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Fantasiereiche Ideen

Verkehrsverein präsentiert Vorschlag zur Ortsgestaltung

Everswinkel

Es ist die Phase, in der in der Gemeinde viel über die künftige Dorfentwicklung und Attraktivierung des Zentrums diskutiert und beraten wird. Das Gemeindeentwicklungskonzept wurde erarbeitet, Studenten der TU Dortmund des Fachbereichs Raumplanung stellten Gestaltungsideen vor, zwei Mitarbeiter des Bau- und Planungsamtes haben Anregungen geliefert.

Von Klaus Meyer

Hendrik Sikma, Hans Werner Seppmann und Thomas Biene-Hornscheidt Foto: Klaus Meyer

Es ist schon erstaunlich, mit welchen Themenbereichen sich der Verkehrsverein neben seinem hauptamtlichen Tätigkeitsfeld in neuerer Zeit beschäftigt. Weihnachtskisten für bedürftige Familien zu Weihnachten, Erarbeitung eines neuen Image-Prospektes des Gemeinde, Sammlung für die Ukraine-Hilfe, ein lokales Kochbuch-Projekt – und jetzt auch noch Dorfentwicklung. Das Trio mit dem neuen Vorsitzenden Hans Werner Seppmann und den beiden Stellvertretern Thomas Biene-Hornscheidt sowie Hendrik Sikma hat eine konkrete Anregung zum Gemeindeentwicklungskonzept vorgelegt. Man könnte auch von fantasiereichen Ideen sprechen.

„Wir haben uns mal hingesetzt und überlegt, was können wir der Politik vorschlagen zur Entwicklung des Dorfes“, leitete Seppmann die Präsentation ein, die von einem kleinen visuellen Ausflug in frühere städtebauliche Zeiten zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit Blick aufs Historische Viereck begleitet wurde. Denn der Verkehrsverein bewerbe Everswinkel auch mit dem Begriff „Historisches Viereck“. „Paris, London oder auch Rothenburg ob der Tauber sind nicht deswegen touristisch in so hohem Maße nachgefragt, weil sie modern sind, sondern vermutlich doch wegen des historischen alten Gebäudebestandes und der Struktur“, merkte er an und stellte fest: „Historie hat Bestand. Wie also kann sie bei uns in Everswinkel gestaltet werden?“

Der Verkehrsverein sehe es auch satzungsgemäß als Aufgabe an, „die Bedeutung der Gemeinde Everswinkel zu heben, die Diskussion in Augenhöhe zu begleiten und möglichst auch zu befruchten“ – und da komme die Phase des Gemeindeentwicklungskonzeptes gerade recht. Seppmann spielte auf die Gestaltungsvorschläge der Studenten von der TU Dortmund an (die WN berichteten), um die Attraktivität des Ortskerns zu erhöhen. Den Studentenvorschlag, die Kirchenmauer teilweise zugunsten einer breiten Treppenanlage zu beseitigen, sei eine „Pseudo-Investition“, die keine Einnahmen für die Gemeinde generiere.

Hans Werner Seppmann, Vorsitzender des Verkehrsvereins

Die sehe aber dagegen der Vorschlag des Verkehrsvereins vor. Der beinhaltet ebenfalls einen Teil-Einriss der Mauer sowie eine Überdachung der vorhandenen Parkplätze, die dadurch zu einer Art Garage würden. Auf diesem neuen Dach könnten dann „eine Art von großzügigen Tiny-Häusern“ gesetzt werden. Als potenziellen Partner dafür hat der Verkehrsvereins-Vorstand den heimischen Unternehmer Wladimir Werner (Zimmerei, Dachdeckerei, Trockenbau) ins Auge gefasst.

Seppmann, Sikma und Biene-Hornscheidt sehen in diesem Projekt gleich mehrere Vorteile: Die Parkplatzfläche bleibe erhalten, die früheren Giebelformen würden an dieser Stelle wieder hergestellt, es sei eine Form der Nachverdichtung mit preiswertem Wohnraum und zudem ein „Eye-Catcher für Touristen und Interessierte nach moderner Wiedereinsetzung von Historie“, so Seppmann. „Die Atmosphäre wäre dort eine ganz andere, und die Gemeinde hätte auch Einnahmen“, ergänzte Sikma.

Überdies sei so ein Projekt auch an den Parkplätzen Brunnenstraße und Sparkasse denkbar. „Der Platz über diesen Flächen ist nach oben mehr oder weniger grenzenlos.“ Vorstellbar sei auch, dass die bereits in den 70er-Jahren diskutierte Rollschuhbahn im Zuge einer Aufstockung an der Brunnenstraße zu verwirklichen.

„Wir würden damit gerne die Damen und Herren der Politik mitreißen“, lautet Seppmanns Hoffnung. „Vorrangig ist, dass sich die Gemeinde für den Gedanken öffnet“, hofft Biene-Hornscheidt auf die „historisch wertvolle Alternative“. Für so ein Projekt ließen sich wohl auch weitere finanzielle Fördertöpfe erschließen, ist man sich beim Verkehrsverein sicher. „Ideen entstehen häufig aus Gefühlen. Hier war es das Gefühl, Everswinkel weiter zu entwickeln, attraktiv zu gestalten und dadurch die Bedeutung Everswinkels anzuheben“, schloss Seppmann die Präsentation. Bleibt abzuwarten, welche Gefühle sich bei Gemeindeverwaltung und Kommunalpolitikern angesichts dieser Anregungen einstellen.

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