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Musikschüler fanden auf Bauernhof Schulze Wettendorf ein Ausweich-Quartier

Gitarrenklänge auf dem Bauernhof

Alverskirchen

Absagen, umplanen, verlegen, improvisieren – die Corona-Zeit trifft praktisch alle Veranstaltungen. Auch die Musikschule blieb davon nicht verschont. Die Alverskirchener Kinder hatten plötzlich nicht mehr die Grundschule als Übungsraum zur Verfügung. Was tun? Nur noch Online-Unterricht? Zum Glück kam dann ein Angebot mit einem ungewöhnlichen Ersatzraum auf den Tisch.

Klaus Meyer

Landwirtin Stefanie Schulze Wettendorf, Coralie Pajonczyk, Regionalleiter Heinz Termathe, Mina Fincke, Eileen Brandt, Valeria Pala und Mattis Moellers vor dem Zelt, in dem geübt werden konnte. Foto: privat

Kultur im Allgemeinen und Musik im Besonderen ist in Corona-Zeiten eine schwierige, wenn nicht gar bisweilen unmögliche Geschichte. Seit März war für die Alverskirchener Schüler der Musikschule kein Musikunterricht mehr in der Grundschule möglich aufgrund des Betretungsverbots. Da gab‘s natürlich traurige Gesichter.

Zunächst konnte das drohende musikalische Vakuum noch durch das Online-Unterrichtsangebot etwas aufgefangen werden. Aber ein vollwertiger Ersatz fürs gemeinsame Musizieren war das natürlich nicht. Da kam ein Angebot der Familie Schulze Wettendorf gerade richtig. Die stellte nämlich ihr geräumiges Besucherzelt auf dem Bauernhof für die Gitarrenschüler zum Unterricht zur Verfügung.

Schon bald konnte dort an zwei Tagen in der Woche musiziert werden. Gitarrenklänge zwischen Hühnern und Schweinen. Eine völlig neue Kulisse für die Kinder, die sich – ebenso wie Musikschul-Regionalleiter Heinz Termathe – in dieser idyllisch-ländlichen Atmosphäre sofort pudelwohl fühlten. „In die Gitarrenklänge mischten sich das Gegacker der Hühner und auch mal ein Schweinegrunzen. Und auch die vielen Schwalben nahmen eifrig an diesem Hofkonzert teil“, schmunzelt Termathe.

Der neuerliche Lockdown für den Kreis Warendorf jüngst bedeutete allerdings einen vorzeitigen Stopp des Übungsgeschehens auf dem Bauernhof. Mit den ganz besonderen musikalischen und landwirtschaftlichen Eindrücken ging es für die Musikschüler somit vorzeitig in die Ferien. Aber nicht, ohne sich zuvor herzlich mit einem Ständchen und einem Orchideenkranz bei Landwirtin Stefanie Schulze Wettendorf zu bedanken. Und einige der Kinder kamen zu dem Schluss, dass man den Musikunterricht doch auch künftig auf dem Bauernhof abhalten sollte. Weil‘s so schön war . . .

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