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Ein Verbund, zwei Standorte

Eigenständigkeit der Alverskirchener Grundschule endet 2023

Everswinkel/Alverskirchen

Es ist schon ein Stück Geschichte: 1793 war es, als Alverskirchen am Kirchplatz sein erstes Schulgebäude erhielt. Fortan war das Dorf Schulstandort. Das bleibt es auch weiterhin, aber die bisherige Eigenständigkeit der Alverskirchener Grundschule endet im nächsten Jahr. Ein Schnitt von durchaus historischer Dimension in der Dorfgeschichte.

Von Klaus Meyer

Aus den bislang eigenständigen Grundschulen von Everswinkel und Alverskirchen wird künftig ein Grundschulverbund. Der Name, der dies dann auch zum Ausdruck bringt, muss noch gefunden werden. Foto: Klaus Meyer

Bürgermeister Sebastian Seidel legte im Schulausschuss am Dienstagabend mit der Bemerkung, „das Thema hat doch ein paar mehr Facetten“, noch einmal die Gründe ausführlich dar. Das Schulgesetz NRW regelt in Paragraf 83, dass Grundschulen mit weniger als 92 Schülern (und mindestens 46 Schülern) nur als Teilstandorte geführt werden können. „Die Situation in Alverskirchen ist aktuell so, dass es 91 Kinder über alle Klassen sind“, zeigte Seidel auf. „Ein Ausreißer wäre nicht schlimm, aber in den Folgejahren sinken die Zahlen kontinuierlich.“ 82 zum Schuljahr 2022/23, dann 77, dann 75, 71, 76 und gar 67 zum Schuljahr 2027/28 gemäß vorliegender Meldedaten. Zu wenig also.

Bürgermeister Sebastian Seidel

Ein Grundschulverbund – die Verknüpfung von Grundschule Everswinkel und Grundschule Alverskirchen – ist zwingend. „Das stand immer wie ein Damoklesschwert über uns, dass das mal kommen kann.“ Die Bezirksregierung wurde aktiv und hätte zunächst schon gerne den Verbund zum kommenden Schuljahr gesehen. Es gab diverse Gespräche auf kommunalpolitischer Ebene, mit den Schulleitungen und Regierungspräsidentin Dorothee Feller. Alverskirchen sollte auf jeden Fall seine Schule behalten. Herausgekommen ist dabei der Verbund-Start zum Schuljahr 2023/24 und die feste Absicht, das bisherigen Angebot der Übermittagsbetreuung zusammen mit dem Förderverein der St. Agatha-Grundschule auf der einen sowie die OGS-Betreuung in Everswinkel durchs Mütterzentrum Beckum auf der anderen Seite zu erhalten; ebenso auch den Bustransfer Everswinkel-Alverskirchen.

Bürgermeister Sebastian Seidel

„In einem ersten Aufschlag“ seien die Eltern in einem Elternbrief informiert worden, vergangene Woche gab es einen Info-Abend. „Wir können jetzt den Schwung mitnehmen, dass wir das gut gestalten“, betonte Seidel. Der Schulkonferenz des Verbundes obliegt es nun, sich aufs pädagogische Konzept zu verständigen und bislang unterschiedlich gehandhabte Dinge zu einem Kompromiss zu führen. Die Stelle der Schulleitung ist derzeit ausgeschrieben. Bei den nächsten Anmeldungen ab November werden die Eltern ihre Sprösslinge schon beim Grundschulverbund registrieren und ihre Präferenz für den Standort angeben.

„Tolle standortbezogene Ereignisse sollten auch weitergeführt werden“, sprach sich Ausschussvorsitzender Werner Lemberg (CDU) für die Pflege gewisser Traditionen an beiden Schulen aus. „Wir wollen für die Gemeinde zwei interessante Schulstandorte erhalten.“ Nach 229 Jahren ist die Schulgeschichte von Alverskirchen noch nicht vorbei.

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