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Nähworkshop im Haus der Generationen

Exquisit und nicht von der Stange

Everswinkel

Das Haus der Generationen bot einmal mehr den Nähworkshop für alle Generationen an. Die freischaffende Modedesignerin und Künstlerin Annegret Lindemann führte fachlich kompetent durch den Kursus, bei dem die Kreativität einen großen Stellenwert hat. 

Klaus Meyer

Vier kreative Tage liegen hinter den sieben Teilnehmerinnen beim diesjährigen Nähworkshop im HdG. Das Bild zeigt (v.l.) Marla Eikel, die sich einen Hoodie und eine Jogginghose nähte; Kristin Brakensiek, die eine weite Leinen-Hose und ein Kleid fertigte; sowie Luisa Schulze Versmar, die ein Kleid, eine lange Hose und einen weinroten Poncho nähte. Foto:

Jährlich gibt sich die Modewelt ein Stelldichein bei der Prêt-à-porter-Schau in Paris, der Mailänder Modewoche oder den Fashion Weeks in New York, London und Berlin. Eine Nabelschau der Top-Marken und exquisiten Kleidungsstücke. Und jährlich gibt es auch den Nähworkshop im Haus der Generationen. Unter dem Motto „Create Your Haute-Couture“ geht es auch dort um exquisite textile Einzelstücke, deren Designerinnen zwar noch keinen Weltruf genießen, aber sicherlich mit vergleichbarer Energie und Motivation ans Werk gehen.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen durch die Corona-Pandemie gelang es, diesen Kursus durchzuführen. „Unter den besonderen Umständen der Corona- Schutzmaßnahmen wurde die Teilnehmerzahl herabgesetzt, so dass maximal sieben nähbegeisterte Personen teilnehmen konnten. Von der jüngsten Teilnehmerin mit zehn Jahren bis zur ältesten mit über 50 Jahren war es wieder eine bunt gemischte Gruppe“, erzählt HdG-Leiterin Hilke Sandner. Ursprünglich einmal als Ferienprojekt für Jugendliche gestartet, richtet sich der Kursus seit mittlerweile fünf Jahren an alle Generationen.

Vorbesprechung vor Kursusbeginn

Die Leitung hatte einmal mehr die freischaffende Modedesignerin und Künstlerin Annegret Lindemann, die schon seit etlichen Jahren ein gern gesehener Gast im Haus der Generationen ist, das sich dann für vier Tage in ein Schneider-Atelier verwandelt. Die Kursusleiterin hat dann ihr gesamtes Equipment im Gepäck und vermittelt den Teilnehmern nicht nur Techniken und Handgriffe, sondern auch ein Gefühl für die Wertigkeit des Handwerks und für die unterschiedlichen Stoffe. „Fast alle Teilnehmer kannten sich bereits, denn kaum einer ist zum ersten Mal dabei“, freut sich Sandner über die Stammgäste. Kristin etwa berichtete nicht ganz ohne Stolz, dass sie nun schon zum vierten Mal teilgenommen hat.

Hilke Sandner

Vier Tag lang von Montagmorgen bis zum Donnerstag wurde in der vergangenen Woche emsig produziert. Die erfahrene Schneiderin Lindemann hatte die gewünschten Schnittmuster im Vorfeld auf die jeweiligen Körpergrößen abgeändert, und somit konnten die Teilnehmerinnen direkt mit dem Zuschneiden der Stoffe beginnen. Ein sehr willkommener Service. Vor Kursusbeginn ist nämlich traditionell stets eine Vorbesprechung angesetzt, bei die Teilnehmer ihre Ideen vorstellen können, diese zeichnerisch dokumentiert werden und auch über die Stoffauswahl gesprochen wird.

Modenschauen und Nähworkshop

Ob Hose, kurz, lang, leger oder sommerleicht, ob Kleid oder Bluse, ob Hoodie oder Jumpsuit, ob chic und elegant oder lässig und leger – der Kreativität waren wieder einmal keine Grenzen gesetzt. Auch ein leichter Rucksack gehörte zum Näh-Repertoire. Die gemeinsame Komponente dabei: Es wurde auf Maß und individuell produziert. Echte Einzelstücke mit der Garantie auf neidische Blicke von anderen.

„Was man deutlich spüren kann: Umso häufiger die Teilnahme, desto anspruchsvoller das geschneiderte Kleidungsstück“, stellt Hilke Sandner fest, die selbst immer wieder über die Ergebnisse staunt. Das Erfolgsrezept dieses Nähworkshops brachte eine Teilnehmerin so auf den Punkt: „Ich kann mir genau das Teil selber nähen, wie ich es haben möchte. Nichts von der Stange, und das ist toll.“ Zudem nehmen alle Teilnehmerinnen nehmen ihre Schnittmuster nach Kursusende mit nach Hause. Denn meist ist die Leidenschaft geweckt, es nicht nur bei dem Einzelteil zu belassen. „Diesen tollen Pulli nähe ich mir noch einmal – aus dickem Fleece für den Winter“, strahlte eine andere Teilnehmerin. Für alle gingen die kreativen Tage wieder einmal viel zu schnell vorbei. Der Abschiedsgruß, der zu hören war, überraschte nicht wirklich: „Tschüss und danke, Frau Lindemann! Bis zum nächsten Jahr. Da bin ich wieder dabei!“ Klar. Im nächsten Jahr sind ja auch wieder Modenschauen, Modewochen und Fashion Weeks. Und eben der Nähworkshop.

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