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Nachholkonzert von „Marina & The Kats“

Ein ziemlich beswingter Abend

Everswinkel

Ein völlig eigenständiger Sound, der die Songs gnadenlos vorantreibt und dafür sorgt, dass sich bei den Konzerten niemand dem Groove entziehen kann. „Marina & The Kats“ zählt seit Jahren zu den spannendsten und aufregendsten Bands Österreichs, wenn nicht sogar Europas. In den Genuss einer energiegeladenen und zum Mitswingen animierenden Show kamen die Zuhörer im vollbesetzten Saal Grothues beim Nachholtermin dieses Münsterland-Festival-Konzerts.

Von Marion Bulla

Begeisterten ihr Publikum von der ersten Sekunde an: Harald Baumgartner, Marina Zettl, Peter Schoenbauer und Thomas Mauerhofer (v.r.) von „Marina & The Kats“. Foto: Marion Bulla

Heiße Grooves, jazzige Melodien, fetzige Gitarren, treibendes Besenschlagzeug und als Sahnehäubchen die mitreißende Stimme der sympathischen Marina Zettl, Kopf der Wiener Band „Marina & The Kats“. Das swingende Quartett ist im Rahmen der Münsterland-Festival-Konzerte und als Gast des Kulturkreis Everswinkel gekommen. Der feierte im vergangene Jahr sein 25-jähriges Bestehen, und dieser Abend fand nun – Corona-bedingt verspätet – auch als Teil des Silberjubiläums statt. Wie es schien, war es eine gute Idee, diese Band zu buchen, denn die Stühle im kleinen Saal im Grothues waren mit mehr als 80 Besuchern fast vollständig besetzt.

Zweimal war der Auftritt verschoben worden. Doch jetzt waren sie da, die swingenden Österreicher. Um nach Everswinkel zu kommen, hatte die Band eine elfstündige Autofahrt in Kauf genommen. „Als sie hier ankam, waren alle gut gelaunt und frisch, so als ob sie gerade aus Münster angereist seien“, zollte Henrik Leidreiter vom Kulturkreis-Vorstand den musikalische Gästen Respekt, bevor diese loslegten.

Marina Zettl erschien mit Ausnahme der weißen Schiebermütze ganz in Schwarz. Mit großer Spielfreude und einer unglaublich klaren und sanften Stimme begeisterte sie ihr Publikum von der ersten Sekunde an. Man sah ihr an, sie wollte gerade genau das tun – nämlich singen. „Sitzen könnt Ihr, aber Ihr müsst nicht still sein. Schnippt ruhig mit den Fingern“, forderte sie ihre Zuhörerschaft mit Wiener Schmäh auf.

Sie begleitete sich auf dem Schlagzeug mit den Jazzbesen und sang in englischer Sprache von Freundschaft, die, so habe sie am Ende erkennen müssen, eigentlich keine echte war, widmete Kaffee, der nach Haselnuss riecht, ein Lied und ebenso sang sie davon, wie gut es ist, zu wissen, was man nicht möchte. Und auch über Vergänglichkeit und Hoffnung.

Alle Lieder, bis auf eine Ausnahme, stammen aus der eigenen Feder. Die Band kommt noch, was selten geworden ist, ohne Synthesizer und andere technische Hilfsmittel aus. Das bringt eine Leichtigkeit mit sich und Authentizität. Martina Zettl hat eine große Stimme mit viel Kraft, die besonders gut in den langsamen Balladen zur Geltung kommt. Da schnippten wie gewünscht die Finger, da leuchteten die Augen und, da wirbelten sogar einige am Rand des Saals über das Parkett.

Immer wieder gab es Zwischenapplaus. Auch für den Rest der Band, Thomas Mauerhofer, Harald Baumgartner und Peter Schoenbauer. Denn die sorgten, zum Teil in Soli, mit ihren Gitarren, Drums und Stimmen für den perfekten Sound. Am Ende ließen die Zuhörer und Zuhörerinnen „Marina & The Kats“ nicht ohne eine Zugabe von der Bühne. Die Band spielte zwei, und das Publikum ging glücklich und beswingt nach Hause. Schön war‘s.

Übrigens hat der Kulturkreis noch weitere Highlights auf dem Programmzettel. So gibt es am 22. Mai Dixiland mit dem „Sidewalk Orchestra“´, am 29. Mai ein Mitmach-Event mit „Argandona Trommelwelt“ sowie am 2. Juni Gute-Laune-Musik mit dem „Daniel Paterok Trio“.

Weitere Infos unter: www.kulturkreis-everswinkel.de

Meister ihres Fachs: Marina Zettl, Harald Baumgartner, Peter Schoenbauer und Thomas Mauerhofer (v.l.). Foto: Marion Bulla
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