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JVA-Neubau: Vorbereitung des Geländes angelaufen

Gefängnis mit Biotop-Umrahmung

Everswinkel

Es ist erstaunlich, wie schnell sich die Natur ihr Terrain zurückerobert, wenn man sie lässt. In den vergangenen vier Monaten hat jene Fläche im Grenzgebiet von Münster, Telgte und Everswinkel, auf der die neue Justizvollzugsanstalt Münster errichtet werden soll, fast schon Biotop-Charakter gewonnen. Doch das ändert sich jetzt – die baulichen Vorbereitungen für das Gefängnis werden geschaffen. Ziel ist eine „bestmögliche Anpassung an die Kulturlandschaft“.

Die Bagger sind da, um das Areal der künftigen JVA Münster zu bearbeiten. Foto: Klaus Meyer

Margeriten, Acker-Disteln, Gräser und Kräuter haben die frühere Anbaufläche zwischenzeitlich übernommen. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge nehmen die Einladung gerne an. Doch diese Natur-Idylle ist nur von begrenzter Dauer, denn die baulichen Arbeiten für das künftige Gefängnis mit 640 Plätzen für den geschlossenen Männervollzug haben jetzt konkret begonnen.

Auf dem 18 Hektar großen Gelände haben vier Bagger Aufstellung genommen, um das Gelände auf links zu ziehen. Zu den ersten Maßnahmen zählt die Einzäunung des Bereichs. Die ersten Stahlpfosten für den 1,60 Meter hohen Gitterzaun stecken bereits im Boden. Parallel dazu wird derzeit eine Abbiegespur zum JVA-Gelände auf der Telgter Straße eingerichtet – „sowohl für die Zufahrt zur zukünftigen JVA als auch für den Baustellenverkehr“, wie Markus Vieth, Leiter der Niederlassung Münster des Bau- und Liegenschaftsbetriebes NRW (BLB NRW) erläutert. Diese Baumaßnahme wird sich bis zum Herbst hinziehen; eine Straßensperrung ist abgesehen von der Asphaltierungsphase nicht vorgesehen. Gegen Ende des Jahres soll dann mit dem Bau der Haftmauer begonnen werden.

Blick von der Telgter Straße auf das Gelände. Foto: Klaus Meyer

Bereits Anfang des Jahres waren die 53 Allee-Bäume entlang des bestehenden Wirtschaftsweges gefällt und mit der Verlegung zweier Entwässerungsgräben an den Rand des Areals begonnen worden. Augenblicklich werde der Boden für das neue Gewässer ausgehoben, das einen „leicht geschwungenen Verlauf haben und beidseitig mit heimischen Sträuchern und Bäumen bepflanzt werden“ soll, wie der BLB NRW mitteilt. „Die so entstandene Auenlandschaft wertet das Gewässer ökologisch auf und verbessert den Hochwasserschutz.“ Zudem ist eine Streuobstwiese geplant, die heimischen Pflanzen- und Tierarten einen Lebensraum bieten soll.

Die Natur hat sich zwischenzeitlich die bisherige Ackerfläche zurückerobert. Foto: Klaus Meyer

„Mit der Bepflanzung möchten wir die neue JVA bestmöglich an die typische westfälische Kulturlandschaft anpassen“, spielt Vieth auf die „großzügige Eingrünung“ des gesamten Areals ab Herbst an. Dazu wird eine zwischen zehn und 25 Meter breite Wallhecke angelegt, die diverse heimische Gehölze unterschiedlicher Wuchshöhen beinhalten soll. Zudem ist die Anpflanzung älterer, schon mehrere Meter hoher Bäume vorgesehen. „Schon nach zehn Jahren sollen die Gehölze zwischen zwei und achteinhalb Meter hoch sein. Hinter dieser Wallhecke wird die JVA mit der umgebenden Haftmauer optisch verschwinden“, zeigt Vieth auf. Sichtschutz und Lebensraum für Pflanzen und Tiere gleichermaßen.

Die Einzäunung des Geländes mit einem Gitterzaun hat begonnen. Foto: Klaus Meyer

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