1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Everswinkel
  6. >
  7. Eine kostspielige Verbindung

  8. >

Brückensanierung in Alverskirchen

Eine kostspielige Verbindung

Alverskirchen

Sie beschäftigt die Kommunalpolitik schon eine ganze Zeit. Die „Brücke 4“ in Alverskirchen ist zum Sorgenkind geworden, weil sie ihre eigentliche Funktion – nämlich eine sichere Überquerung der Angel – schon eine Weile nicht mehr gewährleistet. Abriss und Neubau oder Sanierung war dabei die Frage. Die ist inzwischen beantwortet.

Von Klaus Meyer

Nachdem die Entscheidung zum Erhalt der „Brücke 4“ Foto: Klaus Meyer

Brücken verbinden. Wenn sie nicht mehr tragen, reißt die Verbindung ab. Das soll in der Alverskirchener Bauerschaft Evener nicht passieren. Die sogenannte „Brücke 4“, die über die Angel führt und landwirtschaftliche Flächen im Besitz von Land, Bistum und privater Hand erschließt, ist marode und derzeit nicht mehr in der gewünschten Form tragfähig. Die Kommunalpolitik beschäftigt sich schon ein Weilchen mit ihr. Bereits der Gemeindehaushalt 2020 beinhaltete einen Betrag von 180.000 Euro für einen Neubau. Zwei Jahre später sind im Haushalt für das laufende Jahr nunmehr 450.000 Euro verankert.

Derzeit ist das Bauwerk gesperrt, denn es hängt im wahrsten Sinne des Wortes durch. Ein Pfeilerteil versagt statisch und sackt ab. Ob die Brücke gegebenenfalls noch sanierungsfähig wäre und ob sich das rechnen würde, damit hat sich ein Ingenieurbüro befasst. Das Gutachten dazu umfasst immerhin 70 Seiten. Geprüft wurden die Betonqualität, die Stahlträger und der Zustand insgesamt. Die Struktur der Brücke sei noch in Ordnung, Bewehrung und Betonzusammensetzung ebenso.

Drei mögliche Varianten wurden durchgespielt, bei der das Bauwerk erhalten bliebe. Die Brücke mit überspannenden Stahlbetonbögen auszustatten, würde inklusive Ingenieurleistung rund 245.000 Euro kosten. Ein seitliches neues Haupttragwerk mit seitlichen Stahlbetonbalken läge bei rund 235.000 Euro, würde aber vermutlich von der Unteren Wasserbehörde abgelehnt. Variante drei sähe eine Verstärkung der Gründung – sprich der Pfeiler – sowie eine Verstärkung des Überbaus vor mit Kosten von geschätzt 234.000 Euro. Es sei „die Variante, die am wenigsten aufträgt und am wenigsten Fließwiderstand hat“. Im Vergleich dazu würde ein Neubau inklusive Abbrucharbeiten mindestens 450.000 Euro kosten.

Im Bauausschuss wurden die Varianten noch einmal intensiv diskutiert, und die Entscheidung fiel zugunsten einer Sanierung, um die erforderliche Tragfähigkeit sicherzustellen. Beschlossen wurde die Vergabe eines Ingenieurauftrages. Ein Büro aus Münster ist derzeit dabei, die Ausschreibung der Arbeiten vorzubereiten. Die Hoffnung seitens der Gemeinde ist laut Bernd Schumacher vom Bau- und Planungsamt, dass im Herbst mit den Arbeiten begonnen werden kann.

Startseite
ANZEIGE