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Mohammed Alsuliman ist aus Aleppo geflüchtet

Eisherstellung statt Modedesign

Everswinkel

Einen harten Weg hat Mohammed Alsuliman zurückgelegt, zuerst auf der Flucht aus dem syrischen Aleppo ins beschauliche Everswinkel, anschließend auf dem Arbeitsmarkt im Münsterland. Doch die Integration in die Arbeitswelt ist ihm geglückt.

In der Zeit seines Leistungsbezugs wurde Mohammed Alsuliman von Rita Umbreit von der Jobcenter-Anlaufstelle in der Gemeinde Everswinkel betreut. Foto: Kreis Warendorf

2015 musste Mohammed Alsuliman seine Heimat im syrischen Aleppo verlassen und vor Krieg und Terror fliehen. In der Türkei arbeitete er vorübergehend in der Landwirtschaft, um wenigstens etwas Geld zu verdienen. Praktisch mittellos schlug er sich 2016 zu Fuß, mit dem Bus oder der Eisenbahn über die Türkei, Griechenland, Serbien, Ungarn und Österreich schließlich bis nach Bayern durch.

Von dort gelangte er über Dortmund nach Münster. Nach einiger Zeit in der Domstadt wiesen ihn die Behörden der Gemeinde Everswinkel zu, wo er sich heute sehr wohl fühlt. Dort bewohnt der 27-Jährige eine eigene Wohnung und bestreitet seinen Lebensunterhalt selbstständig.

Nach einem neunmonatigen, vom Jobcenter des Kreises Warendorf vermittelten Deutschkurs erhielt Alsuliman 2016 eine Aufenthaltsgenehmigung. Sie erlaubte es ihm, Arbeit aufzunehmen – was der junge Mann auch sofort tat. In Syrien hatte er mehrere Jahre als Modedesigner gearbeitet, doch daran konnte er in Deutschland bisher nicht anknüpfen.

Hoffnung auf Festanstellung

Stattdessen war Mohammed Alsuliman für drei Jahre bei einer Leiharbeitsfirma tätig, die ihn unter anderem in der Speiseeisproduktion des Deutschen Milchkontors (DMK) in Everswinkel einsetzte. Heute ist Alsuliman direkt beim DMK beschäftigt und hofft, eine Festanstellung zu erhalten. Auch eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker hatte er in Aussicht. Doch er zog die bessere Bezahlung als angelernte Arbeitskraft der geringeren Ausbildungsvergütung vor, um seine Familie in Aleppo finanziell unterstützen zu können – eine schwierige Entscheidung, wie er selbst offen eingesteht. Die Behörden in Deutschland hat Alsuliman stets als korrekt und hilfsbereit empfunden und auch von der Everswinkeler Bevölkerung viel Unterstützung erfahren.

In der Zeit seines Leistungsbezugs betreute ihn Rita Umbreit von der Jobcenter-Anlaufstelle in Everswinkel. „Er hat den Willen, seinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten und seine sprachlichen Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Dabei haben wir ihm, wo immer möglich, unter die Arme gegriffen“, bestätigt die Arbeitsvermittlerin. Nachdem er die Sprachkurse A1 und A2 bestanden hat, will er nun auch den höherwertigen Abschluss B1 schaffen, um sich noch besser für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren.

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