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Schützenfest-Auftakt mit zahlreichen Gastvereinen am Samstag

Ein überaus imposantes Bild

Everswinkel

Was für ein beeindruckendes Bild: Mehr als 1000 Schützen versammelten sich am Samstag zum Auftakt des Everswinkeler Schützenfestes zum Antreten und anschließenden Marsch durchs Dorf. Nicht ohne Grund, denn der Bürgerschützen- und Heimatverein feiert sein 100-jähriges Bestehen. Zu der großen Freude gesellte sich herrlichstes Sommerwetter. Auf dem Schützenplatz fielen dann sogleich auch schon die ersten Entscheidungen.

Von Stephan Ohlmeierund

Oberst Walter Buntenkötter (r.) und Oberstleutnant Johannes Ahlmann-Heuchtkötter begrüßten hoch zu Ross die zahlreichen angetretenen Gastvereine auf der Wiese am Boschweg. Foto: Stephan Ohlmeier

„Wenn ich Euch so sehe, dann schlägt mein grün-weißes Herz bis zum Himmel“, sagte Berthold Buntenkötter als Vorsitzender des Bürgerschützen- und Heimatvereins (BSHV) St. Hubertus Everswinkel am Samstagmittag. Was er sah, waren weit über 1000 Schützen und Kanoniere aus dem gesamten Kreisgebiet, die zum 100. Geburtstag des BSHV und dem 25-jährigen Jubiläum der Kanoniere auf der Wiese am Boschweg angetreten waren. „Ein imposantes Bild – seit Jahren haben wir daran gearbeitet“, war auch Oberst Walter Buntenkötter, der hoch zu Ross die beste Aussicht hatte, beeindruckt.

„Beim Schützenfest fragt Dich niemand, wer Du bist. Da bist Du Mensch unter Menschen“, stellte Bürgermeister Sebastian Seidel heraus, was das Schützenfest für viele Mitmenschen so besonders und zu einem Stück Heimat macht. 100 Jahre BSHV, 100 Jahre gelebte Gemeinschaft, 100 Jahre Engagement seien genug Grund zum Feiern, zugleich aber auch Verpflichtung, für die gemeinsamen Werte einzutreten: „Die Krisen dieser Welt können unsere Schützenwerte Glaube, Sitte, Heimat nicht erschüttern.“ Worten, denen Buntenkötter nur zustimmen konnte: „Nur zusammen können wir unser Schützenwesen weiterentwickeln.“

Glückwünsche im Namen aller Gäste überbrachte Markus Mestrup. Der stellvertretende Vorsitzende des Schützen- und Heimatvereins Hoetmar würdige den BSHV als einen Verein, der das Leben im Vitus-Dorf in den vergangenen Jahren entscheidend mitgeprägt und auch über die Ortsgrenzen hinaus Akzente gesetzt habe. Kritisch sah er jedoch, dass man in einer Zeit lebe, in der für viele Menschen Kommunikation nur noch im virtuellen Raum stattfinde: „Da ist die Pflege von Gemeinschaft wichtiger denn je, und da können wir Schützenvereine viel leisten; in unseren Orten und Vereinen aber auch über Ortsgrenzen hinweg.“ Auch wenn sich die Festabläufe von Ort zu Ort unterscheiden würden, hätten alle Vereine ganz sicher eine Gemeinsamkeit: „Die Freude an Gemeinschaft.“ Mestrup wünschte sich, dass mit- und nicht übereinander geredet wird.

Nach dem Singen der Nationalhymne setzte sich das gesamte Bataillon in Bewegung und zog quer durch das grün-weiß geschmückte Everswinkel zum Schützenplatz am Hof Schulze Kelling. Für die passende Marschmusik sorgten das Blasorchester Everswinkel, der Spielmannszug Alverskirchen, die Fanfaren aus Milte, der Spielmanns- und Fanfarenzug Kolping Metelen sowie die Sassenberger Landsknechte. Besonders auf der zur Königsallee umbenannten Vitusstraße säumten zahlreiche Schaulustige den Straßenrand. Franz-Josef Rutsch und Markus Becker stellten die 20 Gastvereine und weiteren acht Kanonierszüge vor. Kurz vor dem Erreichen des Festplatzes stand der gesamte BSHV für seine Gäste Spalier und strahlte mit der Sonne um die Wette.

Auf dem Festplatz strömten die durstigen Schützen zur Theke und feierten nach zweijähriger Corona-Zwangspause über alle Ortsgrenzen hinweg endlich wieder gemeinsam Schützenfest. An allen Ecken war förmlich spürbar, dass das grün-weiße „Virus“ im Rekordtempo um sich gegriffen und das Schützenfest-Fieber hatte steigen lassen. So ausgelassen und dicht beieinander war seit dem Ausbruch der Pandemie nicht mehr in Everswinkel gefeiert worden.

Die begehrte Hampelmannkönigswürde sicherte sich Benedikt Beuck von den „Schwattjacken“. Eine Minute zuvor hatte Vanessa Pawleswki vom Schützenverein Neuwarendorf den Gastvogel abgeschossen. Ein weiterer Höhepunkt des Nachmittags war das Böllern aller Kanoniere auf dem Parkplatz am Sportpark Wester unter dem Kommando von Robert Schoppmann. Die Everswinkeler Kanone stammt übrigens noch aus der Kaiserzeit und wurde schon zahllose Male amtlich beschossen und offiziell für Böllerschüsse zugelassen. Anschließend wurde auf dem Schützenplatz und der Scheune bis weit in die Nacht gefeiert.

Wer sich am Sonntag zur Nachfolgerin oder zum Nachfolger von Dirk Folker – dem König für die Ewigkeit – schoss, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

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