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Lichterfeier in der St.-Magnus-Kirche

Gebete in dichter Atmosphäre

Everswinkel

Zur Lichtmess-Lichterfeier hatten die zahlreichen real anwesenden Gottesdienstbesucher ebenfalls ihr kleines Licht aufgestellt. So betete die Gemeinde zunächst in Stille um Vergebung, Neuanfang und Stärkung. Im zweiten Teil sangen Schola und Gemeinde im Wechsel zwei der Psalmen, mit denen seit 3000 Jahren Juden und Christen Not und Trauer, aber auch ihre Hoffnung vor Gott tragen.

Einige Gottesdienstbesucher brachten in der St.-Magnus-Kirche ihr kleines Licht zur Osterkerze. Die Kirche war zur Lichterfeier in ein erwärmtes Dunkel eingetaucht. Foto: Werner Schniedermann

Die St.-Magnus-Kirche war abgedunkelt, doch es war ein erwärmtes Dunkel. „Denn in ihr erstrahlte vor dem Altar mit der mystischen Skulptur des Lammes, das sich aufopfert, die Osterkerze als Symbol für Jesus Christus als Sieger über das Dunkel des Bösen und des Todes.“ An den Seitenwänden flankierten die zwölf Leuchter, die in jeder katholischen Kirche an die zwölf Apostel als Gründer der Glaubensgemeinschaft vor 2000 Jahren erinnern, beschreibt die Kirchengemeinde die Szene zur Lichtmess-Lichterfeier.

Die zahlreichen real anwesenden Gottesdienstbesucher hatten ebenfalls ihr kleines Licht aufgestellt. „So entstand die dichte Atmosphäre einer Gebetsgemeinschaft, die in ihren Betrachtungen nichts von dem jämmerlichen Zustand der Kirche beschönigte.“ Schon das Evangelium erzähle, dass Jesus beim Anblick Jerusalems weinte, „weil du nicht erkennst, was dir zum Frieden dient“. Dieses Bibelzitat hatte Kardinal von Galen aufgegriffen angesichts des im Krieg zerstörten Münsters und wurde in der Lichterfeier verknüpft mit der Frage, „weint nicht Jesus jetzt auch über seine, unsere Kirche?“.

In einer solchen Krise wendeten nach der Bibel sich viele Menschen von Jesus ab, nicht weil er Böses tue, sondern weil er drastisch zu Umkehr und Neuanfang aufrufe. Er frage die verbliebenen Getreuen, „wollt auch Ihr gehen?“. Ratlos und verzweifelt antworte Petrus, „Herr, wohin sollen wir gehen? Nur du hast Worte ewigen Lebens.“ So betete die Gemeinde zunächst in Stille um Vergebung, Neuanfang und Stärkung.

Im zweiten Teil sangen Schola und Gemeinde im Wechsel zwei der Psalmen, mit denen seit 3000 Jahren Juden und Christen Not und Trauer, aber auch ihre Hoffnung vor Gott tragen. Organist Thomas Krass hüllte die meditativen Gesänge mit der einfühlsam weich registrierten Orgel ein. Der Lobgesang des Simeon, der in den Klöstern jeden Abend im Nachtgebet, der Komplet, gesungen wird, ist einer der großen Hoffnungshymnen des Lukas-Evangeliums. Der Greise Simeon erkennt in Jesus „Heil und Licht der Welt“. Dieser Glaube ist ihm und vielen Christen Trost, der Ruhe der Nacht und dem Ende des Lebens entgegenzugehen.

Die Gemeinde betete, dass die vom Geist Jesu Christi den Menschen ins Herz gelegte Liebe durch Christen und die Kirche weitergegeben werde. „Bleibe bei uns Herr, wie auch wir mit dir in Verbindung bleiben.“

Einige Gottesdienstbesucher brachten ihr kleines Licht zur Osterkerze. Zum Schluss erklang vor der Pieta, der ehrwürdigen Darstellung aus dem 15 Jahrhundert, die den toten Jesus in den Armen seiner Mutter zeigt, das „Salve Regina“; denn Gott habe Maria Schlimmeres zugemutet als eine angeschlagene Glaubensgemeinschaft.

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