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Auszeichnung für Sven Kirschke

„Es war eine Herzenssache“

everswinkel

Dieser Entwurf hat Chancen, in Zukunft mal in die Tat umgesetzt zu werden. Sven Kirschke ist von der Akademie für Gestaltung von der Handwerkskammer ausgezeichnet worden für seinen Projektentwurf – dabei ging es um die Gestaltung einer Ferienwohnung.

Christopher Irmler

Mit einem Grundriss und ersten Skizzen begann die Arbeit von Sven Kirschke, die nun von der Akademie für Gestaltung der Handwerkskammer ausgezeichnet wurde. Foto: Christopher Irmler

Warum genau beschäftigt sich ein Technischer Modellbauer mit der Gestaltung einer Ferienwohnung? Für Sven Kirschke liegt die Antwort auf der Hand. „Ich bin einfach ein kreativer Mensch, der gerne Dinge skizziert und ausprobiert. Es war eine Herzenssache – auch für meine Großeltern“, spricht der 23-Jährige über jenen Entwurf, den die Akademie für Gestaltung der Handwerkskammer Münster jüngst prämierte.

Projekt mit 500 Euro prämiert

Doch der Reihe nach. Bestandteil eines Fortbildungsstudiums zum Gestalter im Handwerk war ein Abschlussprojekt. Unter den 31 Arbeiten der Absolventen wurde Kirschkes Modell „Raum für Erholung“ als eines von nur drei Projekten vom Förderverein der Akademie mit 500 Euro prämiert. „Wir sind alle Handwerker. Es ist kreative Arbeit, die Bandbreite ist riesig.“ Und tatsächlich: Ein Mitabsolvent experimentierte mit eingefärbtem Stroh, andere wählten Keramik aus Werkstoff, die zahlreich vertretenen Tischler tendierten eher zu Möbelstücken. Doch zurück zu Kirschkes prämiertem Wohnungskonzept.

Neben seinem persönlichen Interesse inspirierte ihn die eigene Familie. Die Wohnung gehört seinen Großeltern; zumindest das Gedankenspiel einer Renovierung stand im Raum. Kirschke machte sich ans Werk. Zunächst stand ihm hierfür lediglich der Grundriss zur Verfügung. „Man schaut, was brauchen sie, worauf legen sie Wert?“, zeichnet Kirschke seinen Ansatz nach. Von Anfang Dezember bis Ende Februar arbeitete er an seinem Modell - anfangs am Computer, später im 3D-Modell. Am Ende des Projekts stand ein Werkstück aus Finn-Pappe.

Abschlussveranstaltung erfolgte online

Die Auszeichnung seiner akribischen Arbeit fiel zwangsläufig ungewöhnlich aus: Aufgrund der Corona-Pandemie konnte Sven Kirschke nicht im sonst üblichen Rahmen geehrt werden. Die Abschlussveranstaltung erfolgte online, per Video. „Man bekam natürlich mit, wie es bei den vorherigen Jahrgängen war. Angesichts der Umstände wurde aber ein ordentliches Format gefunden“, weiß der 23-Jährige um die außergewöhnlichen Rahmenbedingungen. Seine von der Akademie für Gestaltung der Handwerkskammer prämierte Leistung wurde in Schaufenstern von Haus Kump an der Meckenbecker Straße in Münster ausgestellt, später wird Kirschke das Modell zurückerhalten.

Und wie reagierten die Großeltern auf die Arbeit des Enkels? „Ich habe ihnen zwischendurch die Entwürfe gezeigt. Das Endprodukt kennen sie noch nicht“, verweist der Everswinkeler auf die Corona-Lage. Doch aufgrund der Entwürfe könnten sie sich durchaus vorstellen, die Immobilie entsprechend umzugestalten. Auf weitere kreative Einfälle darf sich die Familie freuen. Schließlich baut auf das Fortbildungsstudium zum Gestalter im Handwerk jenes zum Designer im Handwerk auf. Wie Kirschke es sagte: Er ist einfach ein kreativer Mensch.

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