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Bislang 93 Flüchtlinge aus der Ukraine in der Vitus-Gemeinde

Gemeinde sucht nach Wohnraum

Everswinkel

Die ganz große Welle, wie zu Beginn des Krieges in der Ukraine befürchtet, war es bis jetzt noch nicht. Die Zahl der ukrainischen Flüchtlinge, die Everswinkel zugewiesen wurden, ist bis dato noch zu beherrschen. Fast alle konnten in privatem Wohnraum untergebracht werden. Allerdings ist da die Kapazitätsgrenze fast erreicht. Die Gemeinde sucht noch nach weiterem Wohnraum für mögliche weitere eintreffende Flüchtlinge.

Von Klaus Meyer

Eine ukrainische Familie besteigt im Osten des Landes einen Zug, um vor dem Krieg in der Region zu flüchten. Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

Sozialamtsleiter Jens Linnemann sah in der jüngsten Ratssitzung den Zeitpunkt gekommen, einen weiteren Zwischenbericht im Hinblick auf die Flüchtlingssituation abzugeben. 93 Flüchtlinge aus der vom russischen Angriffskrieg erschütterten Ukraine sind bislang in der Vitus-Gemeinde untergekommen. Das sind 24 mehr seit Mitte April. Bislang konnten die meisten Personen – insgesamt 89 - in privaten Wohnungen untergebracht werden, doch die Kapazitäten schmelzen dahin. Zumal noch 20 weitere Flüchtlinge aus anderen Ländern in den ersten vier Monaten hinzu kamen.

Sozialamtsleiter Jens Linnemann

20 Wohnungen hat die Gemeinde angemietet, 13 Personen können noch Platz finden. „Wir müssen leider damit rechnen, dass im August der private Wohnraum ausgeschöpft ist“, machte Linnemann deutlich und rief alle Bürger dazu auf, verfügbare Angebot an die Gemeinde zu melden. In den Übergangswohnheimen könnten noch zehn, im Notquartier Haus der Generationen 20 Personen untergebracht werden. Als erfreulich bezeichnete der Amtsleiter die Tatsache, dass neun geflohene Menschen aus der Ukraine eine Erwerbstätigkeit gefunden haben. 16 Personen beziehen Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, 62 nach SGB II und sechs nach SGB XII. Unterm Strich – nach der Verrechnung von Erträgen und Aufwendungen – hat die Gemeinde für die Unterbringung ukrainischer Flüchtlinge bis jetzt knapp 47000 Euro aus eigenen Mitteln verausgabt, wie Kämmerin Susanne Nerkamp aufzeigte.

Linnemann ließ es sich nicht nehmen, erneut auf die wertvolle Unterstützung seitens der Flüchtlings-Initiative Everswinkel hinzuweisen. So gab es inzwischen zwei Offene Treffs, ein Ortsrundgang fand statt, ein Stöberstübchen wurde eingerichtet, die Vorbereitungen auf einen Integrationskursus nach den Sommerferien laufen, in der fünften und sechsten Ferienwoche ist ein „Fit-in-Deutsch“-Kursus für Jugendliche vorgesehen, und am 4. August ist ein großer gemeinsamer Ausflug von allen Geflüchteten und den ehrenamtlichen Helfern zum Freizeitpark Ketteler Hof geplant.

Niemand weiß, wie sich die Flüchtlingssituation mit Blick auf die Ukraine noch weiter verändern wird und ob die Zahl der Zuweisungen möglicherweise noch deutlich ansteigt. Die Gemeindeverwaltung geht im Hinblick auf die Unterbringungskapazitäten auf Nummer sicher. Kämmerin Susanne Nerkamp berichtete jüngst im Hauptausschuss, „die Gemeinde konnte eine Immobilie erwerben. Das kam etwas überraschend und war im Haushaltsplan nicht eingeplant“.

Um welches Gebäude es sich handelt, darüber macht die Gemeinde derzeit noch keine Angaben. Der Kaufpreis dürfte nach den vorliegenden Informationen bei rund 427000 Euro liegen. Aus dem Bauprojekt Übergangswohnheim Bahnhofstraße im Jahr 2016 bestand noch ein finanzieller Ansatz in einer Größenordnung von rund 143000 Euro. Weitere 285000 Euro wurden nun vom Hauptausschuss als überplanmäßige Auszahlung im laufenden Jahr einstimmig abgesegnet und vom Gemeinderat bestätigt. Die Deckung erfolgt laut Kämmerin durch die liquiden Mittel im Haushalt 2022.

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