außenanlagen erkennbar 

Vertreter aus dem Justiz-Ministerium NRW und der JVA Münster machten sich kürzlich ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten. „Durch den beachtlichen Baufortschritt lassen sich schon konkrete Konturen der Außenanlagen erkennen“, stellte Klaus Krüger, Projektgruppenleiter zur Umsetzung des Justizvollzugsmodernisierungsprogramm des Ministeriums fest. Und Münsters JVA-Leiter Carsten Heim konnte nur zustimmen: „Das ist schon eindrucksvoll, was wir hier sehen können.“

Mit dem Bau der Haftmauer sei das Projekt nach der jahrelangen Planungs- und Vorbereitungsphase nun „sehr konkret“ geworden. Ein Projekt, das „praktisch auf der grünen Wiese“ erreichtet werde, wie Markus Vieth, technischer Leiter der Niederlassung Münster des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW (BLB NRW) anmerkte.

Die neue JVA entsteht somit von außen nach innen. Die Haftmauer ist der Abschluss der vorbereitenden Maßnahmen für die künftige Haftanstalt, die einmal 640 Plätze für Strafgefangene umfassen wird. Zu den Vorbereitungen zählten laut BLB die Bepflanzung von mehr als 1,6 Hektar Fläche mit heimischen Bäumen und Sträuchern, das Setzen von etwa 13 000 Pflanzen im vergangenen Winter und Frühjahr sowie zuvor die Verlegung von zwei Entwässerungsgräben und Einrichtung einer Auenlandschaft. Wichtiges Element dabei auch die Schaffung von drei Hektar Überflutungsflächen, um Stauwasser auf angrenzenden Äckern zu vermeiden, wie Projektverantwortlicher Markus Willers aufzeigt. Nach den vorbereitenden Arbeiten wird mit dem Bau der JVA-Gebäude begonnen. Hier rechnet man seitens des BLB mit einer Bauzeit von rund drei Jahren, so dass die Fertigstellung der Anlage, für die ein dreistelliger Millionenbetrag anfallen dürfte, für 2025 angepeilt wird. Das Abwasser der künftigen JVA wird – wie berichtet – über die Everswinkeler Kläranlage gereinigt.

An der nördlichen Grundstückgrenze ist die Haftmauer für die künftige JVA Münster bereits aufgestellt. Foto: BLB NRW
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