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Konzert mit dem Ensemble „Bonsaipop“ am Museum

Ein Trio, das begeistert

Everswinkel

40 Besucher und Besucherinnen sind am Samstag zum Mitmach-Museum gekommen, um „Bonsaipop“ zu erleben. Und das Open Air und live. Unglaublich in diesen Zeiten.

Von Marion Bullaund

Nach Monaten erstmals wieder Live-Musik: Foto: Marion Bulla

Die Sonne scheint am Samstagabend bei angenehmen Temperaturen. Bestes Wetter also für ein Konzert, auf das viele Musikfreundesehnsuchtsvoll gewartet haben. 40 Besucher und Besucherinnen sind am Samstag zum Mitmach-Museum gekommen, um „Bonsaipop“ zu erleben. Und das Open Air und live. Unglaublich in diesen Zeiten. Ein Duo, das sich absolut ergänzt: Nikola Materne, die mit ihrer wunderbar klaren Stimme jeden vom Hocker reißt, kongenial von Gitarrist und Ehemann Frank Konrad begleitet. Diesmal haben sie einen Gast mit ins Bootgeholt. Nämlich „Herrn Özdemir“ alias Coskun Özdemir. Er ist ebenfalls Gitarrist und rundet das Duo in virtuoser Perfektion ab.

„Das ist eine tolle Umgebung hier. Vielen Dank an den Bürgerschützen- und Heimatverein, dass wir hier sein dürfen. Ihr seid großartig“, sagt Henrik Leitreiter vom Kulturkreis, bevor das Konzert startet.

„Ich bin überglücklich, dass ich jetzt endlich auf der Bühne stehe und echte Menschen sitzen vor mir. Wir brauchen den Applaus. Beim Streaming ist es schwer Stimmung aufzubauen“, muss Nikola Materne gestehen, bevor sie loslegt, um mit ihrer beeindruckenden Stimme ihr Publikum zu begeistern. Ihm wird ein wahrlich vielfältiges Programm geboten. Darunter bekannte Melodien von Bill Withers wie „Just a two of us“, „Ain‘t no sunshine“ und „Leanon me“. „Stevie Wonder darf bei keinem Konzert fehlen“, ist Nikola Materne überzeugt und stimmt prompt einen seiner Welthits „You are the sunshine of my life“ an. Für kleine Sologitarrenspiele bekommen die Instrumentalisten immer wieder reichlich Zwischenapplaus.

Neben gecoverten Songs bekommen die Gäste auch eigene Stücke von „Bonsaipop“ zu hören. Einfühlsame und emotionale Liebes- und Beziehungslieder mit weisen Texten. Etwa „Ein Traum“, „Jahreszeiten“ und „Wie konnte das passieren“. Letzterer Titel behandelt „serielle Monogamie“, will heißen: viele wechselnde Partner.

Bei „September“ von „Earth, Wind & Fire“ appelliert die sympathische Sängerin an ihre Zuhörerschaft: „Jetzt können Sie auf ihren Sitzen tanzen. So mit den Schultern wippen.“ Etwas verhalten folgen einige ihrem Aufruf.

Gut gelaunt geht es mit einem wundervollen Troststück von Carol King nach einer kleinen Pause weiter. Großartig interpretiert: „You‘ve got a friend“. „Es ist fast vermessen, sich zwischen die ganz Großen zu stellen und die Lieder zu singen“, bemerkt Nikola Materne ehrfürchtig. Nichtsdestotrotz bewegen die Musiker sich weiterhin auf solch hohem Niveau. Etwa mit Eric Claptons „Chance the World“. „Das ist kein Weltverbesserungslied. Hier geht es um die Liebe“, klärt die Sängerin auf. „Ich habe voll Bock, bin so ausgehungert“, schreit sie fast in die Menge und hüpft übermütig in die Luft. „Die Welt ist nicht immer schön. Aber jetzt gerade schon“, bemerkt die Münsteranerin, bevor sie mit „What a wundervoll World“ von Louis Armstrong loslegt.

Das Publikum zeigt sich mehr als begeistert. „Hier kann wohl jeder mitsingen“, ruft Nikola Materne in Richtung der Zuschauerplätze. Das lassen sich die Zuhörer und Zuhörerinnen diesmal nicht zweimal sagen. Denn klar, bei „Über den Wolken“ von Reinhard Mey sollte fast jeder den Text kennen. Und so stimmt es lauthals mit ein.

Bis zum letzte Ton ist das Publikum fasziniert von der Vielfalt des Repertoires. Natürlich lässt es die Musiker nach zwei Stunden Hörgenuss nicht ohne Zugabe von der Bühne. Die werden ihm nur allzu gerne gewährt. „Es passiert wieder was. Ich habe den Abend sehr genossen“, erzählt Kulturfan Henrik Leitreiter am Ende.

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