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Kleine Stiftungsfeier der Feuerwehr

Flagge zeigen für Frieden und Freiheit

Everswinkel

Zum zweiten Mal in Folge mussten die Feierlichkeiten der Everswinkeler Feuerwehr coronabedingt deutlich kleiner ausfallen. „Und dennoch zeigen wir Flagge für Frieden, Freiheit und das ‚nie wieder‘“, machte Bürgermeister Sebastian Seidel in seiner Rede am Samstagabend deutlich.

Von Christopher Irmler

Im Anschluss an den gemeinsamen Besuch der Vorabendmesse legten Alexander Lohmann, Thomas Lukau, Jörg Harms und Martin Silkenbäumer einen Kranz nieder. Foto: Christopher Irmler

Kein zünftiges Miteinander, dafür aber gemeinsames Antreten, Kranzniederlegung und die Auszeichnung eines verdienten Kameraden: Zum zweiten Mal in Folge mussten die Feierlichkeiten der Everswinkeler Feuerwehr coronabedingt deutlich kleiner ausfallen.

„Und dennoch zeigen wir Flagge für Frieden, Freiheit und das ‚nie wieder‘“, machte Bürgermeister Sebastian Seidel in seiner Rede am Samstagabend deutlich. Er erinnerte an den Deutsch-Französischen Krieg vor 150 Jahren und die beiden Weltkriege – und schlug einen Bogen zur aktuell auf dem gesamten Kontinent ausgetragenen Fußball-Europameisterschaft. „Das ist nur möglich, weil wir aus der Geschichte gelernt haben“, verwies er auf den heute sportlich und vor allem friedlich ausgetragenen Wettstreit der Nationen. „Leider gibt es immer noch zu viele Menschen, die nichts aus der Geschichte gelernt haben.“

Er sei unerträglich, wenn Menschen Davidsterne mit der Aufschrift „ungeimpft“ präsentierten. Seidel erinnerte an die Vorfahren der heutigen Bewohner der Gemeinde, die ihr Leben in kriegerischen Auseinandersetzungen verloren hatten. „Sie haben die Schrecken der Nazi-Diktatur mit ihrem Leben bezahlt“, erinnerte er besonders an den Zweiten Weltkrieg.

Es sei Aufgabe der Gesellschaft, an die Toten und Gefallenen zu erinnern und ihnen eine Stimme zu geben.

Im Anschluss an die Kranzniederlegung und die Gedenkrede Seidels brachen die Kameraden zum Feuerwehrgerätehaus auf, um ein Mitglied aus ihren Reihen zu würdigen.

Für seine Verdienste im Bereich der Jugendfeuerwehr wurde Hauptbrandmeister Ralf Rohlmann die Ehrennadel der Jugendfeuerwehr NRW in Gold verliehen. Fünfzehn Jahre lang hatte sich der 43-Jährige besonders für die Belange des Feuerwehrnachwuchses engagiert. Everswinkels Zugführer Markus Averbeck sprach von „einer außergewöhnlichen Ehrung“.

Wehrführer Frank Becker brachte die allgemeine Stimmungslage in Corona-Zeiten auf den Punkt. „Ich freue mich wie Bolle, dass wir uns hier wieder treffen.“ Nichts habe strategisch geplant werden können, Entscheidung hätten „auf Sicht“ gefällt werden müssen. Immerhin habe die Wehrführung am 4. Juni viele Beförderungen und Ehrungen nachholen können.

Averbeck hoffte seinerseits auf baldige gemeinsame Übungsdienste und mehr Normalität. Zugleich dankte er Becker für dessen großen Einsatz. Dieser habe sich mit Nachdruck für die Kameraden eingesetzt, so dass nun nahezu alle Blauröcke der beiden Löschzüge bereits zweimal geimpft werden konnten. Auch Bürgermeister Seidel lobte Beckers Einsatz, die Daten der Löschzugangehörigen an die zuständigen Stellen weitergegeben und manche bürokratische Hürde genommen zu haben, um eine zügige Impfung zu ermöglichen. Der Geehrte äußerte sich indes bescheiden und verwies auf die vom Kreis vorgenommene Impfpriorisierung.

Mit einem Imbiss und kühlen Durstlöschern, die an diesem sommerlichen Abend besonders geschmeckt haben dürften, feierten die Aktiven ihr Fest im kleineren Rahmen. Insgesamt überwog die Freude, sich von Angesicht zu Angesicht austauschen zu können - verbunden mit der Hoffnung auf ein normales Fest im kommenden Jahr.

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