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500 Euro Geldbuße wegen einer Ordnungswidrigkeit

„Es kann ein normaler Unfall gewesen sein“

Everswinkel

Letztlich war die Ursächlichkeit seines Drogenkonsums für den Autounfall des 23-jährigen Everswinklers für das Gericht nicht nachweisbar. So blieb es im Urteil des Warendorfer Amtsgerichts bei einer Geldbuße wegen einer Ordnungswidrigkeit.

-cirm-

Zu einer Geldbuße wurde ein 23-jähriger Mann aus Everswinkel verurteilt. Foto: WN-Archiv

Ein Alleinunfall und dessen Begleitumstände beschäftigten am Dienstag das Warendorfer Amtsgericht. Verantworten musste sich ein 23-jähriger Mann aus Everswinkel. Er hatte am 31.Mai 2021 mit seinem Mercedes C63 AMG die L811 in Fahrtrichtung Alverskirchen befahren und war in einer S-Kurve von der Fahrbahn abgekommen.

Im Anschluss touchierte sein Fahrzeug einen Baum, überschlug sich mehrfach und stoppte vor einem weiteren Baum. Der Mann blieb nahezu unverletzt. Der Wagen hatte Totalschaden, die Flurschäden beliefen sich auf 4000 Euro. Eine in einem Krankenhaus entnommene Blutprobe wies auf den Konsum von Cannabis hin. Entsprechend stand eine vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs im Raum.

Der Angeklagte räumte nun vor Gericht einen Drogenkonsum ein – allerdings zwei Wochen vor dem Unfall. An jenem Tag habe er sich absolut in der Lage gesehen, ein Fahrzeug zu steuern. Er sprach von einem „Fahrfehler“. Sein Mercedes sei eben „kein VW Golf, sondern hoch motorisiert“. Da kurze Zeit später ein ebenfalls PS-starker Audi die Unfallstelle mit Bekannten des Angeklagten erreichte, schlossen alarmierte Polizeibeamte vor Ort auch ein mögliches Autorennen nicht aus. Die Ermittlungen erhärteten diesen Verdacht jedoch nicht. Stutzig machte sie laut nun verlesenem Bericht allerdings die Bereifung des Mercedes: halb mit Winterreifen ausgestattet, halb mit Sommerreifen sowie mit zu geringem Profil.

Vor Gericht sagten auch die Insassen des anderen Fahrzeugs aus. Früher habe man gemeinsam Handball gespielt; im Dorf kenne man sich, erklärten sie die Verbindungen zueinander. Durch Zufall habe man den Fahrer des Audi an einer Tankstelle getroffen. Die beiden Freunde des Angeklagten zeigten demnach großes Interesse am Audi und stiegen spontan ein. Ein Rennen oder ein gemeinsames Ziel habe es nicht gegeben, betonten alle Beteiligten. Auch habe der Angeklagte nicht den Eindruck gemacht, unter Drogeneinfluss zu stehen. Am Ende sprach die Staatsanwältin von einer Ordnungswidrigkeit, da der Everswinkeler sich des fahrlässigen Führens eines Kraftfahrzeugs schuldig gemacht habe. Die Ursächlichkeit des Drogenkonsums für den Unfall sei nicht nachweisbar. Die Verteidigerin verwies auf den ohnehin bereits entstandenen Schaden.

Zudem liefen Diskussionen über die Kostenübernahme der Vollkasko-Versicherung. Sie sprach von einem Fahrfehler eines Durchschnittsfahrers „Es kann auch sein, dass es ein ganz normaler Unfall war“, befand der Vorsitzende Richter abschließend. Es bleibe bei einer Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von 500 Euro und einem einmonatigen Fahrverbot sanktioniert wurde.

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