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Mitgliederversammlung der Grünen

Erwartungsfroh in Richtung Landtagswahl

Everswinkel

Personell unverändert gehen die Everswinkeler Grünen in die nächsten Monate der kommunalpolitischen Arbeit. Lediglich sechs stimmberechtigte Mitglieder und zwei Gäste hatten sich zur Mitgliederversammlung am Montagabend im Gasthof Strietholt eingefunden.

Von Klaus Meyer

In kleiner Runde hielten die Grünen ihre Mitgliederversammlung ab. Gast dabei war der Landtagskandidat Ali Bas (stehend). Foto: Klaus Meyer

Personell unverändert gehen die Everswinkeler Grünen in die nächsten Monate der kommunalpolitischen Arbeit. Lediglich sechs stimmberechtigte Mitglieder und zwei Gäste hatten sich zur Mitgliederversammlung am Montagabend im Gasthof Strietholt eingefunden. In krankheitsbedingter Abwesenheit wurde Marion Schniggendiller als Ortsprecherin bestätigt. Markus Thews bleibt zweiter Ortsverbandssprecher, und Fraktionsführer Karl Stelthove führt weiter die Kasse.

Erfolgsfall Radwegekonzept

Thews berichtete in seiner Rückschau von einem „Jahr mit zahlreichen Einschränkungen“ durch die Corona-Pandemie sowie dennoch etlichen Aktivitäten; etwa dem Besuch im Tagebau Garzweiler, der Müllsammelaktion, der Premiere des Heftes „Der grüne Winkel“, der Beteiligung am „Stadtradeln“ oder jüngst der sechseinhalbstündigen Radtour entlang der Ems. In puncto Radwegekonzept „lagen wir mit unseren Ideen und Anregungen goldrichtig“, spielte Thews auf die Unterlagen-Sammlung der Grünen an, die die Gemeinde zu einem Radwegekonzept motiviert habe. Angesichts der Energiekrise in Folge des Ukraine-Kriegs sprach sich Thews für eine verstärkte gemeindliche Energieerzeugung auf gemeindeeigenen Flächen aus.

Bevor Stelthove die Fraktionsarbeit Revue passieren ließ, präsentierte er die finanzielle Lage. „Es sieht ganz gut aus“, kommentierte er einen deutlichen Überschuss nach Abzug der Ausgaben und trotz Bundestagswahlkampfkosten sowie eine mehr als gesunde Rücklage. Politisch streifte er diverse Themen von der Sportstättenverlegung beim SC DJK über das Baugebiet Bergkamp III („Positiv aus unserer Sicht ist die Nahwärmeversorgung.“) und das „Leader-Projekt“ bis zur langwierigen Beschäftigung mit der Kommunalwahl-Auszählung, die aufgrund der aktuellen Klage noch nicht vorbei sei. „Wie das ausgeht, werden wir dann noch sehen.“ Unter Umständen drohe eine Neuwahl. „Wir werden von uns aus keine weiteren Schritte unternehmen.“

Grünen-Landtagskandidat Ali Bas

Klimaschutz nur im Dialog mit der Wirtschaft

Gast der Vitus-Grünen war Landtagskandidat Ali Bas, der aus Sicht der Grünen eine „interessante Landtagswahl“ erwartet und hofft, Schwarz-Gelb in Düsseldorf ablösen zu können. „Die Chance ist gut, dass wir starke Dritte werden, vielleicht sogar Zweite. Wir kämpfen um jede Stimme.“ Früher seien die Grünen den Wählern hintergelaufen, heute kämen die von allein an den Stand. „Klimaschutz ist für uns eines der wichtigsten Themen“, doch das Tempo im bevölkerungsreichsten Bundesland sei diesbezüglich zu langsam. „Wir wollen in NRW Spitzenreiter werden in Sachen erneuerbarer Energien“, betonte Bas, der sich zudem für eine nachhaltige Verkehrswende und am perspektivischen Festhalten des Kohleausstiegs 2030 aussprach. Überdies merkte er pragmatisch an, dass Klimaschutz nur im Dialog mit der Wirtschaft funktioniere und nicht gegen sie oder in der Form des Aufoktroyierens. Als Lehrer sei ihm natürlich auch die Bildungspolitik wichtig. Die CDU-FDP-Landesregierung habe in der Pandemie „keine gute Bildungspolitik gemacht“, man warte immer noch auf ein tragfähiges Konzept. Eine „krisenfeste Schulpolitik“ sei das Ziel, der Lehrermangel sei ebenfalls Thema. Es gebe Schulen, die keinen Schulleiter haben; „wir müssen den Lehrerberuf attraktiver machen“.

Der Verkehrsvereinsvorsitzende Hans Werner Seppmann erläuterte als Versammlungsbesucher am Ende die „etwas andere Schwerpunktsetzung“ im neuen Vorstand“ des Vereins. Satzungsgemäß gehöre auch die Wirtschaftsförderung zu den Aufgabengebieten. Er stellte noch einmal kurz die Idee der überdachten Parkplätze an der Vitusstraße mit Tiny-House-Bebauung oben drauf vor und sprach auch die freien Flächen des ehemaligen Tanklagers an, die weiterentwickelt werden könnten für Wohnen und Gewerbe oder auch als Ferienhaus-Siedlung.

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