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Haus Gausebeck zeigt sich vor Sanierung erstmals der Öffentlichkeit

Eine große Herausforderung

Everswinkel

Jahrelang stand das Haus Gausebeck leer und wurde der Witterung überlassen. Nun soll ihm neues Leben eingehaucht werden. Doch bevor Dorothee Stattmann, Manfred Röwekamp und Hans Stumpe mit der Sanierung beginnen, öffneten sie das älteste Wohngebäude Everswinkel der Öffentlichkeit.

Von Christopher Irmler

Antonia Stumpe, Hans Stumpe, Dorothee Stattmann und Friedrich Stattmann (v.l.) freuen sich auf die Herausforderung der Sanierung des ältesten erhaltenen Wohnhauses der Gemeinde. Foto: Christopher Irmler

Lange fristete das Haus Gausebeck ein eher tristes und vor allem vergessenes Dasein. Das nach der Kirche zweitälteste Gebäude der Vitus-Gemeinde stand jahrzehntelang leer und fiel dem Betrachter eher durch den üppigen Wildwuchs an der Nordseite auf. Ein Zustand, den Dorothee Stattmann, Manfred Röwekamp und Hans Stumpe ändern wollen. Im Rahmen des Tags des offenen Denkmals gewährte das Trio spannende Einblicke – und war selbst von der großen Resonanz überrascht.

Man habe viele Schäden festgestellt, berichtete Stattmann von ersten Eindrücken. Besonders auf der Nordseite sei über die Jahre Wasser ins Haus gelangt, das gesamte Gebäude zu feucht. „Aber dafür, dass es 40 Jahre lang zugewachsen, unbewohnt und der Witterung überlassen war, hat es die Zeit gut überstanden.“

Dorothee Stattmann

Zunächst werde man den Gebäudekörper sichern und die Feuchtigkeit absenken. Bei den Bodenarbeiten wartet eine weitere Herausforderung auf die neuen Hauseigentümer: Hier müssen Leitungen und Rohre verlegt werden, das Sanitär- und Heizsystem soll zum 21. Jahrhundert passen. Grundsätzlich wolle man jedoch möglichst auf Beton verzichten und stattdessen auf organische Materialien wie Backstein, Holz, Kalk und Lehm zurückgreifen. Auch der Einsatz von Glasschaumschotter ist geplant.

Nach mehr als 40 Jahren Dornröschenschlaf und unbewohntem Zustand sowie eingedrungenem Wasser sind diverse Schäden an der Bausubstanz entstanden. Foto: Christopher Irmler

„Wir wollen den Leuten die Arbeiten, die wir hier machen, begreiflich machen“, berichtete Stattmann von einem vorgesehenen Workshop. Denkbar wäre das etwa dann, wenn es an die authentische Wiederherrichtung mit Lehm geht.

Dorothee Stattmann

Man wolle den Charakter des ab etwa 1575 entstandenen, im 18. Jahrhundert erweiterten Hauses, das 1904 einen Backsteingiebel erhielt, bewahren – aber zugleich einen modernen, zeitgemäßen Lebensstandard ermöglichen. Eine große Herausforderung für das seit 1984 unter Denkmalschutz stehende Haus Gausebeck. Am Ende der Arbeiten soll es wieder Menschen ein Zuhause bieten und vermietet werden.

In ersten Schritten geht es darum, den Gebäudekörper zu sichern. Foto: Christopher Irmler

„Die Aura in so einem Gebäude ist ganz anders als in einem Neubau“, weiß Stattmann. Die neuen Besitzer sind hauptberuflich im Bereich Handel und Handwerk eingebunden, weshalb Stattmann von Arbeitseinsätzen in der Freizeit, sprich „in der warmen Jahreszeit, den Ferien und wohl auch an den Wochenenden“ ausgeht. Die Arbeiten dürften sich dadurch „Minimum drei bis fünf Jahre“ hinziehen, so ihre Einschätzung. „Es ist schon eine große Herausforderung“, pflichtet ihr Hans Stumpe bei. Dennoch habe er bei der Besichtigung der Immobilie nicht gezögert.

Sachkundige Hinweise aus der Bevölkerung

Der Vorbesitzer hatte bereits die Zusage zu Fördermitteln des Landes erhalten, nun müssen die Neueigentümer ihrerseits entsprechende Anträge stellen. Vom Interesse der Bevölkerung ist Stumpe richtig begeistert. „Die ersten Besucher standen schon vor der Öffnung vor der Tür, hier war durchgängig Betrieb. Viele Leute haben eine Beziehung zu diesem Haus und berichten davon.“ Nun hoffen die neuen Eigentümer auf sachkundige Hinweise aus der Bevölkerung und die Unterstützung durch den LWL. „Es gibt noch viele Rätsel, auf die wir noch keine Antworten haben“, so Stattmann mit Blick auf manches Fenster oder Aussparungen in den Wänden.

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